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SV Ried

Fuchsbichler: „So gut könnten sie mich nicht bezahlen, dass ich den Riedern absagen würde“

Von Christoph Zöpfl   22. Mai 2012 00:04 Uhr

„So gut könnten sie mich nicht bezahlen, dass ich den Riedern absagen würde“
Der gebürtige Steirer und ehemalige Vorwärts-Steyr-Spieler Heinz Fuchsbichler tritt am 1. Juni offiziell sein Traineramt bei der SV Josko Ried an.

Der neue SV-Ried-Trainer Heinz Fuchsbichler setzt auf den Teamgeist.

OÖN: Wie lange haben Sie überlegt, als Sie Manager Stefan Reiter vor zwei Wochen fragte, ob Sie nach Ried kommen wollen?
Fuchsbichler: Wenn man so eine Möglichkeit bekommt, überlegt man nicht lange. Für mich war gleich klar, dass ich diese Chance ergreifen möchte.

OÖN: Obwohl es vermutlich ein finanzieller Abstieg ist – Ihr bisheriger Cheftrainer Josef Hickersberger hat immer davon geschwärmt, wie großartig man in den Emiraten verdient ...
Fuchsbichler: Ja, der Pepi verdient sicher super, aber ich bin hier nur sein Co-Trainer. Aber so gut könnten sie mich hier auch gar nicht bezahlen, dass ich den Riedern absagen würde. Für mich zählt in erster Linie die sportliche Perspektive – da muss ich um keinen Vertrag pokern.

OÖN: Ist es ein Problem, dass Sie als Cheftrainer bei der Kaderplanung in Ried praktisch nicht mehr mitreden können?
Fuchsbichler: Nein, im Gegenteil, ich bin froh, dass die Mannschaft im Großen und Ganzen steht. Ich bin sowieso kein Trainer, der verlangt, Stars und fertige Spieler einzukaufen. Ich teile die Rieder Philosophie. Manager Stefan Reiter macht einen tollen Job und hat ein gutes Händchen ...

OÖN: Reiter hat gesagt, Sie könnten „vom Typ her ein klassischer Innviertler“ sein. Wie kann er das gemeint haben?
Fuchsbichler: Dass ich ein Mensch bin, der nicht von einem Großklub kommt und keine großen Sprüche klopft. Ich stehe eher für akribische Arbeit und Bodenständigkeit.

OÖN: Schaut der österreichische Fußball aus der Distanz betrachtet anders aus, als wenn man selbst ein Teil davon ist?
Fuchsbichler: Wahrscheinlich schon. Mir ist vor allem aufgefallen, dass jetzt eine neue Generation von Spielern heranwächst, die sehr gut ausgebildet ist. Ich bin sehr zuversichtlich, was die Zukunft betrifft.

OÖN: Einen Generationswechsel soll es auch bei den Trainern geben. Die „Gehts außi und spielts euer Spiel“-Typen werden von jüngeren Leuten, die mit dem Begriff „Fußball-Matrix“ etwas anfangen können, abgelöst...
Fuchsbichler: Ja, das könnte man so sehen. Aber für beide Arten von Trainern gilt: Kommt kein Erfolg, bist du weg. Die alte Garde bringt die Erfahrung ins Spiel, die Jungen arbeiten vielleicht etwas wissenschaftlicher. Beide Wege können zum Erfolg führen – oder auch nicht.

OÖN: Welcher Trainertyp sind Sie?
Fuchsbichler: Ich sauge alles auf, was neu ist, und beschäftige mich auch sehr viel mit den neuen Medien. Die Frage ist, wie gebe ich meine Philosophie so an die Mannschaft weiter, dass diese damit auch etwas anfangen kann.

OÖN: Es gibt Leute, die behaupten, es ist egal, wer bei Ried unter Co-Trainer Gerhard Schweitzer der Cheftrainer wird. Ärgern Sie solche Kommentare?
Fuchsbichler: Nein, Gerhard ist ein sehr guter Mann, ich freue mich auf die Zusammenarbeit. Die Frage, wer da unter wem arbeitet, stellt sich nicht. Wir werden als Team auftreten, und ich bin davon überzeugt, dass das funktionieren wird.

Einjahresvertrag

Fuchsbichler, der vorerst einen Einjahresvertrag erhielt, flog noch am Dienstag nach der Vorstellung als Trainer wieder in die Vereinigten Arabischen Emirate zurück, wo am Sonntag sein letzter Auftritt als Assistent von Ex-Teamchef Josef Hickersberger bei Al Wahda auf dem Programm steht. Am 29. Mai landet der Steirer wieder in Österreich, am 1. Juni tritt er offiziell seinen neuen Job an, zehn Tage später steigt das erste Training, an dem unter anderem die Neuzugänge Rene Gartler, Andreas Schicker und Mario Reiter teilnehmen werden. Stefan Lexa hingegen wird dem Kader nicht mehr angehören. Auch Daniel Beichler dürfte die Innviertler verlassen und zu Hertha BSC zurückkehren. Noch offen ist der Verbleib von Marco Meilinger, der von Red Bull Salzburg ausgeliehen ist.

Zur Person

Geboren: 7. November 1967 in Voitsberg/Steiermark
Verheiratet mit Manuela, 2 Kinder (Michelle/13 Jahre, Marco/10)
Stationen als Spieler (Mittelfeld): GAK, DSV Alpine, Vorwärts Steyr, Bregenz, FC Hard
Stationen als Trainer: AKA Vorarlberg, FC Lustenau, Austria Lustenau, SCR Altach, Wolfurt, U21 Liechtenstein, zuletzt Al Wahda (VAE, Assistent von Josef Hickersberger)

 

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