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Glasner mit Frankfurt und Hütter mit Gladbach weiter sieglos

Von nachrichten.at/apa   22.August 2021

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Oliver Glasner 

Oliver Glasner kam am Samstag mit Eintracht Frankfurt trotz klarer Überlegenheit nicht über ein 0:0 gegen den FC Augsburg hinaus. Adi Hütter bezog mit Borussia Mönchengladbach in Leverkusen ein 0:4-Debakel, bei dem sich ÖFB-Teamspieler Stefan Lainer schwer verletzte.

Köchelbruch bei ÖFB-Teamspieler Lainer bestätigt

Stefan Lainer hat sich wie befürchtet einen Knöchelbruch zugezogen. Das bestätigte der deutsche Fußball-Bundesligaclub Borussia Mönchengladbach am Sonntag. Weitere Untersuchungen standen am Sonntag noch an. Der Rechtsverteidiger war am Samstag bei der 0:4-Niederlage bei Bayer Leverkusen von Mitchel Bakker kurz vor der Pause im Strafraum folgenschwer gefoult worden.

Stürmer Marcus Thuram, der schon nach 20 Minuten raus musste und durch Hannes Wolf ersetzt wurde, hat wohl eine Außenbandverletzung erlitten. "Das ist ohnehin ein ernüchternder Tag für uns. Das kommt jetzt alles noch dazu", sagte Hütter.

Für den Vorarlberger hatte es davor im Duell mit Gerardo Seoane, seinem einstigen Nachfolger bei den Young Boys Bern, einen herben Dämpfer gegeben. Gladbach-Torhüter Yann Sommer mit einem Eigentor (3.), Patrik Schick (8.), Moussa Diaby (55.) und Nadiem Amiri (87.) erzielten die Tore. Bayer-Torhüter Lukas Hradecky hielt zudem den Elfmeter von Lars Stindl (43.) nach dem Foul an Lainer.

Hütter hatte seine Angriffsausrichtung im Vergleich zum Auftaktremis gegen Meister Bayern München umgestellt und brachte mit Marcus Thuram und Jonas Hofmann zusätzlich Wucht und Tempo über die Außenpositionen ins Spiel. Doch die offensiven Akzente setzten vor allem die Gastgeber, bei dem Julian Baumgartlinger in der 84. Minute einwechselt wurde.

 

Glasner holte trotz Überlegenheit nur einen Punkt

Erst Pokal-Aus, dann deftige Pleite, nun unbefriedigende Nullnummer: Champions-League-Trainer Oliver Glasner ist bei Eintracht Frankfurt schnell als Krisenmanager gefragt. Spätestens nach dem Chancenwucher beim ernüchternden 0:0 gegen den FC Augsburg dürfte dem defensiv denkenden Österreicher klar geworden sein, was am Main seine größte Aufgabe werden dürfte: den mit 28 Toren so erfolgreichen und nach Leipzig abgewanderten Stürmer Andre Silva irgendwie zu ersetzen.

"Wir sind dabei, uns neu zu finden. Die Eintracht musste sich immer wieder neu finden", relativierte Glasner, dessen Ex-Club Wolfsburg mit sechs Punkten schon wieder oben steht, während er den unbefriedigenden Stotterstart mit einem Bundesliga-Punkt und einer Pokalpleite bei Waldhof Mannheim erklären muss. Der gerade einmal 1,74 Meter große Rafael Borre wurde als Silva-Ersatz geholt, muss sich in der Bundesliga aber erst eingewöhnen und ist bei weitem nicht so kopfballstark wie sein portugiesischer Vorgänger. Auch die enorme Abschlussstärke muss der Kolumbianer erst nachweisen.

"Er ist ein anderer Typ", sagte Glasner. Dass der 46-Jährige nun Sportvorstand Markus Krösche kontaktiert und bis zum 31. August weitere kurzfristige Verstärkungen fordert, ist aber unwahrscheinlich. "Es wäre zu einfach zu sagen, da stellen wir jetzt einen großen Spieler rein, dann hätten wir gewonnen", sagte Glasner. Sein Augenmerk will er in den kommenden Wochen vor allem auf die bisher noch ausbaufähigen Standards legen. "Dann bin ich zuversichtlich, dass wir genügend Tore schießen", sagte Glasner.

Abgesehen vom dürftigen Ergebnis war der Fußballnachmittag vor 22.000 Fans ein Mutmacher. Die Eintracht agierte spielbestimmend, schoss 21 Mal aufs Tor und ließ wenig zu, nur die große Erlösung fehlte. "Mit Andre Silva war das natürlich einfacher. Das Ziel ist, dass wir das auch kompensieren", sagte Djibril Sow, der die Mechanismen bei der Eintracht kennt und ohne den Starstürmer mehr Bewegung im eigenen Angriff erkennt.

Die Neuzugänge Borre, Jesper Lindström und Jens Petter Hauge zeigten als Startelf-Spieler allesamt eine ordentliche Leistung. Doch die letzte Konsequenz, die die Eintracht vergangene Saison ausmachte und in den Europapokal brachte, blieb aus. "Es ist ein Lernprozess, dass die jüngeren Spieler vorne noch konkreter werden. Aber das Potenzial ist da. Mit diesen Fans wird es in Zukunft auch einfacher, wieder Tore zu machen und Spiele zu gewinnen", sagte Sow.

Glasner erinnerte an den Umbruch nach dem Abgang der sogenannten "Büffelherde" um Sebastien Haller, Ante Rebic und Luka Jovic - und daran, dass Silva in seiner ersten Saison am Main auch nicht direkt 28 Mal getroffen habe. Allgemein klang Glasner nicht wie einer, der nach drei Pflichtspielen noch sieglos ist und im Pokal die erste Titelchance bereits vergeben hat.

"Das Tor hat gefehlt, das müssen wir uns auch ankreiden. Ich fahre aber mit einem positiven und guten Gefühl nach Hause", sagte Glasner, der demonstrativ betonte, "sehr entspannt" zu sein. Die Fans steckten den Frust nach fast einem Jahr coronabedingter Abstinenz schnell weg - und sangen wenige Minuten nach der Nullnummer direkt wieder vom "Europapokal in diesem Jahr".

Dortmund verlor in Freiburg

Borussia Dortmund hat auf dem erhofften Weg zu mehr Konstanz früh einen Rückschlag kassiert. Der Pokalsieger musste sich beim SC Freiburg (mit Philipp Lienhart) 1:2 (0:1) geschlagen geben und steckte nach der Supercup-Niederlage gegen den FC Bayern die nächste Ernüchterung ein. Vincenzo Grifo (6.) mit einem sehenswert direkt verwandelten Freistoß und Roland Sallai (53.) schockten die Dortmunder. Für den BVB traf Freiburgs Yannik Keitel per Eigentor (59.).

Schöpf sah Gelb-Rot

Der VfL Wolfsburg feierte mit Xaver Schlager im zweiten Spiel den zweiten Sieg. Beim 2:1-Erfolg in Berlin gegen Hertha erzielte Lukas Nmecha in der 88. Minute den entscheidenden Treffer. Aufsteiger VfL Bochum feierte mit einem 2:0 (1:0) gegen FSV Mainz 05 den ersten Bundesliga-Sieg seit 13. Februar 2010. Beim Auswärts-1:1 des VfL Bochum bei Greuther Fürth wurde Alessandro Schöpf in der 68. Minute wegen wiederholten Foulspiels mit Gelb-Rot ausgeschlossen, Manuel Prietl spielte durch.

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22. Oktober 2021