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Fußball International

"Wer Liverpool nicht liebt, hat kein Herz"

Von Alexander Zambarloukos 01. Oktober 2019 00:04 Uhr

"Wer Liverpool nicht liebt, hat kein Herz"
1. Juni 2019: Jürgen Klopp (Mitte) hat den FC Liverpool zum Champions-League-Triumph geführt. Die "Reds" gewannen das Finale gegen Tottenham 2:0.

LIVERPOOL. Jürgen Klopp, FIFA-Welttrainer des Jahres, wäre vor elf Jahren fast beim morgigen Champions-League-Gegner der "Reds", dem FC Salzburg, gelandet

Als sich Jürgen Klopp 2008 entschloss, den FSV Mainz nach dem verpassten Bundesliga-Aufstieg nach 18 Spieler- und Trainerjahren zu verlassen, wäre seine nächste Station um ein Haar Salzburg geworden. Doch der heute 52-jährige Deutsche, der vor acht Tagen in Mailand zum FIFA-Welttrainer 2019 gekürt wurde, hatte mit Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz keine Einigung erzielt.

Klopp kletterte auf der Karriereleiter über Borussia Dortmund zum FC Liverpool, mit dem er am 1. Juni das Champions-League-Finale gegen Tottenham im Madrider Wanda Metropolitano 2:0 gewann. Die "Reds" sind also der Titelverteidiger, aber nach der 0:2-Niederlage in Napoli zum Auftakt der Gruppenphase schon unter Zugzwang. Morgen (21 Uhr, Sky live) stellt sich der österreichische Meister FC Salzburg, der mit einem 6:2 über Genk ein fulminantes Debüt in der "Königsklasse" gefeiert hat, im legendären Stadion an der Anfield Road in den Weg.

Knapp 3000 Salzburg-Fans

"Das ist ein Gegner mit großer Qualität, wir werden an die Grenzen gehen müssen", weiß Klopp, für dessen Team auf jeden Fall der Heimvorteil spricht. Die zu erwartenden 53.394 Fans – darunter knapp 3000 aus Österreich – sind der "12. Mann". "Das ist das einzige Stadion der Welt, das Tore schießen kann", sagte einst José Mourinho. Die nackten Zahlen scheinen das zu bestätigen. Der FC Liverpool hat seit gut einem Jahr kein Heimmatch verloren.

"Die Atmosphäre haut dich fast um", kommt Klopp aus dem Schwärmen nicht heraus. "Anfield" hat schon denkwürdige Fußball-Geschichten geschrieben. Zum Beispiel in der abgelaufenen Saison, als die "Reds" zu seiner sehenswerten Aufholjagd gegen den FC Barcelona bliesen. Der 4:0-Triumph nach der 0:3-Pleite im Camp Nou fixierte den Einzug ins Champions-League-Endspiel.

Lionel Messi & Co. trauten ihren Augen nicht. Klopps "Vollgas-Fußball" hatte seine Wirkung nicht verfehlt. Wenn der Coach über seinen Verein spricht, funkeln seine Augen: "Wer Liverpool nicht liebt, hat kein Herz", posaunte er bei der Rede anlässlich seiner Kür zum Welttrainer hinaus. Jetzt nimmt er seine nächste Mission in Angriff. Der FC Liverpool soll zum 19. Mal – und zum ersten Mal seit 30 Jahren – englischer Meister werden. Das scheint im Moment wichtiger als die erfolgreiche Titelverteidigung in der "Königsklasse".

Die Ausgangsposition ist nicht die schlechteste. Die "Reds" lachen mit blütenweißer Weste (sieben Spiele, sieben Siege, 18:5 Tore) von der Tabellenspitze der Premier League. Das gefällt auch zwei Akteuren, die einst das Salzburg-Trikot getragen haben: Sadio Mané und Naby Keita.

Haaland fliegt mit

Trotzdem dürfte Liverpool nicht unverwundbar sein. Der jüngste 1:0-Erfolg bei Aufsteiger Sheffield United fiel in die Kategorie "sehr glücklich". Die "Roten Bullen" aus der Mozartstadt, die mit dem zuletzt gesundheitlich angeschlagenen norwegischen Superstürmer Erling Haaland die Reise nach England antreten werden, rechnen sich Chancen aus. "Das ist für uns alle ein absolutes Highlight, wir brauchen ein perfektes Spiel", sagte Salzburg-Trainer Jesse Marsch. Nachsatz: "Liverpool hat so gut wie keine Schwachpunkte."

lask-verteidiger siegte an der anfield road

LASK-Verteidiger siegte an der Anfield Road

Wir schreiben den 24. August 2004. Der GAK, damals österreichischer Fußballmeister, schafft das Kunststück, im „Hexenkessel“ an der legendären Anfield Road zu triumphieren. Mario Tokic schießt die Grazer im Drittrunden-Qualifikationsrückspiel zur Champions League vor 42.950 Zuschauern in der 54. Minute zum 1:0-Sieg über den FC Liverpool, der diese Niederlage aber verschmerzen kann. Die „Reds“ haben das erste Duell mit 2:0 für sich entschieden.

Trotzdem war es eine Sternstunde für das GAK-Ensemble, dem der jetzige LASK-Verteidiger Emanuel Pogatetz angehörte. Er spielte gegen die Sturm-Tanks Kewell, Baros und Cissé bärenstark und kassierte die Gelbe Karte. Verkraftbar. „Es war ein beeindruckendes Erlebnis. Ich habe Gänsehaut bekommen, so etwas vergisst man sein Leben lang nicht. Man sieht, dass auch gegen England was drinnen ist“, sollte der 36-jährige „Weltenbummler“, der in der Premier League für den FC Middlesbrough und West Ham am Ball war, später sagen.

Trotzdem ist die Europacup-Bilanz österreichischer Klub gegen die „Inselkicker“ ausbaufähig. Von 39 Spielen wurden nur fünf gewonnen, zehn endeten unentschieden. Englische Vereine entschieden 14 von 16 K.-o.-Duellen für sich, nur Rapid behielt zweimal gegen Aston Villa die Oberhand (2009, 2010).

FC Liverpool

  • Gegründet:15. März 1892
  • Heimstätte: Stadion an der Anfield Road (Kapazität: 53.394 Plätze)
  • Vereinshymne: „You’ll never walk alone“
  • Klubfarben: Rot, Weiß
  • Kader-Marktwert: 1,07 Milliarden Euro (16 Legionäre,
  • 17 A-Nationalspieler)
  • Stars: Trainer Jürgen Klopp; Alisson Becker, Virgil van Dijk, Jordan Henderson (Kapitän), Sadio Mané, Mohamed Salah, Roberto Firmino
  • Größte Erfolge: 2 x Champions-League-Sieger (2004/05, 2018/19), 4 x Europacup der Landesmeister, 3 x UEFA-Cup,
  • 4 x UEFA-Supercup, 18-facher englischer Meister (zuletzt 1989/90), siebenmaliger FA-Cup-Gewinner, achtfacher Ligapokal-Triumphator

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