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Fußball Österreich

Bundesliga-Restart am 2. Juni, Cup-Finale am 29. Mai

Von nachrichten.at   13. Mai 2020 18:36 Uhr

Anpfiff im Juni: LASK macht Tempo für das Titelrennen
Ab Freitag darf LASK-Coach Valerien Ismael wieder mit dem gesamten Kader trainieren.

WIEN. Österreichs Fußball-Bundesliga setzt ihre wegen der Coronavirus-Pandemie seit Mitte März unterbrochene Saison am 2. Juni fort. Der Auftakt erfolgt aber mit dem Cup-Finale am 29. Mai.

Österreichs Profifußball startet am 29. Mai mit dem ÖFB-Cupfinale zwischen Red Bull Salzburg und Zweitligist Austria Lustenau wieder durch. Die wegen der Coronavirus-Pandemie seit Mitte März unterbrochene Bundesliga-Saison wird am 2. Juni fortgesetzt. Das haben die Profivereine der Bundesliga auf der Club-Konferenz am Mittwoch entschieden.

Die Bundesregierung hatte erst am Dienstag zugestimmt, dass die ausgesetzte Saison im Oberhaus mit Spielen ohne Publikum zu Ende gespielt werden kann. Am Tag darauf schafften die Ligavertreter Fakten: Die zehn Spiele umfassenden Meister- beziehungsweise Qualifikationsgruppen sollen mit ausschließlich englischen Runden bis 5. Juli fertig gespielt sein. Danach folgt das drei Spiele zählende Europa-League-Play-off, wo der letzte internationale Startplatz ausgespielt wird. Gespielt wird in der Meistergruppe immer sonntags und mittwochs, in der Quali-Runde samstags und dienstags. Das Play-off-Halbfinale ist für 8. Juli, die beiden Finalspiele sind für 11. bzw. 15. Juli terminiert.

"Es ist ein wichtiger Schritt"

Vor dem Wiederbeginn wird es kein verpflichtendes Quarantäne-Camp geben, und es darf nur ein Testspiel absolviert werden. Im Falle eines Abbruchs würde die laufende Meisterschaft annulliert werden. "Es ist ein wichtiger Schritt für uns alle, und es ist vor allem wichtig, dass der Ball wieder auf den Rasen zurückkehrt", sagte Liga-Vorstand Christian Ebenbauer. Er zeigte sich erleichtert und freute sich, dass Österreichs Liga "eine Vorreiterrolle für den Mannschaftssport" auch hierzulande einnehmen könne. "Wir hoffen, dass wir von der Spitze in die Breite alle unterstützen und allen die Möglichkeit geben können, schon bald wieder ihrer Sportart nachgehen zu können."

Die Bundesregierung sieht die Fortsetzung der Bundesliga bekanntlich als Modellversuch auch für andere Sportarten. Mit dem straffen Terminplan versuche man, so Ebenbauer, vor allem der drohenden Rechtsunsicherheit auslaufende Spielerverträge betreffend aus dem Weg gehen. Zudem hätte die Liga für möglicherweise notwendige Verschiebungen noch zweieinhalb Wochen Zeit, um die Meisterschaft notfalls bis Ende Juli fertig zu spielen. Geisterspiele seien derzeit die einzige Möglichkeit, um den Ball wieder Rollen zu lassen. "Geisterspiele sind ein Notfallplan und schaden den Clubs finanziell. Aber nichtsdestotrotz müssen wir den Ball aufnehmen und jetzt einmal wieder starten. Und wir hoffen, dass wir schnellstmöglich wieder mit Zusehern im Stadion Fußball verfolgen können."

So lauten die Corona-Regeln

Die medizinischen Rahmenbedingungen wurden in einem von der Bundesliga und dem Gesundheitsministerium ausgearbeiteten Hygiene- und Präventionskonzept abgesteckt und teilweise in einer Verordnung geregelt. Bei Mannschaftssportarten müssen sich alle Akteure - also Spieler, Betreuer und Trainer - vor dem ersten gemeinsamen Training PCR-Tests unterziehen und nachweisen, dass sie SARS-CoV-2 negativ sind. Der Gesundheitsverlauf wird mit täglichem Fiebermessen in einem Tagebuch dokumentiert. "Die Clubs haben sich einstimmig dazu entschlossen, dass sie wöchentlich einen PCR-Test machen, um das abzusichern", erklärte Ebenbauer. Im Infektionsfall muss lediglich der Betroffene in Quarantäne. Die restliche Mannschaft, alle Betreuer und Trainer sind angehalten, Kontakte zu minimieren, sie dürfen aber weiter zu Trainings und Spielen gehen. Diese Gruppe muss aber in den folgenden 14 Tagen nach Bekanntwerden einer Infektion vor jedem Bewerbspiel getestet werden. An Spieltagen selbst gibt es ebenfalls Umgangsregeln.

Das Präventionskonzept soll laut Ebenbauer veröffentlicht werden. Auf dem Platz werde es "kein Shakehands geben und es soll auch der Torjubel nicht mit Umarmungen und sonstigen Liebkosungen stattfinden", sagte Ebenbauer. Sanktionen wurden noch nicht diskutiert. Die Balljungen sollen außerhalb des Spielfeldes landende Bälle desinfizieren. Die Trainer an der Seitenlinie brauchen keinen Mund/Nasen-Schutz tragen. Über eine Erhöhung des Auswechselkontingents auf fünf Spieler, die das International Football Association Board und der Weltverband FIFA mittlerweile erlauben, wird erst entschieden. Fünf Wechsel seien aus Regenerationssicht sinnvoll, meinte Ebenbauer. "Allerdings wird es im Falle Einschränkungen geben müssen, ob wirklich fünf einzelne Wechsel möglich sind - vor allem Richtung Spielende." Ebenfalls noch im Laufen sind Gespräche mit TV-Rechteinhaber Sky, um Liga-Spiele im frei empfangbaren Fernsehen zu zeigen.

Auch in der 2. Liga könnte die Saison fortgesetzt werden - bei Einhaltung des für die oberste Liga geltenden Präventionskonzeptes. Die Lage sei hier komplizierter, meinte Ebenbauer. "Am Ende wird es aus meiner Sicht um die wirtschaftlichen Voraussetzungen gehen." Am kommenden Montag könnte in einer Clubkonferenz eine Letztentscheidung fallen.

Der LASK plant Trainingslager

Gestern um 9.15 Uhr hatte die Politik den Ball in der Fußball-Bundesliga ins Rollen gebracht, fünfeinhalb Stunden später war der LASK schon ganz auf den Wiederanpfiff Anfang Juni fixiert. Der Tabellenführer machte Tempo im Titelrennen: "Wir haben nach 22 Runden drei Punkte Vorsprung – da kann es nicht unser Ziel sein, dass wir Vierter werden", sagte Vizepräsident Jürgen Werner. "So sind die Spieler auch ausgerichtet."

Wann wird angepfiffen?

Bei der heutigen Klubkonferenz wurde der Terminplan besprochen. Zur Eröffnung spielen Salzburg und Lustenau am 29. Mai das Cup-Finale, danach geht es am 2. Juni mit dem Bundesliga-Powerplay losgehen.

Wie bereitet sich der LASK vor?

Ab Freitag ist normales Mannschaftstraining erlaubt. In der kommenden Woche soll ein achttägiges Trainingslager abgehalten werden. Noch muss der Klub aber abklopfen, ob das überhaupt erlaubt ist – genauso wie ein Probelauf. "Angeblich dürfen wir ein Testspiel machen", sagte Werner. Gegner wird ein Klub aus der Qualifikationsrunde sein. Dann bleibt noch eine normale Trainingswoche vor dem Wiederanpfiff.

Gernot Trauner
Kapitän Gernot Trauner ist heiß auf die ersten Zweikämpfe im Mannschaftstraining.

Reicht die Vorbereitungszeit?

"Wir wissen, dass es nicht genug sein wird", sagte Trainer Valerien Ismael. Kapitän Gernot Trauner erzählte, dass er sich nach dem Heimprogramm topfit gefühlt hatte. "Das hat man auf dem Platz gesehen, dass das teils nicht so ist. Jetzt dürfen wir keine Zeit verlieren." Bei der Fortsetzung steht durch die fehlende Fitness auch abseits des Coronavirus die Gesundheit auf dem Spiel. Ismael rechnet mit vielen Verletzungen. "Alles andere würde mich wundern." Deswegen hofft er, dass er zumindest, wie von der FIFA genehmigt, fünf Mal auswechseln darf – nicht nur, um die Belastung zu verteilen. Es steigere auch die Motivation der Spieler, wenn zwei Wechsel mehr möglich sind, dazu ergeben sich taktisch mehr Möglichkeiten. Das soll sich nicht nur auf den Rest der Saison beschränken. Ismael: "Ich hoffe, das wird so bleiben."

Fühlen sich die Spieler und Betreuer sicher?

"Wir sind froh, dass es weitergeht", sagte Trauner. "Wir können ohne Bedenken in die Vorbereitung starten." Zum Sicherheitsgefühl tragen die Tests bei: In dieser Woche wurde beim LASK jeden Tag getestet, vergangene Woche jeden zweiten Tag – ohne einen positiven Fall. "Wir haben uns sicher gefühlt", sagte Ismael. Die Vorbehalte, die der LASK geäußert hatte, "scheinen verflogen", sagte Werner: "Wir stehen voll hinter der Haltung der Bundesliga."

OÖN-TV Sendung vom 12.05.2020

Pilotversuch Fußball-Bundesliga: Seit Dienstag gibt grünes Licht für Geisterspiele ab Anfang Juni. Liga und Verband sind froh, auch wenn die Auflagen streng sind. Die Regierung spielt heute den Ball an die Unternehmen zurück, weil vielfach noch kein Kurzarbeits-Geld geflossen ist. Die Betriebe sollen abrechnen, so der Tenor. Und: In Oberösterreich nimmt das Land jetzt die Privatpraxen von Spitalsärzten unter die Lupe.

Fußball-Bundesliga als Testballon

Die Fortsetzung der Saison hing an einer Frage: Was passiert bei einem positiven Corona-Test? Zuerst hatte das Gesundheitsministerium Quarantäne für die gesamte Mannschaft samt Gegner gefordert, nun einigte man sich darauf, das nur der Infizierte isoliert wird.

Als Testballon für die Mannschaftssportarten steht die Bundesliga nun unter besonderer Beobachtung. „Es ist bewusst formuliert ein Modellversuch mit wissenschaftlicher Begleitung“, sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober. „Diesen Prozess schauen wir uns jetzt einmal an. Wie funktioniert er? Haben wir positive Test-Ergebnisse? Wie können wir damit umgehen? Wir betreten damit völliges Neuland.“ Bei Neuem, das räumte der Oberösterreicher ein, gebe es auch immer „etwas zum Nachjustieren“. Sportminister Werner Kogler kommentierte die Entscheidung, die mit gesamtgesellschaftlichen Lockerungen einhergehe, so: „Das ist ein bemerkenswerter Schritt, der ist gar nicht so klein.“ Ob und wann wieder Zuschauer in die Stadien dürfen, könne man, so Anschober, derzeit nicht sagen.

Das grüne Licht sei keine „Lex Bundesliga“, betonten alle Beteiligten. Auch anderer Profi-Mannschaftssport wäre theoretisch ab Freitag wieder im Freien möglich. Allerdings sind die Vorgaben praktisch nur vom Fußball finanziell zu stemmen.

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