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 Die Liga griff gegen Rapid hart durch:  Blocksperre und 100.000 Euro Strafe

Das Urteil signalisiert vor allem: Niemand darf mehr von außen in das Spiel eingreifen

 Die Liga griff gegen Rapid hart durch:  Blocksperre und 100.000 Euro Strafe

Bei Wiener Derby wurde Raphael Holzhauser mit Feuerzeugen und Jägermeister-Flaschen beworfen und auch getroffen. (apa) Bild: APA/EXPA/THOMAS HAUMER

Es ist ein Urteil, das man dem oft (zu) milden Strafsenat der österreichischen Fußball-Bundesliga eigentlich gar nicht zugetraut hätte. Der SK Rapid muss für die Ausschreitungen beim Wiener Fußball-Derby gegen die Austria teuer bezahlen. Für ein Spiel (eventuell gegen den LASK am 24. Februar oder im Cup gegen Ried am 28. Februar) werden die Längsseiten mit allen Fansektoren hinter den beiden Toren gesperrt. Dazu würde mindestens ein weiteres Match dazukommen, falls binnen zwölf Monaten noch einmal etwas passieren sollte. Zudem erhielt Rapid eine 100.000 Euro-Geldstrafe.

Dieses Urteil, signalisiert vor allem eines: Das Wichtigste ist immer noch das Spiel. Und wer von außen in dieses Spiel eingreift, der hat ab sofort mit Konsequenzen zu rechnen. Das gilt nicht nur für den SK Rapid, sondern für alle Vereine in Österreich. Erstmals seit Jahren greift die Liga zu jenen Strafen (Fansektorensperre), die wirklich schmerzen. Die bisher verhängten Geldstrafen taten keinem Zuschauer weh.

Der Kampf ist damit freilich nicht beendet. Jetzt geht es darum, diese Linie auch in Zukunft ohne Kompromisse durchzuziehen. Hinter den immer wieder stattfindenden Ausschreitungen geht es vor allem um Macht, Einfluss und auch Selbstinszenierung einzelner Fangruppierungen. "Wir sind das Spiel, und wir entscheiden, ob es gespielt wird, oder unterbrochen werden muss." Es ist ein ungeschriebenes Gesetz, das in Österreich mehr und mehr Gültigkeit bekommen hat.

Bis dato war die Leine der Liga relativ locker gewesen. Bis zur ersten Spielunterbrechung durch den Schiedsrichter hatten die Anhänger auf den Tribünen nichts zu befürchten. So lange die Teams nicht ein erstes Mal in den Kabinen waren, passierte gar nichts.

Nicht nur beim SK Rapid hat die Vereinsführung lange Zeit zu- beziehungsweise weggesehen. "Es sind ja nur ein paar Verrückte...", wurde immer wieder als Argument strapaziert. Interne Strafen gab es nur, wenn man gar nicht mehr anders auskonnte. Vor zwei Tagen, beim Spiel gegen die Admira, machten sich Rapid-Fans mit einem Transparent über die Strafen, die die eigene Vereinsführung unmittelbar nach den Derby-Ausschreitungen ausgesprochen hatten, lustig. Zudem wurde nochmals schriftlich begrüßt, dass Austrias Raphael Holzhauser mit Gegenständen beworfen wurde. Der Strafsenat hat mit dem gestrigen Schuldspruch seine Pflicht erfüllt. Man war es nicht nur den Spielern schuldig, die sich auf dem Spielfeld nicht wehren können. Sondern auch jenen Fußball-Anhängern, die immer noch ausschließlich deshalb ins Stadion gehen, um sich ein Fußballspiel anzusehen. Ja, die gibt es immer noch...

Das Urteil

Der Senat 1 der Bundesliga begründete das Urteil mit der Schwere und der gehäuften Anzahl an Vorfällen. Die 100.000 Euro bestehen aus: 50.000 Euro für das Werfen von Gegenständen auf Austria-Spieler Raphael Holzhauser (6./26. Minute), 45.000 Euro für das unbefugte Betreten von zwei Personen auf das Spielfeld. 5000 Euro (sowie 3500 für die Austria) für das Abbrennen von Pyrotechnik.

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Artikel OÖN 13. Februar 2018 - 00:04 Uhr
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