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LASK

Heute steigt das wichtigste Match im Titelrennen

Von Günther Mayrhofer  27. Mai 2020 07:54 Uhr

LASK Salzburg
Enock Mwepu (FC Red Bull Salzburg) gegen Joao Klauss de Mello (LASK) 

WIEN. Heute um 16 Uhr wird das wichtigste Match für den LASK im Titelrennen angepfiffen: Im Senat 1 der Fußball-Bundesliga beginnt die Verhandlung über das Trainingsfoul der Athletiker.

Wird der LASK mittels Punkteabzug von der Tabellenspitze gestürzt, wie es einige Konkurrenten fordern? "Dass wir danach trachten, nach Möglichkeit nicht in eine laufende Meisterschaft einzugreifen, liegt auf der Hand", sagte Manfred Luczensky, Vorsitzender des Senats 1. "Nur weiß ich nicht, ob es Situationen gibt, in denen wir dazu gezwungen sind. Das gilt es zu klären."

Obwohl der LASK den Fehltritt zugegeben hat, dürfte es heute noch kein Ergebnis geben. Luczensky erwartet ein "Monsterprogramm". Zu den geladenen Zeugen gehören auch Spieler des LASK, die eigentlich um 17 Uhr die sportliche Generalprobe für die Meistergruppe im Test gegen St. Pölten in der Raiffeisen-Arena absolvieren sollten. Verhandelt wird im Souterrain des Gebäudes, in dem die Bundesliga in Wien untergebracht ist. Der Strafrahmen reicht von einer Ermahnung über Punkteabzüge bis zum Verbandsausschluss.

Einstimmigkeit aus Tradition

Sind drei Mitglieder anwesend, ist der Senat 1 beschlussfähig. Wenn es wie meistens um die Länge von Sperren nach Ausschlüssen am Bundesliga-Wochenende geht, entscheiden vier oder fünf. Diesmal waren wegen der Tragweite des Falls schon bei der Vorbesprechung am vergangenen Freitag alle acht Mitglieder des Gremiums da. Sie werden auch heute dabei sein. Der LASK wird unter anderem von Vizepräsident und Rechtsanwalt Johannes Lehner vertreten.

Die Vollbesetzung könnte die Zeit bis zur Entscheidung verlängern, obwohl im Senat 1 grundsätzlich ein Mehrheitsbeschluss reicht. Luczensky: "Es ist halt alte Tradition, und ich bin schon mehr als 30 Jahre dabei, dass Einstimmigkeit vorherrschen sollte. Dann wird halt so lange diskutiert, bis alle mit der Entscheidung leben können. Das hat den Vorteil, dass wir meistens das Richtige treffen."

Dass niemals alle mit dem Urteil zufrieden sein können, liegt in der Natur der Sache. Das Protestkomitee, das der LASK in nächster Instanz anrufen könnte, hebt die Entscheidung des Senats 1 selten zur Gänze auf. Erst am Montag änderte das Protestkomitee die Sperre von Blau-Weiß-Linz-Spieler Aleksandar Kostic: Statt vier Spielen ist er nur noch drei Spiele gesperrt, die vierte Partie wurde auf Bewährung ausgesetzt. Die letzte Instanz ist das Ständige Neutrale Schiedsgericht.

Versprechen für den LASK

Der Neutralität fühlen sich auch die acht Mitglieder des Senats 1 verpflichtet. Es spielt keine Rolle, dass sie alle einem Klub nahestehen und jeder Einzelne von einem Bundesligisten für das Gremium vorgeschlagen wurde. "Es findet sich keiner, das ehrenamtlich zu machen, wenn er mit dem Fußball nichts zu tun hat. Bei mir weiß ganz Fußball-Österreich, dass ich Austria-Anhänger bin. Aber ich habe die Austria schon genauso gestraft", sagte Luczensky und fügte augenzwinkernd hinzu: "Teilweise höher als Rapid, auch wenn die manchmal das Gegenteil behaupten." 2005 wurde die Austria zum Beispiel als erster Klub der Bundesliga-Geschichte wegen Zuschauerausschreitungen mit einem Geisterspiel bestraft, das die Wiener 4:0 gegen den damaligen FC Pasching gewannen.

Auch von den Einsagern von draußen lässt sich Luczensky nicht beeindrucken. "Ich halte mich sicher nicht an irgendwelche Berichte oder Interviews mit Juristen, die mir sagen, wie zu strafen ist", erklärte der Jurist, der in der Verwaltung der Polizei tätig ist. Seit 1989 ist der 63-Jährige Mitglied des Senats 1, seit 15 Jahren dessen Vorsitzender. "Eines kann ich dem LASK versprechen: dass ich an Vorverurteilungen nicht teilnehme."

Foul gegen Fair-Play

§111a der ÖFB-Rechtspflegeordnung („Verletzung des Fair-play-Gedankens“) kommt zur Anwendung. Eigentlich ist der Senat 1 nur für die Einhaltung der ÖFB-Regeln zuständig. Gegen solche hat der LASK nicht direkt verstoßen – sondern gegen eine Verordnung der Regierung. Der Bundesliga-Vorstand holte den Fall mit der Anzeige nach §111a in die eigene Gerichtsbarkeit. Nach Ansicht der Bundesliga herrscht die einhellige Meinung, dass sich die Klubs daran halten, was die Regierung vorgibt.

Keine Strafe gibt es für Einzelpersonen, weil keine Anzeige vorliegt. Trainer Ismael, der die Idee hatte, Vizepräsident Werner, der es zugelassen hat, oder die Spieler haben keine Sperre zu befürchten.

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