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Ernüchterung bei ÖFB-Teamspielern nach Niederlage in Bosnien

WIEN. Bei Österreichs Nationalteam hat sich am Dienstag große Ernüchterung breitgemacht. Nach vielversprechenden Testspielen ging der Nations-League-Auftakt gegen Bosnien-Herzegowina mit 0:1 verloren.

Der erste Einsatz als Kapitän war für Marco Arnautovic nicht von Erfolg gekrönt. Bild: ROLAND SCHLAGER (APA)

Der Leistungsabfall passierte ausgerechnet in der ersten Bewerbspartie unter Teamchef Franco Foda. "Jeder hat einmal einen schlechten Tag. Wir hatten ihn heute", meinte Arnautovic. Der Wiener ärgerte sich über seiner Meinung nach viele strittige Schiedsrichter-Entscheidungen. "Bei dem Konter vor dem Tor hat ein bosnischer Verteidiger den Ball mit der Hand gespielt", erklärte der Wiener.

Die Niederlage sei aber nicht nur auf den Referee zurückzuführen. "In der ersten Hälfte haben wir zu viele lange Bälle gespielt, das hätten wir nicht tun dürfen. In der zweiten Hälfte war es besser, da hatten wir auch ein paar Chancen", erzählte der erstmals als ÖFB-Kapitän eingelaufene Arnautovic, der wegen seiner serbischen Wurzeln vom bosnischen Publikum ausgepfiffen wurde. "Wenn die Leute meinen, sie müssen mich ausbuhen, dann sollen sie es tun. Mich interessiert das nicht."

Vielmehr war der 29-Jährige daran interessiert, den Teamspirit innerhalb der österreichischen Auswahl hervorzuheben. "Wir haben eine super Mannschaft, wir halten immer zusammen, machen auch alles zusammen. An der Einstellung ist es nicht gelegen, doch es hat ein bisschen die Aggressivität gefehlt, dass wir die zweiten Bälle gewinnen."

Arnautovic wehrte sich allerdings auch gegen Kritik. "Wir können negativ reden bis zum geht nicht mehr, doch ich rede nicht negativ. Wir haben das Spiel verloren, versuchen, die nächsten drei zu gewinnen, und die Geschichte hat sich. Ich weiß, was meine Mannschaft kann. Ich weiß, dass wir genug Qualität haben, die nächsten Spiele zu gewinnen." Um es zur EURO 2020 zu schaffen, müsse man aus dem Auftritt in Zenica die richtigen Lehren ziehen. "Wir haben den Gegner mit unseren eigenen Fehlern stark gemacht. In solchen Stadien gegen solche Mannschaften bestehst du nur, wenn du die Oberhand in den Zweikämpfen hast, und die haben wir vermissen lassen", erklärte Prödl.

Video: Bosnien-Herzegowina - Österreich (Highlights)

Prödl auf Gegenwind eingestellt

Der Innenverteidiger ist nun auf spürbaren Gegenwind seitens der Öffentlichkeit eingestellt. "Aber die Kritiker sollen kommen. Wenn wir nach so einem Spiel nicht selbst unsere schärfsten Kritiker sind, sind wir sehr dünnhäutig und fernab der Realität", meinte Prödl. Bei aller Enttäuschung dürfe man jedoch die positiven Leistungen der vergangenen Monate nicht vergessen. Es wäre falsch, "die ganze Euphorie und das ganze Selbstbewusstsein wegzudenken", mahnte der 31-Jährige. "Wir dürfen nicht den Kopf in den Sand stecken, denn wir haben gesehen, dass die Bosnier auch nicht besser sind als wir."

Chance zur Wiedergutmachung haben unsere Team-Kicker bereits am 12. Oktober im Heimspiel gegen das ebenfalls noch punktlose Nordirland. Vier Tage später steigt ein Auswärts-Testmatch gegen Dänemark.

ÖFB-Teamchef Franco Foda zieht Bilanz

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Artikel nachrichten.at/apa 12. September 2018 - 12:21 Uhr
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