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530 Pflichtspiele sind genug: Ortlechner beendete seine Karriere

ORT IM INNKREIS/WIEN. Der Innviertler Verteidiger spielte in der Champions League und für das Nationalteam.

530 Pflichtspiele sind genug: Ortlechner beendete seine eindrucksvolle Karriere

Neuer Lebensabschnitt: Manuel Ortlechner bei seiner offiziellen Verabschiedung als Spieler mit Sohn Julian Bild: GEPA

Er ist neben Oliver Glasner der Innviertler Kicker mit den meisten Bundesliga-Einsätzen. Die Rede ist von Manuel Ortlechner, dem gebürtigen Orter, der vor wenigen Tagen seine aktive Karriere als Spieler beendete.

Vor etwa 30 Jahren begann Ortlechner bei seinem Heimatverein, dem TSV Ort, dem runden Leder nachzulaufen. 1996 unterschrieb er bei der SV Ried, für die er bis 2004 mehr als 100 Spiele in der ersten und zweiten Liga bestritt. Bis zu seiner letzten Bundesliga-Saison vor zwei Jahren absolvierte Ortlechner, der 2013 die Wiener Austria als Kapitän zur Meisterschaft führte, insgesamt 396 Bundesliga-Spiele für die Austria, Austria Kärnten, den FC Pasching und die SV Ried.

530 Pflichtspiele sind genug: Ortlechner beendete seine eindrucksvolle Karriere

Der Innviertler im Juli 2005 im Dress von Superfund Pasching (rechts)

Verabschiedung im Happel-Oval

Die vergangenen beiden Saisonen führte er die junge Mannschaft der Austria-Wien-Amateure als Kapitän auf das Spielfeld. Neun Mal kam der 37-Jährige bei der Nationalmannschaft in der Innenverteidigung zum Einsatz. Nach 530 Pflichtspielen im Profifußball ist jetzt Schluss. Beim Heimspiel der Wiener Austria gegen Salzburg wurde er im Ernst-Happel-Stadion offiziell verabschiedet. "Es war ein sehr emotionaler und schöner Abschied, bei dem auch meine Familie im Stadion war", sagt Ortlechner im Gespräch mit den OÖNachrichten.

530 Pflichtspiele sind genug: Ortlechner beendete seine eindrucksvolle Karriere

Beginn der Profikarriere: Ortlechner 1999 im Trikot der SV Ried

Er brauche sich nichts vorzumachen. Es sei von Jahr zu Jahr schwerer geworden, mit den jungen, athletischen Spielern physisch voll mithalten zu können. "Der Zeitpunkt für den Rücktritt war völlig richtig. Dass ich bei den Amateuren noch mit Ikonen wie Andi Ogris, Roman Mählich und vor allem Robert Sara zusammenarbeiten konnte, war fantastisch", so der 37-Jährige, der mit Austria Wien in der Saison 2013/2014 sogar in der Champions League spielte.

Wehmut und Vorfreude

Nach dem letzten Pflichtspiel sei natürlich etwas Wehmut aufgekommen, aber die Vorfreude auf den neuen Lebensabschnitt überwiege, sagt der Innviertler, der mit seiner Frau Kerstin und Sohn Julian in Wien lebt. "20 Jahre Profifußball haben mich geprägt, ich möchte keinen Moment missen, aber ich bekomme jetzt ein Stück Freiheit zurück. Der Fußball hat zwei Jahrzehnte meinen Alltag diktiert, jetzt diktiere ich meinen Alltag selber. Ich werde an Freiheit dazugewinnen", so Ortlechner, der sich in den vergangenen Jahren bereits intensiv auf sein Leben nach dem Profifußball vorbereitet hat.

Demnächst wird der Innviertler sein Marketingmanagement-Studium abgeschlossen haben. Zudem hat er die Trainerausbildung absolviert.

530 Pflichtspiele sind genug: Ortlechner beendete seine eindrucksvolle Karriere

Manndeckung: Manuel Ortlechner 2007 im Trikot von Austria Kärnten im Duell mit dem ehemaligen Rieder und Wettbetrüger Sanel Kuljic 

Der Austria wird der Kapitän der Meisterschaft 2013 auf alle Fälle als Leiter des "Violafit-Konzepts" erhalten bleiben. Im Zuge dieses Projekts können junge Spieler der Austria die Matura nachholen oder Diplomlehrgänge absolvieren. Allerdings wird Ortlechner dieses Projekt nicht mehr als Angestellter der Wiener Austria führen. "Ich bin seit dem 1. Juni mit einer eigenen Firma selbstständig", sagt Ortlechner, der gerade im Raum Wien einen passenden Baugrund sucht.

 

"Die Freude am Fußball wird nie verloren gehen"

Der ehemalige Innviertler Nationalspieler im Word-Rap mit den Oberösterreichischen Nachrichten.

Nationalmannschaft: "Wenn du als einer der 20 besten Kicker des Landes für das Team nominiert wirst, dann ist das schon etwas Besonderes und ein Zeichen dafür, dass ich einiges richtig gemacht habe, zumal ich von drei verschiedenen Teamchefs (Josef Hickersberger, Didi Constantini, Marcel Koller) nominiert worden bin."

Entwicklung des Fußballs: "Es hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten enorm viel getan. Das Spiel ist viel athletischer, dynamischer geworden. Auch das ganze Umfeld, vor allem das mediale Aufkommen inklusive den sozialen Netzwerken hat sich massivst verändert. Ob das nun gut oder schlecht ist, soll jeder für sich beantworten. Ich sehe schon die Gefahr, dass durch die unzähligen Fernsehübertragungen eine gewisse Übersättigung eingetreten ist."

Ehrlichkeit: "Ich bekomme jetzt in einer gewissen Weise ein Stück Freiheit zurück. Ich kann jetzt auch beweisen, was ich intellektuell kann. Im Profifußball haut man in vielen Interviews immer die gleichen Sätze raus, das kann auch für einen selbst auf die Dauer mühsam werden. Wenn du einmal deine wirkliche Meinung sagst, droht dir unter Umständen eine Geldstrafe vom Verein, aber das ist verständlich, denn auch in einem Unternehmen gibt es gewisse Regeln, die einzuhalten sind."

Abschied: "Ich habe in den vergangenen Monaten gemerkt, dass mir die Freude am Fußball nie verloren gehen wird. Aber der Zeitpunkt für das Karriereende war der absolut richtige. Ich freue mich jetzt auf die vielen Herausforderungen, die noch auf mich warten."

 

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Artikel Thomas Streif 09. Juni 2017 - 00:04 Uhr
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