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LASK

Bundesliga-Finanzen: So kamen die Bundesligisten durch das Krisenjahr

Von OÖN-Sport   30. November 2020 15:50 Uhr

Der LASK jubelte nicht nur gegen Altach, sondern auch über schwarze Zahlen.

Nicht zuletzt wegen der Europacup-Einnahmen verdreifachten die Linzer ihr Jahresergebnis nach Steuern auf 4,278 Millionen Euro. Salzburg bleibt unantastbarer „Krösus“

Red Bull Salzburg ist auch in wirtschaftlicher Hinsicht im abgelaufenen Geschäftsjahr 2019/20 neuerlich die Nummer 1 der Fußball-Bundesliga gewesen. Bei stark wachsenden Erträgen wurde der Gewinn auf 40,36 Millionen Euro gesteigert. Deutlich im Plus lagen dank der Europacup-Teilnahmen auch der LASK und der WAC, während das Jahresergebnis von Austria, Rapid und Sturm Graz in der Pandemie-Saison laut der publizierten Bundesliga-Daten ins Minus rutschte.

Bei Salzburg gehen sportlicher und wirtschaftlicher Erfolg Hand in Hand. "Wir freuen uns über dieses außerordentlich gute wirtschaftliche Ergebnis. Zurückzuführen ist es in erster Linie auf die erstmalige Teilnahme des FC Red Bull Salzburg an der Gruppenphase der UEFA Champions League, auf die wir ja sehr lange und hart hingearbeitet haben", erklärte Stephan Reiter, der kaufmännische Geschäftsführer und führte auch die Transfererlöse (Erling Haaland, Stefan Lainer, Xaver Schlager, Hannes Wolf, Takumi Minamino) als wesentlichen Beitrag an.

Der LASK steigerte sein Eigenkapital auf 4,49 Mio. (zuvor 290.000), die Erträge verdoppelten sich (wie allerdings auch der Personalaufwand) und führten zu einer etwa Verdreifachung des Jahresergebnisses nach Steuern auf 4,278 Mio. Euro. Damit sind die Linzer nicht nur sportlich die Nummer zwei der Liga, sondern auch wirtschaftlich. Beim Wolfsberger AC, ebenfalls Europa-League-Teilnehmer, erhöhte sich das Eigenkapital stark, der Gewinn drehte deutlich ins Positive (2,396 Mio.).

Die SV Guntamatic Ried weist per 30. Juni 2020 in der Konzernbilanz ein positives Jahresergebnis nach Steuern von 95.000 Euro auf. Das Eigenkapital verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr um 97.200 Euro. „Es ist nicht selbstverständlich, dass wir in so schwierigen und herausfordernden Zeiten einen positiven Jahresabschluss präsentieren können – mitten in der Corona-Krise und nach drei Jahren in der 2. Liga“, betont SVR-Geschäftsführer Rainer Wöllinger.

Anmerkungen: Werte in tausend Euro, Rundungsdifferenzen +/- tausend Euro 1 möglich

Klub Erträge Personalaufwand Jahresergebnnis nach Steuern Zahlungen an Spielervermittler
RB Salzburg 183.014 53.682 40.364 1.009
SK Rapid 42.068 18.313 -199 1.111
WAC 13.608 6.324 2.006 345
LASK 34.266 14.642 4.278 2.558
TSV Hartberg 4.968 3.346 288 87
Sturm Graz 15.837 9.393 -1.238 1.692
Austria Wien 22.755 13.916 -18.844 827
SCR Altach 7.374 4.248 -131 174
SKN St. Pölten 8.059 5.141 -410 169
Admira 9.191 5.328 0 463
WSG Tirol 6.339 3.924 290 60
SV Ried 5.387 2.996 95 keine Angabe

Die Austria schreibt tiefrote Zahlen

Die Traditionsklubs Austria Wien, Rapid und Sturm Graz bilanzierten hingegen diesmal mit Verlust. Bei den Wiener Violetten fiel das Minus mit 18.844 Mio. Euro (zuvor +2,28 Mio.) am höchsten aus, bei den Steirern lag es bei 1,238 Mio. (zuvor +89.000) und bei den Grün-Weißen aus Hütteldorf bei 199.000 (zuvor +180.000). Bei insgesamt fünf der elf Oberhaus-Klubs (Mattersburg hatte die Lizenz im August zurückgelegt) stand vor dem Jahresergebnis ein Minus, die Admira bilanzierte ausgeglichen. Die Saison 2018/19 hatten noch neun der zwölf Vereine mit Gewinn abgeschlossen.

Die Wiener Austria, die den Europacup verpasst hatte, führte in ihrem Geschäftsbericht "schmerzliche Einmaleffekte", an, "ohne die das operative Ergebnis positiv wäre". Ein nationaler und ein internationaler Großsponsor mussten demnach mit einer Summe im zweistelligen Millionenbereich wertberichtigt werden. Dazu kämen noch die Auswirkungen der Covid-19-Krise.

Präsident Frank Hensel wiederholte, dass wirtschaftlich Handlungsbedarf im Geschäftsmodell der Violetten bestehe. "Deswegen beschäftigen wir uns auch schon seit knapp einem Jahr mit dem Verkauf von Anteilen an unserer AG (bis zu 49,9 Prozent, Anm.) an einen Partner", schrieb der Klubchef im Geschäftsbericht. Man habe bis zum 30. Juni 2021 Zeit, den Besten für die Entwicklung des Vereins zu finden. In den weit gediehenen Gesprächen mit einem Sponsor habe der zweite Lockdown im November einen Rückschlag verursacht.

Bei Rapid gab es zwar erstmals seit 2011/12 kein wirtschaftlich positives Ergebnis, allerdings fiel der Verlust mit 199.000 Euro deutlich geringer aus als ursprünglich befürchtet. Laut Wirtschafts-Geschäftsführer Christoph Peschek sind wesentliche Gründe dafür ein Gehaltsverzicht von Spielern, Trainern und Angestellten sowie die mittlerweile wieder beendete Kurzarbeit.

Die Auswirkungen der zweiten Welle könnten jedoch drastischer werden, glaubt Peschek. "Der wirtschaftliche Schaden kann in diesem Geschäftsjahr (Anm.: 1. Juli 2020 bis 30. Juni 2021) durchaus im zweistelligen Millionenbereich liegen." 

Bei den von der Bundesliga veröffentlichten Daten lagen bei den Zahlungen an Spielervermittler und Agenten der LASK (deutlich/2,558 Mio.), Sturm Graz (1,692) und Rapid (knapp/1,111) vor Salzburg (1,009). 

Wie geht es Oberösterreichs Zweitligisten?

In der 2. Liga schloss Austria Klagenfurt die Saison nach knapp verpasstem Aufstieg bei negativem Eigenkapital mit einem Minus von 2,088 Mio. Euro ab. Der FC Blau-Weiß Linz war mit 113.000 Euro im Minus, der FC Juniors OÖ verbuchte ein Plus von 12.000 Euro, der SK BMD Vorwärts Steyr einen „Bonus“ von 5000.

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