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Salzburg gab beim "Elfmeterschießen" in Sevilla den Sieg aus der Hand – 1:1

Von Alexander Zambarloukos   15.September 2021

Salzburg gab beim "Elfmeterschießen" in Sevilla den Sieg aus der Hand – 1:1
Ein Treffer, ein Fehlschuss – der Linzer Luka Sucic am Elfmeterpunkt

Die Champions League hat mit einem Fußball-Feuerwerk und Überraschungen begonnen. Cristiano Ronaldos 135. Tor in der "Königsklasse" war zu wenig, um Manchester Uniteds 1:2-Niederlage bei den Young Boys zu verhindern. Im Parallelmatch in Andalusien gab Österreichs Meister FC Salzburg einen Sieg über den favorisierten FC Sevilla aus der Hand. Vor dem Anpfiff hätten die "Roten Bullen" vielleicht ein 1:1 gegen den Rekord-Triumphator in der Europa League mit Handkuss genommen, im Nachhinein ist es fast eine gefühlte Niederlage.

Das lag an der einzigartigen ersten Halbzeit mit insgesamt vier Elfmetern, drei davon zugunsten der Mozartstädter. Weil aber der überragende und dreimal im gegnerischen Strafraum gefoulte Stürmer Karim Adeyemi (13./daneben) und Mittelfeldmotor Luka Sucic (37.), ein gebürtiger Linzer, mit ihren Penalties scheiterten und aus einer rund 45-minütigen numerischen Überlegenheit kein Kapital schlugen, gab’s nur ein Remis. Der 19-jährige Sucic hatte wenigstens zuvor über einen verwandelten Versuch vom ominösen Punkt zum 0:1 (21.) jubeln dürfen.

Salzburg gab beim "Elfmeterschießen" in Sevilla den Sieg aus der Hand – 1:1
Referee Aleksei Kulbakov

Ausschluss nach "Schwalbe"

Die Stimmung war aufgeheizt, die 26.000 spanischen Fans deckten Referee Aleksei Kulbakov mit einem Pfeifkonzert ein, doch die Elfmeterentscheidungen des Unparteiischen aus Belarus waren korrekt. Das galt auch für jene in der 42. Minute für den FC Sevilla, die erst nach Videostudium erfolgte. Maximilian Wöber hatte Youssef En-Nesyri klar zu Fall gebracht, der kroatische Star Ivan Rakitic traf sicher zum 1:1.

Sevilla wollte nach Seitenwechsel nachsetzen, El-Nesyri mit einer plumpen Schwalbe den fünften Elfmeter schinden. Dieser Schuss ging nach hinten los. Weil der marokkanische Stürmer schon vorbelastet war, schickte ihn Kulbakov völlig regelkonform mit Gelb/Rot vom Rasen (50.).

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Karim Adeyemi gegen Bono

Die ballsicheren und kombinationsstarken "Roten Bullen" übernahmen in Überzahl das Kommando, es war ein beherzter, mutiger Auftritt ohne Angst vor dem vermeintlichen "Riesen". Salzburg wollte mehr als einen Punkt, der elfte Pflichtspielsieg in Folge hätte durchaus herausspringen können in jenem Ramon Sanchez-Pizjuan Stadion, in dem sich ältere Semester einst an den Toren von Toni Polster erfreut hatten.

Seine Nachfolger beim FC Sevilla waren gestern nicht besonders treffsicher, sondern eher beeindruckt von der Salzburger Gegenwehr und Spielkunst. Den Matchball für den rot-weiß-roten Double-Gewinner vergab Brendan Aaronson, der in der 91. Minute im starken Sevilla-Torhüter Bono seinen Meister fand. Gleiches galt für "Joker" Adamu (93.).

"Es sind gemischte Gefühle nach einem guten und speziellen Spiel", sagte Adeyemi. Sky-Experte Marc Janko, der ehemalige Salzburg-Torjäger, konnte das nachvollziehen: "Da wäre mehr drinnen gewesen", betonte er.

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