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2:1! LASK besiegt Angstgegner Rapid

Von Günther Mayrhofer/apa   19. August 2018 19:15 Uhr

LASK gewann gegen Angstgegner Rapid

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PASCHING. Endlich! Seit seiner Rückkehr in die Bundesliga hatte der LASK gegen eine Mannschaft stets verloren - Rapid. Bis heute, Sonntag. Nach einem späten Treffer und einer wiederum tollen kämpferischen Leistung feierten die Linzer in Pasching einen 2:1-Sieg.

Der LASK hat das bittere Europacup-Aus gegen Besiktas Istanbul gut verdaut und mit dem 2:1 (0:0) über Rapid am Sonntag den zweiten Saisonsieg in der Fußball-Bundesliga gefeiert. Christian Ramsebner (65.) und Philipp Wiesinger (89.) sorgten für den verdienten Heimerfolg über die Wiener, die durch Veton Berisha zwischenzeitlich ausgleichen konnten. Das grün-weiße Auf-und-Ab setzt sich also fort.

Drei Tage zuvor hatte Rapid, für das Christoph Knasmüllner einen Elfer vergab (84.), noch mit dem 4:0 über Slovan Bratislava überzeugt, nun wurde man vom LASK wieder auf den Boden zurückgeholt. In der Tabelle rangiert man mit 5 Zählern auf Platz 7, 2 Punkte hinter dem LASK, der auf die 5. Position vorstieß und mit dem WAC bzw. Sturm Graz gleichzog. Für die "Linzer Athletiker" war es der erste Ligasieg über Rapid seit dem 1:0 am 29. August 2010.

Rapid-Trainer Goran Djuricic verzichtete in Pasching nicht nur auf den leicht angeschlagenen Kapitän Andreas Schwab, sondern ließ im Vergleich zum Slovan-Spiel auch Thomas Murg, Marvin Potzmann und Deni Alar vorerst auf der Bank. Der LASK, der nur auf einer Position verändert war (Wiesinger statt Emanuel Pogatetz), gab zu Beginn auch den Ton an.

Thomas Goiginger hatte nach Vorlage von Samuel Tetteh bald die erste Chance, scheiterte aus spitzem Winkel aber an Rapid-Goalie Richard Strebinger (6.). Es sollte nicht die letzte wichtige Tat des grün-weißen Tormanns werden. Auch bei einem Distanzschuss von James Holland (29.) war er zur Stelle, zu Beginn der zweiten Hälfte vereitelte er gute Möglichkeiten von Goiginger (52.) und Joao Victor (60.), im Nachschuss setzte Maximilian Ullmann den Ball über das Tor.

Rapid, das schon in der ersten Hälfte einer intensiv geführten, aber etwas fahrigen Partie, offensiv eigentlich nur einen Stangenschuss Knasmüllners verzeichnet hatte (22.), tat sich nach dem Seitenwechsel nicht leichter. Ein Kopfball von Andrei Ivan über das Tor (50.) blieb lange die einzig echte Chance für die Hütteldorfer.

Die Führung des LASK lag nach gut einer Stunde in der Luft. Zwar kratzte Mateo Barac einen Tetteh-Schuss noch von der Linie (64.), kurz danach war aber Ramsebner mit einem herrlichen Weitschuss aus 30 Metern zur Stelle. Rapid agierte in der Folge bemühter, aber kaum glücklicher. Noch dazu vergab Knasmüllner, Triple-Schütze vom Slovan-Spiel, einen Elfer, der aufgrund eines vermeintlichen Handspiels Ramsebners erfolgt war: Alexander Schlager, der an diesem Tag kaum gefordert war, kurz zuvor einen schönen Versuch des eingewechselten Thomas Murg "gefischt" hatte (83.), parierte.

Beim leicht abgefälschten Weitschuss Berishas infolge einer bereits geklärt scheinenden Ecke war dann aber auch er geschlagen. Doch der LASK bewies Moral, suchte im Finish noch die Entscheidung und wurde nach einer Ecke belohnt: Wiesinger kam an den Ball und schob diesen aus Kurzdistanz ein. Für den 24-jährigen Salzburger war es das erste Bundesligator überhaupt.

Meinungen zum Spiel zwischen LASK und Rapid (2:1):

Oliver Glasner (LASK-Trainer): "Es war heute eine Willensleistung. Wir hatten uns vorgenommen, in der zweiten Hälfte die Konter schneller und gezielter zu Ende zu bringen. Wir hatten gleich nach Wiederbeginn drei bis vier gute Chancen, dann haben wir das 1:0 gemacht, das eigentlich keine Chance war. Ich dachte mir dann nach dem 1:1 ,nicht schon wieder!'. Doch wir sind zurückgekommen, da muss ich der Mannschaft ein großes Kompliment machen."

Goran Djuricin (Rapid-Trainer): "Wir schaffen es einfach nicht, die Rotation zu verkraften. Die zweite Hälfte war von uns besser, es ist uns aber nicht gelungen, unsere Aktionen zu Ende zu spielen. Nach dem 1:1 waren wir zu sehr im Kopf bei einem 2:1 für uns, wir haben das Abwehrverhalten vernachlässigt. Wichtig ist, das Spiel schnell abzuhaken. Wir waren heute stärker als gegen den WAC, wobei auch der LASKzuhause ein stärkerer Gegner ist."

Der Liveticker zum Nachlesen:

 

 

Die Nacht nach dem Europa-League-Ausscheiden

Die Nacht nach dem so unglücklichen Europa-League-Ausscheiden gegen Besiktas Istanbul war kurz beim LASK. Um halb drei Uhr früh notierte etwa Trainer Oliver Glasner noch seine Gedanken, die er seiner Mannschaft beim Training mitteilte. Nur kurz wurde das Ausscheiden behandelt. Für Trauer und Niedergeschlagenheit bleibt keine Zeit. Denn schon heute, am Sonntag, kommt Rapid in der Bundesliga in die TGW-Arena (17 Uhr).

"Das ist unsere Herausforderung: Wie wir mit dem Ausscheiden umgehen", sagte Glasner. "Am Ende des Tages sind die erfolgreich, die mit Sieg und Niederlage am besten umgehen können, die nach vielen Siegen nicht überheblich und nach Niederlagen nicht depressiv werden, sondern an ihre eigenen Stärken glauben. Wir haben gezeigt, dass wir viele Stärken haben." Genau damit tat sich Rapid zuletzt schwer: Nach dem 1:1 in Altach, dem 1:2 im Europa-League-Hinspiel gegen Slovan Bratislava und dem 0:0 zu Hause gegen Wolfsberg gab es bereits "Gogo raus!"-Rufe gegen Trainer Goran Djuricin. Nach dem 4:0 im Europa-League-Rückspiel und dem Einzug in das Play-off soll jetzt wieder alles gut sein.

Die Fans begannen nach dem Schlusspfiff mit der Aufbauarbeit.

 

Mentale Leere

Vergangene Saison war Rapid die einzige Mannschaft, gegen die der LASK keinen Punkt machte. Vor jedem Duell waren die Wiener im Krisenmodus gewesen. "Zum Glück kommt Rapid diesmal mit einem Erfolgserlebnis", sagte Glasner augenzwinkernd. "Vergangene Saison waren wir ja immer Seelentröster."

Heute will sich der LASK selbst wieder aufrichten. Die körperliche Müdigkeit ist das kleinere Problem, auch wenn die Spieler insgesamt 118 Kilometer gelaufen sind. Die mentale Leere nach dem Ausscheiden muss gefüllt werden. Glasner: "Von der Dramaturgie war es das Schlimmste, was passieren kann. Natürlich geht jeder anders damit um."

Routinier Emanuel Pogatetz sei etwa am meisten niedergeschlagen gewesen. Es dürfte sein letztes Spiel im Europacup gewesen sein. Glasner: "Andere können damit unbekümmerter umgehen. Meine Aufgabe ist, die Spieler zu unterstützen." Mit Fakten nach den vielen Emotionen: "Gegen Besiktas war ganz, ganz viel Positives dabei."

Daran kann sich die Mannschaft aufrichten. Das Ausscheiden tut natürlich weh. Glasner: "Wir werden daraus gestärkt hervorgehen. Zum Lernen gehört dazu, dass du einmal hinfällst, dass du dir einmal die Finger verbrennst."

Zahlenspiele

118 Kilometer liefen alle LASK-Spieler gemeinsam im Rückspiel gegen Besiktas Istanbul, 117 waren es am Sonntag davor gegen die Admira (1:0) gewesen. Das sind auch international Top-Werte. Freiburg, die laufstärkste Mannschaft der vergangenen Saison in der deutschen Bundesliga, kam im Schnitt auf 119 Kilometer. Leipzig, mit einem ähnlichen Pressing-Ansatz wie der LASK, kam auf 114, Meister Bayern München lief mit 112 Kilometern am wenigsten.

0,6 Punkte für die UEFA-Fünfjahreswertung holte der LASK durch die beiden Siege gegen Lillestrøm und den am Ende wertlosen Erfolg gegen Besiktas Istanbul und damit die meisten der ÖFB-Klubs bisher. Bei Salzburg (0,4 in zwei Spielen) und bei Rapid (0,2 in zwei Spielen) können die Athletiker noch überholen. Mit jeweils null Punkten für Österreich sind Sturm Graz und die Admira ausgeschieden.

 

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