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SV Ried

Für die SV Ried geht es auch heuer in erster Linie wieder um den Klassenerhalt

Von Thomas Streif  23. Juli 2022 00:04 Uhr

Für die SV Ried geht es auch heuer in erster Linie wieder um den Klassenerhalt
Wie oft wird die SV Ried in der kommenden Saison jubeln?

Trainer Christian Heinle und die sportliche Führung setzen auf Entwicklung junger Spieler.

Wohin führt die Reise der SV Guntamatic Ried in der dritten Bundesliga-Saison nach dem Aufstieg aus der zweiten Liga? Die OÖN analysieren die aktuelle sportliche Situation bei den Riedern vor dem morgigen Bundesliga-Auftaktspiel gegen Rapid.

Der Klassenerhalt muss wohl auch heuer wieder das erklärte Ziel der Rieder Kicker sein. Die Qualifikation für die Meistergruppe wäre eine kleine Sensation.

Auftakt beim Angstgegner: Erste Aufschlüsse könnte es beim morgigen Bundesliga-Auftaktspiel gegen Rapid (17 Uhr, Allianz-Stadion) geben. Obwohl Rapid mit einem 1:0 im Cup gegen Drittligist Treibach und einem 0:0 am Donnerstag im Europacup gegen Lechia Gdansk alles andere als überzeugend in die Saison gestartet ist, ist die Favoritenrolle klar verteilt. Rapid will in dieser Saison ganz vorne mitspielen und hat sich dementsprechend verstärkt, da wäre alles andere als ein voller Erfolg gegen die Rieder eine herbe Enttäuschung. Dazu kommt die allseits bekannte Rieder "Horrorstatistik" in Wien-Hütteldorf, in 42 Bundesligaspielen gelang noch kein einziger Sieg, eine im österreichischen Fußball wahrscheinlich einzigartige Statistik. Für Ried spricht, dass man nichts zu verlieren hat und Rapid noch nicht so eingespielt ist, wie sich das Trainer Ferdinand Feldhofer wünschen würde. Der ehemalige Ried-Spieler Ante Bajic wird gegen seinen Ex-Verein nicht auflaufen, er hat Corona. Bei der SV Ried fehlen verletzungsbedingt die Verteidiger Julian Turi und Matthias Gragger. Philipp Pomer ist etwas angeschlagen, wird aber im Kader stehen. Neuzugang Agyemang Diawusie ist gegen Rapid wegen Trainingsrückstands noch keine Option.

Transferperiode: Mit Luca Meisl, Dorgeles Nene, der für eine Halbsaison von Salzburg ausgeliehen war, und Ante Bajic haben drei Spieler den Verein verlassen, die in der vergangenen Saison zum (erweiterten) Stamm der Mannschaft zählten. Vor allem der Abgang von Bajic zu Rapid wird für die SV Ried, nicht zuletzt wegen seiner Geschwindigkeit, nur sehr schwer zu kompensieren sein. Die Lücke soll der von Dresden geholte Rechtsaußen Agyemang Diawusie schließen, allerdings hat der Deutsche noch Trainingsrückstand. Viel erhofft man sich bei den Innviertlern von Stürmer Christoph Monschein, der seinen sehr gut dotierten Vertrag beim LASK (bis 2024) aufgelöst hat, um in Ried neu durchzustarten. Der 29-Jährige hat in 174 Bundesligaspielen 52 Treffer erzielt, bei der SV Ried will er an seine Glanzzeiten bei der Wiener Austria anschließen. Zudem wurden mehrere Perspektivspieler – unter anderem aus der zweiten Liga und den eigenen Amateuren – geholt. Da Julian Turi verletzungsbedingt noch länger ausfallen wird, ist davon auszugehen, dass demnächst noch die Verpflichtung eines Innenverteidigers fixiert wird. Zeit, um Transfers zu tätigen, ist noch bis zum 31. August. Generell wird es spannend zu beobachten sein, wie das Trainerteam rund um Christian Heinle es schaffen wird, die verloren gegangene Dynamik und Geschwindigkeit in der Offensive zu kompensieren. Mit Stefan Nutz hat man schließlich einen der besten Passgeber der Liga in der Mannschaft.

Umfeld/Trainer: In den vergangenen Jahren hat man es geschafft, dass häufig vom "Trainerfriedhof SV Ried" gesprochen wurde. Kein Wunder, seit Anfang 2017 nahmen elf verschiedene Trainer (zum Teil mehrfach) auf der Rieder Trainerbank Platz. Das soll jetzt mit Christian Heinle anders werden. Der 37-Jährige, der als akribischer Arbeiter, vor allem im taktischen Bereich, gilt, hat sich im Sommer ein neues Trainerteam zusammengestellt und möchte gemeinsam mit dem sportlichen Führungsduo Thomas Reifeltshammer und Wolfgang Fiala bei der SV Ried langfristig etwas aufbauen. Sollte Ried in dieser Saison in eine grobe sportliche Krise schlittern, dann hat aber auch Heinle keine Jobgarantie.

Zielsetzung: Bei der SV Ried hofft man, dass sich die jungen (Perspektiv-)Spieler als echte Verstärkungen herausstellen, wie das in der vergangenen Saison unter anderen Tin Plavotic, Philipp Pomer oder Leo Mikik, die alle aus der zweiten Liga geholt wurden, gelungen war. Verletzungsbedingt darf aber nicht viel passieren. Wenn Schlüsselspieler länger ausfallen, wird das nur sehr schwer zu kompensieren sein. Der Sprung in die Meistergruppe scheint in dieser Saison nur sehr schwer möglich zu sein und wäre eine kleine Sensation. In erster Linie geht es für die SV Ried einmal mehr darum, den Klassenerhalt zu schaffen. Mit den Fans im Rücken sollte das erneut zu schaffen sein.

Video: Interview mit Ried-Trainer Christian Heinle 

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Thomas Streif

Redaktion Innviertel

Thomas Streif

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