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Match um die Gugl: Aufstand gegen König Fußball

Von Christoph Zöpfl   12.Juli 2019

Match um die Gugl: Aufstand gegen König Fußball
Die Leichtathleten kämpfen um ihre Laufbahnen im Linzer Stadion.

Das war so vorhersehbar wie ein Donnergrollen nach einem Blitzschlag: Eine Woche nach der von allen politischen Entscheidern präsentierten oberösterreichischen Sport-Infrastruktur-Lösung formiert sich die österreichische Leichtathletik mittels einer Online-Petition zum gemeinsamen Widerstand gegen die Stadion-Pläne von Stadt Linz und dem Land Oberösterreich.

Die vor zehn Jahren um rund 32 Millionen Euro sanierte Arena auf der Gugl soll wie berichtet im Juli des nächsten Jahres dem LASK übergeben werden. Der Fußball-Bundesligist bekommt das uneingeschränkte Nutzungsrecht und wird das Stadion mit einem geplanten Investitionsvolumen von 50 Millionen Euro für seine Zwecke adaptieren. Der Errichtung einer neuen Haupttribüne wird die achtspurige Laufbahn der Leichtathletik zum Opfer fallen. Die Gugl ist inzwischen Österreichs einzige vom internationalen Verband IAAF zertifizierte Leichtathletik-Anlage. Wird diese Sportstätte nun wie geplant abgetragen, verliert "neben der Stadt Linz auch ganz Österreich eine wichtige Wettkampfstätte für die Leichtathletik und eine stark frequentierte Trainingsstätte für viele Sportvereine und Institutionen". So wird jedenfalls in der Online-Petition argumentiert, in der der Erhalt der Laufbahn im Linzer Stadion verlangt wird. Initiiert wurde die Aktion von Michaela Anzinger, der Obfrau des ATSV Linz, der einer der betroffenen Vereine ist, der sich nicht so schnell von König Fußball vertreiben lassen möchte. 6500 Unterschriften wurden als Ziel ausgegeben, diese Latte wird man bald übersprungen haben, denn die Unterzeichner kommen nicht nur aus Linz und Umgebung, sondern aus dem gesamten Bundesgebiet. Mit dem Rückenwind durch die Petition will man Gespräche mit den zuständigen Politikern suchen. "Wir werden diesen Hürdenlauf annehmen und um unsere Sportstätte kämpfen!", heißt es in der Petition.

Die in der Vorwoche angebotene Ersatzlösung mit der Adaptierung einer bereits bestehenden Anlage – laut Insidern soll das Linzer Landeszentrum der Sportunion in der Wieningerstraße so ausgebaut werden, dass dort internationale Leichtathletik-Meetings stattfinden können – scheint keine akzeptable Option zu sein. Worüber sich Sport-Landesrat Markus Achleitner ärgert. Er verlautbarte gestern, dass die aktuelle Online-Petition unnötig sei. Es gebe bereits konstruktive Gespräche zwischen dem Sportland Oberösterreich und dem Leichtathletikverband bezüglich Ersatzlösungen.

Auch eine zweite Baustelle rund um die Infrastruktur-Lösung tut sich auf. Beim Basketball-Verband ist man sauer, dass bei der neuen Ballsporthalle in Kleinmünchen nur an Handball und Volleyball gedacht wurde. Dass Linz ein Leistungszentrum betreibt und in der Basketball-Bundesliga der Frauen spielt, wurde offenbar übersehen.

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