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Glasners kurze Nacht nach dem Premierensieg

Von Harald Bartl   19.August 2019

Oliver Glasner dirigierte den VfL Wolfsburg bei seiner Premiere in der deutschen Bundesliga zum 2:1-Sieg über Köln.

Besser hätte der Start für Oliver Glasner als Trainer in der deutschen Fußball-Bundesliga nicht laufen können: Nach dem 2:1 seines VfL Wolfsburg über den 1. FC Köln wird der Oberösterreicher in Deutschland gefeiert. Im OÖN-Interview erzählt er über die kurze Nacht nach dem Auftaktsieg, das Gefühl auf dem Spielfeld und seine Freude auf den Kurzbesuch in Oberösterreich.

OÖNachrichten: Wie feiert man den ersten Sieg als Trainer eines deutschen Bundesligisten?

Oliver Glasner: Sehr unspektakulär, und doch war es besonders. Meine Familie ist ja hier, nachdem die Medientermine erledigt waren, haben wir gemeinsam im Stadion gegessen. Dabei ist es auch, aber nicht nur um Fußball und das Spiel gegangen. Das war sehr angenehm. Danach sind wir nach Hause – der Weg zur Wohnung ist viel kürzer, als es früher vom Paschinger Stadion nach Hause gewesen ist. Und dann hab’ ich noch daheim etwas Fußball geschaut, weil man nach so einem Tag nicht sofort abschaltet.

War es auch auf dem Spielfeld eine ganz andere Fußballwelt, in die Sie eingetaucht sind?

Nein, das ist es nur vorher und nachher. Die Medientermine nach dem Spiel haben eine Stunde gedauert, auch ein Interview auf Englisch für die internationale Liga-Vermarktung ist Pflicht. Aber im Spiel ist alles gleich. Ich kann mich an keine Werbebande, keine Durchsage, keinen Fanchor oder sonst etwas erinnern, das rundherum passiert ist. Ich sehe nur das Spielfeld und das Spiel. Das war auch in Österreich immer so. In Ried hatten die Fans einmal über die gesamte Spielfeldbreite ein Transparent gegen Leo Kiesenhofer aufgehängt. Jeder hat danach darüber geredet, nur ich hab nichts mitbekommen.

 

Wie hat das Umfeld in Wolfsburg reagiert? Wird man mehr gehypt und leichter kritisiert als in Österreich?

Nein, das läuft alles sehr fair und korrekt ab. Natürlich sind aktuell alle zufrieden. Wir haben jetzt in neun Spielen sechs Siege und drei Unentschieden geholt. Es gibt aber auch noch vieles zu verbessern.

Die Nacht war kurz?

So ist es. Um 7.15 Uhr bin ich von daheim weggefahren, um 8 Uhr habe ich mich mit dem Trainerteam im Trainingszentrum getroffen, ab 10 Uhr wurde trainiert. Dafür hat die Mannschaft jetzt zwei Tage frei.

Sie nützen die Zeit für einen Kurzbesuch in Oberösterreich.

Ja, das geht sich für zwei Tage aus. Ich war seit meinem Start in Wolfsburg nur nach dem Trainingslager in Schladming kurz daheim, dafür war meine Familie oft bei mir. Das war während der Ferien ideal, wir waren nie länger als 14 Tage getrennt. Jetzt freue ich mich aber auf die Tage in Oberösterreich.

Was steht da auf dem Programm, wenn man nach so langer Zeit heimkommt?

Wenig Fußball, viel Familie und Freunde. Ich freue mich auf einen Grillabend mit Freunden, die ich seit Juni nicht mehr gesehen habe, auf einen ruhigen Tag daheim – und ein Friseurtermin ist ebenfalls überfällig. Danach geht es schon wieder zurück.

Was sagen Sie zum Höhenflug des LASK?

Ich habe eine riesige Freude, bin ja noch mit Spielern in Kontakt, die mir auch nach dem Sieg über Köln gratuliert haben. Das hat mich sehr gefreut. Ich habe das Gefühl, dass die Reise des LASK mit dem Sieg gegen Basel noch nicht beendet ist.

Da würde sich ja auch ein Besuch beim Spiel am Dienstag gegen Brügge ausgehen...

Ich hab’ mir das auch bereits selber sehr lange überlegt. Es geht sich aber nicht aus, weil wir am Mittwoch um 10 Uhr Training haben. Den Sieg über Basel hab’ ich mir gemeinsam mit meinem Trainerteam in meiner Wolfsburger Wohnung im Fernsehen angesehen. Wir haben uns Essen bestellt, weil keiner von uns besonders gut kochen kann. Gegen Basel hat es Glück gebracht, vielleicht behalten wir das Ritual ja bei.

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15. Oktober 2019