Lade Inhalte...

In der 89. Minute stand das Linzer Stadion kopf

Von Harald Bartl, Günther Mayrhofer   13.August 2019

LASK
Jubel bei den Linzern nach dem 3:1.

LASK-Trainer Valérien Ismaël stürmte auf das Spielfeld und wusste gar nicht, wen er zuerst umarmen sollte. Seine Mannschaft hatte Unglaubliches geschafft: Mit einem 3:1 gegen den FC Basel stürmten die Athletiker in das Play-off zur Champions League.

Bis zur 89. Minute hatte der LASK zittern müssen – dann stand das Linzer Stadion kopf, so wie sich LASK-Trainer Valérien Ismaël gewünscht hatte. Im Konter spielte James Holland ideal in den Sechzehner auf Thomas Goiginger, der den Ball zum 2:1 unter die Latte knallte. Wenig war dem 26-Jährigen davor gelungen, doch die eine Ballannahme und der eine Schuss waren im entscheidenden Moment perfekt. Auch die Spieler waren außer sich vor Freude, Ismaël kreuzte die Arme – als Zeichen, dass Basel nach dem harten Kampf erledigt war. Vor einem Jahr hatte der LASK in der 90. Minute noch die große Überraschung noch verpasst. Gegen Besiktas Istanbul kassierten die Athletiker das 1:2 und schieden durch das Last-Minute-Tor aus der Europa League aus.

Standing Ovations auf der Gugl

Niemand verließ nach dem Schlusspfiff das Stadion. Mit Standing Ovations feierten die 14.000 Zuschauer ihre Champions-League-Helden, die zuerst vor dem Sektor mit den Fanclubs feierten und sich dann bei der Ehrenrunde ihren Applaus abholten. Es war der verdiente Lohn nach einem echten Europacup-Fight.

Dabei hatte es Klauss schon in der fünften Minute auf dem Fuß, gehabt, etwas Spannung herauszunehmen, doch er vergab alleine vor Omlin. Basel war lange die bessere Mannschaft. Der LASK hatte viel Glück, nicht in Rückstand zu geraten: Kemal Ademis Bodenauf-Kopfball ging an die Latte (11.), Valentin Stocker schoss daneben (22.) – und dann half auch Schiedsrichter Aliyar Aghayev mit: Nach einer abgefälschten Flanke quer durch den Fünfer schob René Renner ein wenig bei Stocker an, der dadurch über Schlagers Beine flog (38.). Das 0:1 lag in der Luft, so sehr die Fans auch dagegen anschrien.

Anders als im Hinspiel konnte der LASK den Gegner nicht durch das Pressing am Spielaufbau hindern. Auch im Ballbesitz war der LASK nicht so souverän. Nur einmal musste Torhüter Jonas Omlin eingreifen: Er parierte die Direktabnahme von Samuel Tetteh (23.).
Aus den Fehlern der ersten Halbzeit lernte der LASK – und die erste gute Offensivaktion nach der Pause brachte das 1:0: Tetteh spielte auf den Flügel, Reinhold Ranftl machte einen Stanglpass – und Verteidiger Raoul Petretta lenkte den Ball zum 1:0 ins kurze Eck ab (59.).

Basel packte wie im Hinspiel die Brechstange aus und kam zum Ausgleich (80.): Silvan Widmer überlief Emanuel Pogatetz, den Stanglpass hob Ademi ins Tor. Ein weiteres Tor der Schweizer hätte die Verlängerung gebracht – doch dann kam Goiginger. Und im folgenden Triumphzug machte Marko Raguz noch das 3:1 (93.).

Der LASK wackelte, doch er fiel nicht – und ist um eine unglaubliche Erfahrung und fünf Millionen Euro reicher. So viel bekommt der Klub nun von der UEFA, auch wenn im Play-off Endstation ist. Diese Prämie war aber am Dienstag allen egal. „Oh, wie ist das schön“, hallte es durch die Gugl.

 

Brügge nächster Gegner

Der LASK trifft nun auf Brügge, das einem 1:0-Heimerfolg über Dynamo Kiew am Dienstag auswärts in der Ukraine ein 3:3 folgen ließ. Das Hinspiel in Linz steigt am kommenden Dienstag, am 28. August ist die Truppe von Trainer Valerien Ismael dann in Belgien zu Gast.

Dynamo Kiew - Club Brügge 3:3 (1:1).

Hinspiel 0:1 - Brügge mit Gesamtscore von 4:3 im Play-off und dort Gegner des LASK (20./heim und 28./auswärts August).

Die Basler Fans zogen am Nachmittag durch Linz:

copyright  2019
12. Dezember 2019