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Fußball International

2:6 – Mutige Bullen wurden von den Bayern vorgeführt

Von Christoph Zöpfl  03. November 2020 23:04 Uhr

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Salzburg (im Bild Maximilian Wöber) konnte Thomas Müller und seinen Bayern kein Bein stellen.

WALS-SIEZENHEIM. Fußball-Meister Red Bull Salzburg hat die Überraschung verpasst. Die Salzburger mussten sich in der Champions League am Dienstag Titelverteidiger Bayern München am Ende deutlich mit 2:6 geschlagen geben.

„Wir werden unseren starken Fußball spielen, mutig und aggressiv“, hatte Red-Bull-Salzburg-Trainer Jesser March vor dem Fußball-Champions-League-Schlager gegen den FC Bayern gesagt. Es war kein leeres Versprechen. Die Bullen zeigten gegen das Star-Ensemble gestern tatsächlich Löwenmut und Kämpferherz. Belohnung gab es dafür keine. Die Bayern kamen im Finish noch zu einem 6:2 (2:1)-Sieg. Ein Drama ist das keines, das war jedem klar.

Das „Pray-for-Vienna“-Transparent hinter dem Tor, keine Lichtshow beim Einzug der Mannschaften, alle Spieler mit Trauerflor am Ärmel und eine gespenstisch stille Trauerminute – vor dem Anpfiff des Spiels wurde die Bedeutung von Sieg und Niederlage in der Champions League relativiert.

Was die Profis nicht davon abhielt, beherzt zur Sache zu gehen, als man schließlich nach den großen Gesten in den „The-Show-must-go-on“-Modus wechselte.

Kalte Dusche in Minute vier

Vor allem die hoch motivierten Bullen legten einen Start hin, den niemand – wohl auch Champions-League-Siegmaschine FC Bayern – so nicht erwartet hatte. Nach einem geblockten Schuss von Ulmer in der 3. Minute traf Berisha kurz darauf nach Zuspiel von Szoboszlai zum 1:0 (4.). Die kalte Dusche im Salzburger Nieselregen war wie ein Weckruf für den Titelverteidiger, der jetzt wütend, aber fruchtlos Angriffe startete. Lewandowski (8.) und Gnabry (10.) vergaben hochkarätige Chancen.

Dann hatten die Salzburger Glück, dass der Video-Assistent zurecht eine Elferentscheidung von Schiedsrichter Makkelie korrigierte. Lewandowski hatte als Schütze schon Anlauf genommen (12.). Kurz darauf wurde ein Treffer von Gnabry wegen einer Abseitsstellung aberkannt.

Als Mwepu in der 21. Minute tollpatschig Müller zu Fall brachte, blieb der Elferpfiff des Referees ohne Korrektur. Lewandowski gelang quasi beim zweiten Anlauf das Tor zum 1:1.

Jetzt blieben die Bayern am Drücker, aber auch die Salzburger hielten weiter mit offenem Visier dagegen. Und sie hatten Pech, als bei einem Handspiel von Tolisso im Strafraum der Elferpfiff ausblieb (24.). Der Video-Assistent war da offensichtlich auch nicht im Bilde. Kurz vor dem Halbzeitpfiff schlug es dann bei den Salzburgern doch noch ein. Müller pfefferte aus spitzem Winkel den Ball per Bande in Form des Salzburger Verteidigers Kristensen ins Bullen-Tor (42.). Zuvor hatten Schieds- und Linienrichter eine Abseitsstellung von Lewandowski übersehen. Pech für die Bullen oder Bonus für die Bayern?

Unmittelbar nach Seitenwechsel hatte Mwepu den Ausgleich für Salzburg auf dem Fuß, aber Bayern-Tormann Neuer dreht den Ball zur Ecke. Das Spiel blieb im Modus eines offenen Schlagabtausches, wobei den Salzburgern wieder der erste Wirkungstreffer gelang. Okugawa traf zum 2:2 (66.).

Der Ausgfleich war den Salzburgern zu wenig, sie rannten weiter gegen den Favoriten an – und ins Verderben. Die Daueroffensive der Bullen gab den Bayern zu viel Raum. Zehn Minuten vor Schluss köpfelte Boateng zum 3:2 ein. Sane (83.), Lewandowski (88.) und Hernandez (92.) legten nach. Das 2:6 ist eine bittere Pille für die Salzburger. Übrigens: Bayern-Star David Alaba schaffte es gestern in einem ereignisreichen Spiel, so gut wie gar nicht aufzufallen.

Artikel von

Christoph Zöpfl

Leiter Sportredaktion

Christoph Zöpfl
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