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Fußball Österreich

1:0 – Gulbrandsen entzauberte Leipzig noch einmal

Von Alexander Zambarloukos   29. November 2018 20:51 Uhr

Große Freude bei Salzburg. 

SALZBURG/MOSKAU. Europa League: Der Norweger schoss Salzburg zum verdienten Gruppensieg. Auch für Rapid sieht es nach einem 2:1-Sieg über Spartak Moskau gut aus.

Salzburgs harter Fan-Kern hatte ein Plakat mit der Festung gestaltet – sinnbildlich für nun 53 Pflicht-Heimspiele ohne Niederlage. Österreichs Fußball-Meister ist in der Red-Bull-Arena einfach eine Macht und zum sechsten Mal für die K.-o.-Phase der Europa League qualifiziert.

Fredrik Gulbrandsen schoss die Mozartstädter in der 74. Minute nach Traumkombination mit Zlatko Junuzovic und Kapitän Andreas Ulmer zum 1:0-(0:0)-Sieg über Leipzig. Also ausgerechnet jener Norweger, der schon das Hinspiel im September mit seinem Tor zum 3:2 entschieden hatte. Das ist eine ganz spezielle Geschichte.

Beim (großen) Schwesternklub, immerhin Tabellenvierter in Deutschland, steckt der Stachel naturgemäß tief. Timo Werner zeigte im heißen Finish Salzburg-Keeper Alex Walke nach dessen Glanztat (77.) frustriert den Stinkefinger, entschuldigte sich aber sofort. Bonuspunkte gibt es dafür nicht.

Jetzt brauchen die Sachsen am letzten Gruppenspieltag (13. Dezember) einen Heimsieg über Rosenborg Trondheim und einen Erfolg der Salzburger im Celtic-Park, um auch noch in die Runde der letzten 32 einzuziehen. Doch das ist Zukunftsmusik. „Wir freuen uns, dass wir die Gruppe so souverän gewonnen haben. Ich bin sehr stolz auf mein Team“, strahlte Salzburgs Trainer Marco Rose.

Kleinere Störmanöver

Freundschaftsspiel? Abtasten? Stallorder? Alles Blödsinn. Es war richtig Feuer in diesem „Derby“ gewesen, dem Salzburg mit Ausnahme der letzten 20 Minuten in Hälfte eins (Verschnaufphase) mit unglaublich viel Energie den Stempel aufdrückte. Gulbrandsens Volleyschuss (20.) wurde zur Beute von Leipzig-Keeper Yvon Mvogo, der sich später auch gegen Hannes Wolf auszeichnen konnte (61.).

Von den Sachsen kam offensiv herzlich wenig, die Schneid ließen sie sich aber nicht abkaufen. Frag nach bei Stefan Ilsanker, der nach nur 156 Sekunden die erste von fünf Gelben Karten kassierte. Die letzte holte sich Salzburgs Xaver Schlager ab, er spart sich den bedeutungslosen Trip nach Glasgow.

Das registrierte auch die Sportprominenz, die sich die Klinke in der Hand gab. Ex-Skisprung-Ass Andi Goldberger bekam anlässlich seines gestrigen 46. Geburtstags ein Ständchen und eine Torte serviert, Tennis-Star Dominic Thiem zeigte sich nach seinem Mauritius-Urlaub blendend erholt. „Die Stimmung hier ist großartig“, war sich das Duo einig.

Einige der 29.520 Fans hatten die ausverkaufte Arena allerdings erst nach dem Anpfiff betreten, schon zwei Stunden vor der Partie war der Verkehr kräftig ins Stocken geraten. Kein Problem für die mit Anhängern gefüllten Mannschaftsbusse von Blau-Weiß Linz und Vorwärts Steyr.

Es war ein echtes Fußballfest – abgesehen von kleineren Störmanövern. Aus dem Leipzig-Block (mit 2000 Schlachtenbummlern) stieg vor Spielbeginn Rauch auf, darüber hinaus verirrte sich ein Red-Bull-kritisches Transparent in die Arena. Der Schriftzug? „RB Fuschl am See – RB Fuschl am See mit freundlicher Gestattung eines Doppelspielrechts durch die UEFA“. Da hatte wohl jemand keine Gaudi mit dieser Partie.
Salzburgs Aufstiegsfreude lässt sich davon freilich nicht trüben.

 

Jubel bei Rapid

Rapid auf Aufstiegskurs

Rapid ist in der Fußball-Europa-League seit Donnerstag auf Aufstiegskurs. Die Hütteldorfer besiegten Spartak Moskau dank zweier später Tore noch mit 2:1 und übernahmen zumindest für kurze Zeit die Tabellenführung in der Gruppe G. Rapid hat die Tür in die K.o.-Phase der Fußball-Europa-League weit aufgestoßen. Die Hütteldorfer landeten am Donnerstagabend einen überraschenden 2:1-Auswärtssieg bei Spartak Moskau und übernahmen vorübergehend die Tabellenführung in Gruppe G. Späte Tore von Mert Müldür (80.) und Philipp Schobesberger (91.) drehten die Partie. Spartak war durch Ze Luis vor der Pause in Führung gegangen (20.).

Die in der Liga in eine Krise gerutschten Wiener spielen nun am 13. Dezember zu Hause gegen die Glasgow Rangers um den Einzug ins Sechzehntelfinale. Sie haben es in der eigenen Hand, zum zweiten Mal nach der Saison 2015/16 in der Europa League zu überwintern.

Dabei war Rapid bei zwölf Grad unter Null in Moskau ersatzgeschwächt angetreten. Als fünfter Akteur gesellte sich der erneut erkrankte Innenverteidiger Mario Sonnleitner auf die Ausfallsliste. Dazu setzte Trainer Dietmar Kühbauer drei Tage vor dem wichtigen Ligaheimspiel gegen Wacker Innsbruck neben Flügelspieler Schobesberger auch Kapitän Stefan Schwab auf die Ersatzbank. An seiner Stelle begann Manuel Martic.

Spartaks Neo-Coach Oleg Kononow bot vor 20.739 Zuschauern in der Otkritije Arena seine bestmögliche Mannschaft auf. Lorenzo Melgarejo setzte den ersten Warnschuss nach einem Fehler von Rapid-Verteidiger Mateo Barac knapp daneben (10.). Dabei hatte Rapid in der Anfangsphase sogar etwas mehr Spielanteile. Ein Freistoß-Roller von Martic ging neben das Tor (12.), Boli Bolingoli schoss aus der Drehung knapp drüber (18.).

Die Moskauer lauerten primär auf Fehler von Rapid - nützte aber auch gleich den zweiten. Nachdem Innenverteidiger Maximilian Hofmann im falschen Moment nach vor attackiert hatte, entwischte Ze Luis der grün-weißen Defensive und schoss ein. Auf der Gegenseite fiel ein Schuss des seit 2. September torlosen Mittelstürmers Deni Alar zu harmlos aus (22.), ein Versuch von Christoph Knasmüllner verfehlte sein Ziel (26.).

Nach Seitenwechsel rettete Barac bei einem Schuss von Sofiane Hanni knapp vor der Linie (53.). Alar schoss aus guter Position genau in die Hände von Rebrow (63.). Für Aufregung sorgte Mitte der zweiten Hälfte ein Flitzer, der den bei den Spartak-Fans ob seiner Vergangenheit beim Stadtrivalen Lok Moskau äußerst unbeliebten Kapitän Denis Gluschakow tätlich attackierte.

Bei Rapid ging mit der Hereinnahme von Schwab und Schobesberger noch einmal ein kleiner Ruck durch die Mannschaft. Abschlüsse von Veton Berisha (69.) und Schwab (77.) fielen noch zu zentral aus, ehe Müldür nach einem Corner von Schobesberger per Kopf völlig freistehend zuschlug. Es kam noch besser für Rapid: Schwab setzte mit einem Traumpass den aus abseitsverdächtiger Position gestarteten Schobesberger auf die Reise, der den Ball an Rebrow vorbeispitzelte.

Russland bleibt damit ein guter Boden für Rapid. Die Hütteldorfer haben dort noch kein einziges Spiel verloren. In insgesamt 16 Duellen mit russischen bzw. sowjetischen Teams setzte es erst eine einzige Niederlage - 2004 zu Hause gegen Rubin Kasan (0:2). Das Heimspiel gegen Spartak hatten die Grün-Weißen im September mit 2:0 für sich entschieden.

In Moskau beendeten die Hütteldorfer zwei Durststrecken: Vier Pflichtspiele war das Kühbauer-Team zuletzt sieglos, dazu waren alle vier bisherigen Europacup-Auswärtsspiele in dieser Saison verloren gegangen. Bei der siebenten Teilnahme an der Europa-League-Gruppenphase könnte nun zum zweiten Mal der Aufstieg gelingen.

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