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LASK

"Der LASK passt sehr gut zu mir"

Von Günther Mayrhofer  23. Juli 2022 00:05 Uhr

Robert Zulj
Robert Zulj

PASCHING. Robert Zulj ist am Samstag beim Bundesliga-Auftakt gegen Klagenfurt noch in der Zuschauerrolle. Der Neuzugang will möglichst bald seine Qualitäten ausspielen.

Wenn der LASK heute die neue Saison der Fußball-Bundesliga gegen Klagenfurt ankickt (Raiffeisen-Arena, 17 Uhr, Liveticker auf nachrichten.at), wird Top-Zugang Robert Zulj im Familiensektor sitzen. Bald soll sein Stammplatz die Zehnerposition im schwarz-weißen Mittelfeld sein. Im OÖN-Interview erklärt der 30-jährige Welser, was er sich mit dem LASK vorgenommen hat.

Robert Zulj: "Der LASK passt sehr gut zu mir"

LASK-Zugang Robert Zulj ist beim Bundesliga-Auftakt gegen Klagenfurt noch in der Zuschauerrolle. Der 30-Jährige will so schnell wie möglich mithelfen, den LASK wieder "dorthin zu bringen, wo er hingehört: in die Meistergruppe".

Nach acht Jahren als Legionär sind Sie in die Heimat zurückgekehrt. Warum?

Es gibt viele Gründe. Ich habe sehr viel Wertschätzung vom Verein bekommen, Sportdirektor Radovan Vujanovic und Präsident Siegmund Gruber haben mir das Projekt erklärt. Sie sehen mich als großen Bestandteil. Dann habe ich mein Bauchgefühl entscheiden lassen.

Der Wechsel zu Al Ittihad Kalba hat im vergangenen Sommer viele überrascht, nachdem Sie davor Bochum mit 15 Toren und 14 Assists zum Aufstieg in die erste Bundesliga geführt hatten.

Ich habe nach dem Aufstieg mit Union Berlin (Anm.: 2019) schon einmal so eine Anfrage gehabt. Damals war es noch einen Tick zu früh. Ich habe gesagt, dass ich das nächste Mal länger überlege, wenn so ein Angebot kommt. Ich wollte immer schon irgendwo spielen, wo schönes Wetter ist, am Meer, und eine andere Kultur kennen lernen.

Wie läuft das Leben als Fußballprofi in den Vereinigten Arabischen Emiraten ab?

Du musst dich erst einmal dort zurechtfinden. Ich glaube, das hat mir für mein späteres Leben viel geholfen. Der Fußball ist nicht so angesehen, die Qualität der Liga ist nicht so gut, weil es nur drei oder vier professionelle Spieler pro Team gibt. Der Rest sind Amateure. Wie man sich denken kann, ist die Gesamtqualität der Mannschaft nicht so gut.

Sie haben in Deutschland für Fürth, Hoffenheim, Union Berlin und Bochum gespielt. Hat es Sie nicht gereizt, noch einmal in Deutschland anzugreifen?

Ich bin stolz, dass ich acht Jahre in Deutschland gespielt habe. Es war eine super Erfahrung, ich bin zu einem guten Spieler gereift. Es hat mich schon gereizt. Letztendlich musst du abwägen: Wo bekommst du mehr Wertschätzung? Da ist es egal, ob ein Euro mehr oder weniger auf dem Konto ist. Das gesamte Projekt, mit dem LASK, mit meiner Heimat, mit den Zielen in den kommenden Jahren: Das passt sehr gut zu mir. Mein Bauchgefühl hat gesagt, ich soll den Schritt machen – und es fühlt sich im Nachhinein immer noch gut an.

Sie stehen seit Montag beim LASK im Training. Welchen Eindruck haben Sie gewonnen?

Der LASK ist ein sehr familiärer Klub. Ich war ja schon in der Akademie da und kenne das ein bisschen. Wir haben eine gute Mannschaft, ein gutes Mannschaftsklima, wir haben super Zugänge bekommen. Mit einem Trainer, der in Österreich schon erfolgreich war, glaube ich, dass das Gesamtpaket stimmt. Letztendlich wird es wichtig sein, dass wir gut arbeiten und an den Wochenenden die Leistung auf dem Platz bringen – weil vom Reden allein ist noch nie jemand erfolgreich geworden.

Gegen Klagenfurt sind Sie noch nicht dabei. Wann wollen Sie Ihr Debüt geben?

Wollen... am liebsten gegen Klagenfurt. Der Trainer hat es erklärt: Es wäre zu risikoreich, dass ich sofort mitspiele, weil ich schon lange nicht mehr im Training gestanden bin. Wir arbeiten jeden Tag hart, damit ich hoffentlich zeitnah der Mannschaft zur Verfügung stehe.

Der LASK hat Sie als Transfercoup präsentiert. Erhöht das den Druck?

Für mich nicht. Für mich ist es wichtig, dass ich zu einer Mannschaft gekommen bin, die richtig gute Qualität hat, die einen guten Trainer hat, die Ziele hat. Das ist das, was ich brauche. Ich bin der, der sich am meisten kritisiert und der am meisten von mir erwartet. Da brauche ich nicht jemanden von außerhalb, der Druck aufbaut.

Was haben Sie sich persönlich für diese Saison vorgenommen?

Dass ich fit bleibe, dass ich der Mannschaft so viel helfe, wie ich kann, damit wir erfolgreichen Fußball spielen – und dass wir den LASK dorthin bringen, wo er hingehört: in die Meistergruppe. Wenn wir hart arbeiten, werden wir das schaffen.

Sie haben bis 2025 unterschrieben. Wo steht der LASK in drei Jahren?

Wir wollen nach der schwächeren Saison wieder besseren Fußball spielen, erfolgreich sein. Wenn man sieht, wo der LASK war in den vergangenen Jahren – immer international –, ist klar, dass wir dort wieder hinwollen.

Wieder ein Gegner aus Tirol im ÖFB-Cup

Vor dem Ankick gegen Klagenfurt lobte LASK-Trainer Dietmar Kühbauer sein Team. „Die Jungs haben es in der Vorbereitung gut gemacht.“ Er fügte schmunzelnd hinzu: „Jetzt werden wir sehen, ob wir es richtig gemacht haben.“

Im ÖFB-Cup geht es für den LASK wieder nach Tirol: Nach dem 9:1 gegen Regionalliga-West-Meister Schwaz geht es in der zweiten Runde nach Imst – sofern der Klub das Heimrecht beantragt. In jedem Fall gibt es ein Wiedersehen mit einem ehemaligen LASK-Spieler: Florian Jamnig wechselte von Wacker Innsbruck zu Imst.

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Günther Mayrhofer

Redakteur Sport

Günther Mayrhofer

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