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Nationalteam

Das sagen die ÖFB-Kicker nach dem Israel-Spiel

Von nachrichten.at/apa   05. September 2021 07:29 Uhr

Österreich verliert gegen Israel mit 2:5

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HAIFA. Der laut Goalie Daniel Bachmann "katastrophale" Auftritt von Österreich beim 2:5 in Israel hat am Samstag tief enttäuschte ÖFB-Kicker zurückgelassen.

Gerade angesichts eines guten Starts und mehrerer Einschussmöglichkeiten konnten David Alaba und Co. die Niederlage im WM-Qualispiel in Haifa nur schwer fassen. "Sehr bitter", urteilte der Kapitän über einen Auftritt, den man nicht zuletzt mit Abwehrschnitzern vergeigte. Gegen Schottland gilt am Dienstag quasi Siegzwang.

Ähnlich wie Teamchef Franco Foda sah Alaba gerade vor der Pause eine prinzipiell gute Leistung seiner Truppe, die mit Xaver Schlager, Julian Baumgartlinger, Stefan Lainer, Sasa Kalajdzic und Marcel Sabitzer namhafte Ausfälle kompensieren musste. "Ich glaube, dass wir in der ersten Halbzeit ein sehr gutes Spiel gemacht haben", meinte der Real-Madrid-Legionär, der im Gegensatz zum 2:0 über Moldau am Mittwoch diesmal wieder von Beginn an spielte. "Wenn man mit 2:5 nach Hause geht und in der ersten Halbzeit die bessere Mannschaft ist, stimmt etwas nicht", war Alaba überzeugt. "Wir müssen eigentlich mit einer Führung in die Halbzeit gehen."

"Hinten machen wir zuviele Fehler" 

Manor Solomon (5.), Munas Dabbur (20.) und Eran Zahavi (33.) hatten schon nach einer guten halben Stunde die Vorentscheidung herbeigeführt. Die vom ehemaligen ÖFB-Sportdirektor Willi Ruttensteiner betreuten Israelis profitieren dabei stets von defensiven Schwächen nicht nur individueller Natur. "Hinten machen wir zu viele Fehler defensiv", stellte Alaba klar. "Ich glaube, dass wir in der Konterabsicherung nicht zu 100 Prozent agiert haben", meinte dazu Team-Debütant Philipp Mwene. "Sie haben sich mit zwei, drei Pässen von hinten gelöst und waren dann schon bei uns im Sechzehner. Da haben wir zu viele Zweikämpfe verloren."

Österreich, das gerade in der ersten Hälfte mit viel Pressing immer wieder Ballgewinne verzeichnete, war von Foda diesmal mit Dreierkette aufs Feld geschickt worden. "Das System hat heute keine Rolle gespielt. Wir waren in der ersten Halbzeit besser als in der zweiten, sind besser ins Pressing gekommen. Wir haben aber die Chancen liegen gelassen", sagte Alaba in Sachen Systemfrage. Der große Unterschied sei die Abgebrühtheit vor dem Tor gewesen. "Die Chancenverwertung hat Israel heute viel besser gemacht. Sie haben uns eiskalt bestraft." Man habe mit dem Wechsel in der Pause auf Viererkette "noch etwas probieren wollen", erklärte Alaba, allein habe dies "nicht so gegriffen, wie wir uns das vorgestellt haben".

"Kader ist groß genug" 

Bachmann bedauerte nicht nur das frühe Gegentor in der ersten Hälfte, sondern gerade auch das 4:2 durch Ex-WAC-Goalgetter Shon Weissman - nur vier Minuten nach dem Anschlusstreffer von Marko Arnautovic (55.). "In der Pause habe ich gedacht, dass wir mit einem relativ frühen Tor das Spiel noch gewinnen. Das haben wir dann gemacht und dann doch wieder das vierte Gegentor bekommen", meinte Bachmann etwas fassungslos. Ausfälle wollte er als Ausrede nicht gelten lassen: "Unser Kader ist groß und gut genug, um Ausfälle zu kompensieren."

Selbst wenn er den höchst effizienten Gastgebern, die im Finish durch Zahavi neuerlich trafen, "ein paar Wundertore" attestierte, war Bachmann nach seinem achten A-Teameinsatz höchst verärgert. "Wurscht wie schlecht, fünf Tore dürfen wir gegen Israel nicht bekommen. Es hat einiges gefehlt heute. (...) Wir wissen, dass das katastrophal war", stellte der Watford-Legionär unumwunden fest. Der 27-Jährige erwartete nicht zuletzt medialen Gegenwind. "Wir sind alle Profis, wir wissen jetzt, was aus den Medien in Österreich kommt. Wenn es etwas Gutes zu Schreiben gibt, kommt das ganz, ganz kurz und klein. Und wenn es einmal nicht läuft, dann wird wieder richtig groß geschrieben und geschrien", sagte er - fügte freilich auch an: "Aber das ist okay, wir haben uns das heute nach der Leistung verdient."

Alaba musste gut zwei Monate nach der EM eingestehen, dass man Schritte zurückgemacht hat. "Man ist länger zusammen (bei der EM, Anm.), man bereitet sich auf ein Turnier vor. Wir haben es in den letzten Tagen nicht geschafft, die Atmosphäre aufzubauen, wie wir sie vor ein paar Monaten hatten", gab der zweifache Champions-League-Sieger zur Protokoll. Dennoch übte er sich in Optimismus: "Wir wissen, dass wir enormes Potenzial haben, dass wir erfolgreicher spielen können als heute. Das haben wir schon öfter bewiesen." Auch Bachmann gelobte Besserung: "Wir müssen schauen, dass wir das am Dienstag zurechtrichten und trotzdem noch Zweiter werden."

Nur Rang eins in Gruppe F bedeutet das Ticket für die Endrunde in Katar, der Zweite tritt im Play-off an. Dänemark liegt zur "Halbzeit" mit 15 Punkten vor Israel (10) und Schottland (8) in Front, Österreich ist mit 7 Zählern Vierter.

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