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LASK

Reichels Netzwerk und die LASK GmbH

Von Von Christoph Zöpfl   16. Dezember 2010 00:04 Uhr

Peter Michael Reichel iPad
Gehört ihm bald der ganze LASK?

LINZ. Wem gehört der LASK? So wie es aussieht, wird aus dem Bundesliga-Schlusslicht bald ein Familienbetrieb. Die OÖNachrichten legen das Netzwerk von LASK-Boss Peter Michael Reichel frei.

Haben Sie zufällig 500.000 Euro übrig und sind Sie bereit, für weitere 1,8 Millionen Euro zu bürgen? Dann können Sie sofort 36,875 Prozent der Profi-Abteilung des LASK übernehmen. Diese besitzt derzeit noch Helmut Oberndorfer, der sich zu oben genannten Bedingungen aus persönlichen Gründen jedoch lieber heute als morgen beim LASK zurückziehen möchte. Theoretisch wäre man also mit einer halben Million Euro und einer stabilen Bonität dabei, praktisch jedoch nicht. LASK-Präsident Reichel setzt derzeit Gott, die Welt und die Landespolitik in Bewegung, um die Anteile seines loyalen Weggefährten Oberndorfer selbst zu kassieren. Bekommt er sie, ist der LASK das, was auf der Homepage der Reichel-Firma „Matchmaker“ fälschlicherweise zu lesen ist: sein Eigentum.

Wie unten stehende Grafik (und die gelebte Praxis) zeigt, hat Reichel jetzt schon den LASK Linz unter Kontrolle. Der Welser hält 35,875 Prozent, die beim Sportverein Linzer Athletik Sportklub geparkten 26,25 Prozent kann der Präsident auch für sich verbuchen. Normalerweise könnten auch die Vereinsmitglieder mitbestimmen, aber der Verein ist auf 100 Mitglieder limitiert und die Statuten sind so gestrickt, dass man den Präsidenten so gut wie gar nicht aus seinem Amt kicken kann. Und wenn doch, dann bliebe Reichel als Geschäftsführer der LASK-Profis und zukünftiger Mehrheitsbesitzer (sollte er Oberndorfers Anteile bekommen) der starke Mann.

Das negative Eigenkapital

Dass Reichels Firma „Matchmaker“ auf der Homepage für sich reklamiert, „Besitzer“ des LASK zu sein, ist falsch. Die vom LASK-Präsidenten und seiner Tochter Sandra Reichel geführte, auf Tennis-Turniere spezialisierte Agentur betreut den LASK als Klienten und hat dem Profi-Betrieb einen Kredit gegeben. Matchmaker gehört zu 100 Prozent dem Reichel-Familienbetrieb PMR Warenhandel. Gemeinsamer Nenner von PMR, Matchmaker und der LASK GmbH: Alle weisen in den Bilanzen 2009 ein negatives Eigenkapital aus. Die Verbindlichkeiten der LASK Linz Sportveranstaltungs GmbH belaufen sich auf 3,82180565 Millionen Euro. Anmerkung im Anhang: „Es liegt keine Überschuldung im Sinne des Insolvenzrechts vor, da von den Gesellschaftern ausreichende Haftungserklärungen abgegeben wurden und das negative Eigenkapital durch künftig zu erwartende Überschüsse gedeckt wird.“ Künftig zu erwartende Überschüsse?

Einen ähnlichen Optimismus findet man im Kommentar zum negativen Eigenkapital der Firma Matchmaker: „Der ... LASK konnte sich leider auch 2009 ... wirtschaftlich nicht so gut weiterentwickeln wie 2007. Inzwischen erfolgte eine nochmalige Veränderung im sportlichen Management zur Wiederherstellung des Aufwärtstrends.“ Die Bilanz wurde am 30. 7. 2010 erstellt. Seit damals hat der LASK acht Leute, darunter Trainer Helmut Kraft, entlassen und keinen Aufwärts-, sondern einen Abwärtstrend hergestellt.

Die LASK-Anteilsverhältnisse als OÖN-Grafik zum Download:

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