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Leo Windtner als ÖFB-Präsident wiedergewählt

Fußball: Der Oberösterreicher erhielt 12:1-Stimmen und bleibt weitere vier Jahre im Amt

ÖFB-Präsident Leo Windtner Bild: gepa

Das Ergebnis ist eindeutig gewesen, hat aber dennoch eine kleine Überraschung geliefert. Leo Windtner ist heute in Zell am See als ÖFB-Präsident mit 12:1 Stimmen wiedergewählt worden und geht in seine dritte Amtszeit. Die eine Gegenstimme kam vom Salzburger Fußball-Landesverband.

Als neu installierte Vizepräsidenten wurden Wolfgang Bartosch (Steiermark) für die Mitte-Region, Johann Gartner (Niederösterreich) für den Osten, Josef Geisler (Tirol) für den Westen und Bundesliga-Präsident Hans Rinner für die Bundesliga gewählt. Die vier Vizepräsidenten bekamen allesamt ein einstimmiges Votum.

"Mit dem Ergebnis kann man zufrieden sein. Es ist ein großer Vertrauensbeweis", sagte Windtner unmittelbar nach der Hauptversammlung vor Journalisten. Allerdings waren bei den vorangegangenen Wahlen zum ÖFB-Präsidenten einstimmige Entscheidungen üblich. Über die Gründe für die Gegenstimme konnte der Salzburger Verbandspräsident Herbert Hübel keine Auskunft geben, er berief sich auf die Verschwiegenheit des Präsidiums.

Windtner wiederum verwies seinerseits auf Hübel und sagte nur, die Gründe, die ihm Hübel erklärt habe, seien für ihn "nicht einleuchtend" gewesen. Der Oberösterreicher Windtner geht jedenfalls voller Tatendrang in die kommenden vier Jahre. "Wir haben uns sportlich eine klare Linie gelegt. Wir wollen ständig unter den Top 30 des FIFA-Rankings sein", sagte Windtner.

Dazu will der Verband neben dem A-Nationalteam auch mit den Nachwuchs-Nationalteams und dem Frauen-Nationalteam ständiger Gast bei Großereignisse sein. "Nicht dabei zu sein, soll die Ausnahme sein", so Windtner. Auf den Frauenfußball soll in den kommenden vier Jahren zudem ein besonderes Augenmerk gelegt werden.

Großprojekt Nationalstadion

Ein weiteres Großprojekt sind die Pläne eines neuen Nationalstadions. Dabei will Windtner nach Vorliegen der Machbarkeitsstudie in den nächsten Wochen bereits "ein Stück klarer sehen", wie er sagte. Zum Ende seiner Amtszeit in vier Jahren wünsche er sich, "dass das Nationalstadion mit dem Standort Wiener Prater Wirklichkeit geworden ist", meinte der 66-Jährige.

Als weiteres Thema für die kommende Amtszeit nannte Windtner die Fortsetzung des Individualfördermodells "Projekt 12", das im kommenden Jahr ausläuft. Dazu stellte er auch eine mögliche Neukonzeption des Projekts in Aussicht.

Auch die 2018 in Kraft tretende Bundesliga-Reform wird den Verband noch beschäftigen. "Für die oberste Ebene ist das ein großer Schritt nach vorne", sagte Windtner. Er erhofft sich aufgrund des Play-off-Formats eine Zunahme des Interesses. In der Ausgestaltung der zweiten Leistungsstufe wartet dagegen noch einiges an Arbeit. "Wir werden uns dazu mit der Bundesliga zusammensetzen. Es muss beiden Seiten ein Anliegen sein, dass die Aufsteiger in die Bundesliga sportlich gefestigt und wirtschaftlich valide sind", erklärte Windtner.

Auch auf Regionalliga-Ebene könnte eine Änderung bevorstehen. Der wiedergewählte ÖFB-Präsident will das System mit drei Regionalligen zur Diskussion stellen. Über eine neuerliche Kandidatur für das Präsidentenamt in vier Jahren jetzt schon zu sprechen, sei zu früh, meinte der seit 2009 amtierende Windtner.

Die ÖFB-Präsidenten seit 1945

Josef Gerö 1945 - 1955

Hans Walch 1955 - 1969

Heinz Gerö 1970 - 1976

Karl Sekanina 1976 - 1982

Herbert Raggautz/Heinz Gerö (Interimslösung) 1982 - 1984

Beppo Mauhart 1984 - 2002

Friedrich Stickler 2002 - 2008

Kurt Ehrenberger interimistisch ab 7.11.2008 bis zur außerordentlichen ÖFB-Hauptversammlung am 28.2.2009

Leo Windtner ab 28.2.2009 - durch seine Wiederwahl am Sonntag bis 2021 bestätigt

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Artikel nachrichten.at 18. Juni 2017 - 12:03 Uhr
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