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Nationalteam

Aufstand der Spanierinnen: 15 Rücktritte aus Protest gegen den Trainer

Von OÖN-Sport   23. September 2022 12:06 Uhr

Spaniens Teamchef Jorge Vilda steht nicht hoch im Kurs

Fußball: Der Verband denkt nicht daran, sich von Teamchef Jorge Vilda zu trennen

madrid. Spaniens Frauen-Nationalteam startete als Co-Favorit in die Fußball-EURO 2022, doch nach dem denkbar knappen Viertelfinal-Aus gegen Gastgeber England (1:2 nach Verlängerung) rumort es im Verband. Jetzt ist es aus Protest gegen Cheftrainer Jorge Vilda zu einem beispiellosen Massenrücktritt gekommen. Wie der nationale Verband RFEF mitteilte, seien am Donnerstag 15 Spielerinnen mit E-Mails in gleichem Wortlaut zurückgetreten. 

Darin erklären die Abtrünnigen, dass sie die derzeitige Situation „erheblich“ in ihrem „emotionalen Zustand“ und ihrer „Gesundheit“ beeinträchtige. Wie „El Periodico“ berichtet seien die angeblich mangelhafte Qualifikation des Teamchefs, die aus der Sicht der Spielerinnen unzureichenden Trainingsabläufe und das frühe Scheitern bei der EURO ausschlaggebend für das Aufbegehren. 

„Bis zur Umkehrung“ der Zustände, sprich der Entbindung des Trainerteams von seinen Aufgaben, würden sie deshalb nicht für das spanische Nationalteam zur Verfügung stehen. 

Die Reaktion des Verbandes ist nicht auf Schadensminimierung oder einen Kompromiss ausgerichtet. Im Gegenteil: Die RFEF werde es den Spielerinnen „nicht gestatten, die Kontinuität des Nationaltrainers und seines Trainerstabs infrage zu stellen, da derartige Entscheidungen nicht in ihren Zuständigkeitsbereich fallen“, hieß es in einer Stellungnahme. 

Eine lange Sperre droht 

Laut spanischem Radiosender COPE ist die derzeit verletzte Weltfußballerin Alexia Putellas nicht zurückgetreten. 

Dafür haben sich mit Patri Guijarro, Mapi Leon, Sandra Panos, Aitana Bonmati, Mariona Caldentey, Ona Batlle, Lucia Garcia oder Laia Aleixandri nach Informationen des Senders zahlreiche Spielerinnen verabschiedet, die grundsätzlich zum Stammpersonal zu zählen sind. Die Vorgehensweise der Spielerinnen entspreche „nicht den Werten des Fußballs“ und sei vielmehr sogar „schädlich“, betonte der Verband. Nach geltendem spanischen Recht drohe den Spielerinnen eine Sperre von zwei bis fünf Jahren. 

Die Nationalmannschaft solle nun notfalls mit Jugendspielerinnen besetzt werden, Hauptsache diese seien „engagiert“, so die RFEF. Nachsatz: „Das ist eine Frage der Würde.“ 

Vilda ist seit 2015 im Amt

Ein Comeback der nun zurückgetretenen Spielerinnen sei nur dann möglich, wenn diese ihren Fehler einsehen und sich entschuldigen würden. Der angegriffene Teamchef Vilda denke nicht an einen Rücktritt, hieß es. Der 41-Jährige ist seit 2015 in der Verantwortung, erst kurz vor der EURO wurde sein Vertrag bis 2024 verlängert. Die Spielerinnen hatten bereits vor drei Wochen ihre Unzufriedenheit im Gespräch mit Verbandspräsident Luis Rubiales zum Ausdruck gebracht. 

Nun ist die Situation eskaliert.

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