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Der Streit ums TV-Geld als erste Zerreißprobe der neuen Zwölferliga

WIEN. Mit Spannung wird die heutige Klubkonferenz der österreichischen Fußball-Bundesligisten erwartet. Wenige Monate nach Einführung der Zwölferliga könnte es heute die erste Zerreißprobe geben.

Derzeit erhält der SK Rapid pro Saison 2,5 Millionen Euro mehr an TV-Geld als Hartberg. Die Steirer würden sich über eine Reduzierung des Abstands freuen. Bild: APA

Die Verteilung der TV-Gelder, erst im April 2017 beschlossen, soll gekippt werden. Die Admira hat einen dementsprechenden Antrag gestellt, der eine gute Chance auf eine Mehrheit hat.

Der Grund: Momentan ist der Abstand von der Spitze (Rapid dürfte pro Saison rund 3,5 Millionen Euro des TV-Kuchens erhalten) zum letzten Platz (Hartberg mit einer Million) extrem groß. Vor allem deshalb, weil auch die Zuschauerzahlen mit in die Berechnung des Verteilungsschlüssels fließen. Das soll sich ändern. Jeder Verein soll dann zwischen 1,7 und 2,1 Millionen Euro erhalten.

Stefan Reiter, bis Februar 2017 selbst in der Bundesliga als Aufsichtsrat tätig, und jetzt neutraler Beobachter, sieht die heutige Abstimmung mit gemischten Gefühlen. „Ich hätte im April 2017 nie für den neuen Schlüssel gestimmt, habe mich stets erfolgreich dagegen gewehrt, dass kleine Vereine wie damals die SV Ried benachteiligt werden. Ich muss aber auch sagen, dass ich eine Änderung des Aufteilungsschlüssels während der laufenden Saison auch nicht fair finde. Schließlich haben alle Vereine ja mit bestimmten Einnahmen kalkuliert.“

Zwei-Klassen-Gesellschaft

Der zweite große Streitpunkt ist der Kampf zwischen Pay-TV (Sky) und Free TV. Der Bezahlsender hat sich für rund 34 Millionen Euro pro Saison die Exklusivrechte gesichert. Im ORF gibt es heuer keine Live-Spiele mehr.
Aber wie viele Menschen sehen tatsächlich die Bundesliga-Spiele auf Sky? „Fast niemand“ – wollen Kritiker wissen. Belegbar ist das freilich nicht. Nicht einmal die Klubs selbst bekommen exakte Zahlen. Sky hüllt sich diesbezüglich ebenfalls in Schweigen.

Auch hier regiert eine Zwei-Klassen-Gesellschaft. Vor allem bei den größeren Klubs hört man regelmäßig Beschwerden darüber, dass keine Liga-Spiele mehr im Free-TV übertragen werden. Während sich die Top-Klubs über rund 15 Partien pro Saison und dementsprechender Werbezeit freuen konnten, wurden viele kleine Vereine mit dem Minimum von einem Live-Heimspiel pro Halbsaison abgespeist. Deshalb hält sich bei den kleineren Vereinen der Frust über den Wegfall im Free-TV in Grenzen. Frei nach dem Motto: „Lieber jedes Spiel über die vollen 90 Minuten im Pay-TV anstatt fast nie im Gratis-Fernsehen gezeigt zu werden.“

 

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Artikel Harald Bartl 07. Dezember 2018 - 12:03 Uhr
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