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Fußball International

Nach dieser Nacht der Schande ist die UEFA gefordert

16. Oktober 2019 00:04 Uhr

Frankreich gegen Türkei

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Bild 1/15 Bildergalerie: Hitler-Gruß und Militär-Salut: Fußball-Nacht der Schande

SAINT-DENIS. Die Fußball-Nationalspieler der Türkei zeigten nach dem Tor zum 1:1 in der EM-Qualifikation in Frankreich erneut ihre Unterstützung für die Politik von Präsident Recep Tayyip Erdogan und salutierten demonstrativ.

Auf die gleiche Weise waren die Türken schon beim 1:0-Siegtreffer gegen Albanien am Sonntag vorgegangen und hatten dafür von der UEFA die Gelbe Karte gesehen: Politische Bekundungen jeder Art sind verboten. In der Vergangenheit waren bei entsprechenden Vorfällen, die meist von den Fans auf den Tribünen ausgegangen waren, teils harte Strafen ausgesprochen worden.

Teamchef Senol Günes wollte der Szene nicht zu viel Bedeutung zumessen. "Wir handeln in gutem Glauben, es geht darum, unsere Soldaten zu unterstützen." Es gehe nicht darum, Zivilisten zu töten, sondern Gewalt gegen türkische Bürger zu verhindern, erklärte der 67-Jährige. Die Türkei führt derzeit eine Militäroffensive gegen die Kurdenmiliz YPG in Nordsyrien. Dieser Einsatz wird international scharf kritisiert.

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Das Hochsicherheitsspiel in Saint-Denis hatte unter besonderen Vorzeichen begonnen. Frankreichs Außenminister Jean-Yves Le Drian hatte vor dem Hintergrund der türkischen Militäroffensive seine Teilnahme abgesagt. Unter den 78.000 Zuschauern befanden sich nicht nur im mit 3800 Fans prall gefüllten Auswärtssektor viele türkische Anhänger. Die Partie verlief aber weitgehend ruhig. Als in der Schlussphase ein Banner mit einem pro-kurdischen Statement ("Hört auf, Kurden zu massakrieren") enthüllt wurde, reagierten die Ordner schnell und entfernten es.

Innerhalb der türkischen Mannschaft gehen die Meinungen über den kontroversen Jubel offenbar auseinander. So beteiligte sich Torschütze Kaan Ayhan nicht. Gegen Albanien hatte er den Militärgruß noch gezeigt. Lutz Pfannenstiel, Sportvorstand seines Klubs Düsseldorf, hatte danach das Gespräch mit Ayhan gesucht.

Video: Aufregung um salutierende Fußballer:

Kavlak löschte Nachricht

Angeblich soll Juventus-Profi Merih Demiral seine Kollegen zum Salutieren bewogen haben. Auf Twitter hatte er geschrieben: "Die Mission der Türkei ist, einen Terrorkorridor an unserer südlichen Grenze zu verhindern und zwei Millionen Syrer in eine Sicherheitszone umzusiedeln." Juventus reagierte so: "Wir kommentieren dieses Thema nicht."

Ebenso auf Twitter äußerte sich Österreichs Ex-Teamspieler Veli Kavlak: "Möge Allah mit uns sein und unser Heer siegreich machen. Die türkische Nation ist bei dir." Der 30-Jährige, nach einer langwierigen Schulterverletzung aktuell vereinslos, löschte die Nachricht später wieder.

 
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