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Fußball International

Furioser Dortmund-Start aus Corona-Pause - 4:0 gegen Schalke

Von nachrichten.at/apa   16. Mai 2020 17:47 Uhr

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Bild 1/18 Bildergalerie: In der deutschen Fußball-Bundesliga rollt wieder der Ball

DORTMUND. Erling Haaland hat das erste Tor in der deutschen Bundesliga nach dem Ende der über zweimonatigen Corona-Pause erzielt.

Borussia Dortmund ist furios aus der über zweimonatigen Corona-Pause der deutschen Fußball-Bundesliga gestartet. Der BVB feierte am Samstag im Revierderby ohne Zuschauer einen 4:0-Heimsieg über den FC Schalke 04 und festigte damit Platz zwei. Der Rückstand auf Spitzenreiter FC Bayern, der am Sonntag bei Union Berlin antritt, beträgt vorerst nur noch einen Punkt.

Neuer Tabellendritter ist Borussia Mönchengladbach nach einem 3:1 im Abendspiel bei Eintracht Frankfurt. RB Leipzig fiel durch ein Heim-1:1 gegen den SC Freiburg an die vierte Stelle zurück. Hertha BSC gewann beim Debüt von Trainer Bruno Labbadia auswärts gegen Hoffenheim mit 3:0, Oliver Glasner kam mit seinem VfL Wolfsburg zu einem 2:1 in Augsburg. Das Abstiegsderby zwischen dem Drittletzten Fortuna Düsseldorf und Schlusslicht Paderborn endete torlos.

Im leeren Dortmund-Stadion spielte Schalke anfangs noch gut mit, dann aber schlug Erling Haaland zu. Österreichs Fußballer des Jahres scorte in der 29. Minute das 1:0 und erzielte damit das erste Tor im deutschen Oberhaus nach der Wiederaufnahme des Spielbetriebs. Der im Winter von Salzburg gekommene Norweger hält nun nach neun Liga-Matches bei zehn Treffern.

Haaland
Erling Haaland

Neben dem Goalgetter trugen sich auch Raphael Guerreiro (45., 63.) und Thorgan Hazard (49.) in die Schützenliste ein. Bei Schalke wurden Guido Burgstaller in der 46. und Alessandro Schöpf in der 73. Minute eingetauscht. Michael Gregoritsch blieb auf der Ersatzbank.

Deren Landsmann Stefan Lainer setzte sich mit Gladbach in Frankfurt mit 3:1 durch. Die Gäste gingen bereits nach 36 Sekunden durch Alassane Plea in Führung, wobei Eintracht-Verteidiger Martin Hinteregger keine glückliche Figur abgab. Für den zweiten Gäste-Treffer sorgte Marcus Thuram (8.), der nach optimaler Vorarbeit von Ramy Bensebaini nur noch einschieben musste.

Das 3:0 für die Gladbacher resultierte aus einem von Bensebaini verwandelten Elfmeter (73.), für das Ehrentor der Eintracht zeichnete Andre Silva (81.) verantwortlich. Hinteregger verhinderte in der 85. Minute auf spektakuläre Art und Weise ein weiteres Gegentor und spielte durch, Stefan Ilsanker wurde in der 74. Minute vom Platz genommen. Die von Adi Hütter betreuten Frankfurter sind als 13. nur noch fünf Punkte vom Relegationsplatz entfernt.

Für den zweiten österreichischen Coach in der deutschen Bundesliga gab es ein Erfolgserlebnis. Oliver Glasners Wolfsburger gewannen mit Xaver Schlager in Augsburg nach Toren von Renato Steffen (43.) beziehungsweise Tin Jedvaj (54.) durch einen späten Treffer von Daniel Ginczek (91.) mit 2:1. Die "Wölfe" sind damit Tabellensechster.

Schlagers Ex-Salzburg-Kollege Konrad Laimer erreichte mit RB Leipzig im eigenen Stadion gegen Freiburg mit Philipp Lienhart nur ein 1:1. Manuel Gulde brachte die Gäste in der 34. Minute in Führung, Yussuf Poulsen gelang in der 77. Minute der Ausgleich für die Sachsen, bei denen Marcel Sabitzer aufgrund muskulärer Probleme zunächst Ersatz war und in der 69. Minute aufs Feld kam. Hannes Wolf saß auf der Bank.

In Sinsheim bescherten ein Eigentor von Kevin Akpoguma (58.) sowie Treffer von Vedad Ibisevic (60.) und Matheus Cunha (74.) Coach Labbadia einen optimalen Einstand. Die ÖFB-Legionäre Florian Grillitsch, Christoph Baumgartner und Stefan Posch konnten Hoffenheims Niederlage nicht verhindern.

Bei ihrem Sieg hielten sich die Hertha-Profis nicht an die Torjubel-Vorgabe der Deutschen Fußball Liga. Nach ihren Treffern klatschten die Berliner Spieler jeweils ab und bildeten eine Jubeltraube. Im Rundschreiben der DFL zum Wiederbeginn der Liga nach der Corona-Pause heißt es: "Gemeinsames Jubeln, Abklatschen und Umarmungen sind zu unterlassen".

Eine Nullnummer lieferten Fortuna und Paderborn in Düsseldorf ab. Kevin Stöger spielte bei den Hausherren durch, Ex-ÖFB-Teamspieler Markus Suttner wurde in der 61. Minute ausgetauscht.

Jubel mit Zurückhaltung: Bundesliga-Start in neue Normalität

Abgeklärt wahrte Erling Haaland die neue Distanz im deutschen Fußball. Das Bundesliga-Premierentor nach mehr als zweimonatiger Zwangspause in der Coronakrise bejubelte der Stürmer von Borussia Dortmund wie vorgeschrieben: Nur keine Umarmung, kein überschwänglicher Körperkontakt - stattdessen wog Haaland seinen Oberkörper in deutlicher Entfernung zu seinen Teamkollegen hin und her.

Der höchst umstrittene Neustart für die Deutsche Fußball Liga glückte am Samstag zumindest in den ersten Geisterpartien der beiden Bundesligen ohne befürchtete, größere Zwischenfälle. Nur die Profis von Hertha BSC sorgten erneut für Aufsehen. Angesichts desinfizierter Bälle und laut zu hörender Zwischenrufe wie auf Amateurplätzen ist eine Normalität noch weit entfernt.

Nicht nur bei Haalands zehntem Saisontreffer, auch bei den weiteren Dortmunder Toren im Revierderby gegen den FC Schalke 04 plärrte laut "Ole, jetzt kommt der BVB" aus den Lautsprechern. Dass Stadionsprecher Norbert Dickel die Treffer im Duell mit dem Erzrivalen vor leeren Rängen aber eher kühl und sachlich mit gedämpfter Stimme statt emotional verkündete, zeigte die Besonderheit der ersten Spiele seit Mitte März. Am Ende ging das Dortmunder Team dennoch vor die verwaiste Südtribüne. "Das war spontan", sagte Julian Brandt zu der Aktion.

Auf fast allen Plätzen hielten sich die Spieler an die Maßgabe aus dem 36-seitigen "Covid-19-Organisations-Rundschreiben Sonderspielbetrieb": "Gemeinsames Jubeln, Abklatschen und Umarmungen sind zu unterlassen". Pikanterweise schien dieses Memo vor allem von den Spielern von Hertha BSC nicht gänzlich verinnerlicht worden zu sein.

Mehrfach kamen sich die Berliner bei der Feier des 3:0 bei 1899 Hoffenheim recht nahe, Matheus Cunha klopfte Vedad Ibisevic auf den Kopf und nahm den Kapitän von hinten in den Arm. Ihr inzwischen suspendierter Teamkollege Salomon Kalou hatte mit seinem Kabinenvideo inklusive zahlreicher Handshakes den Kritikern des DFL-Konzepts reichlich Argumente geliefert.

Ansonsten hieß das Gebot Abstand. Die RB-Macher Oliver Mintzlaff und Ralf Rangnick ließen auf der Tribüne der Leipziger Arena mehrere Sitze zwischen sich frei und trugen Mund- und Nasenschutz. Beim Revierderby nahmen die Schalker Ersatzspieler auf schwarzen Sesseln ebenfalls weit getrennt voneinander Platz. Mehrere Teams wie die Königsblauen und der SC Paderborn nutzten die neu geschaffene Regel-Gelegenheit zu fünf Auswechslungen.

Auch in der 2. Liga gab es bisher ungekannte Szenen: In Bochum zog VfL-Coach Thomas Reis den Mund- und Nasenschutz beim Halbzeitpfiff der Partie gegen den 1. FC Heidenheim hoch und besprach sich mit seinen Assistenten. Gäste-Coach Frank Schmidt brachte vor der Partie gleich selbst einige Spieler ins Stadion, in Kleinbussen mit maximal vier Profis ging es zur Castroper Straße. "Da wir alle den Führerschein haben, haben wir gesagt, wir machen das selbst", sagte Schmidt.

Beim FC Augsburg hielt sich Trainer Heiko Herrlich aufgrund seines Ausflugs aus dem Hotel im Spiel gegen Wolfsburg (1:2) in einer Loge auf. Die Fans mussten wie in allen Stadien fernbleiben - eine Botschaft war schwarz auf weiß per Banner dennoch zu lesen: "Der Fußball wird leben - euer Business ist krank!"

Die Ergebnisse von Samstag:

1899 Hoffenheim - Hertha BSC Berlin 0:3 (0:0)
Fortuna Düsseldorf - SC Paderborn 0:0      
RB Leipzig - SC Freiburg 1:1 (0:1)
FC Augsburg - VfL Wolfsburg 1:2 (0:1)
Borussia Dortmund - Schalke 04 4:0 (2:0)
Eintracht Frankfurt - Borussia Mönchengladbach 1:3

Am Sonntag:                                             
1. FC Köln - FSV Mainz 05       
Union Berlin - Bayern München 
Am Montag:                                       
Werder Bremen - Bayer Leverkusen

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