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Fußball International

Bei der Titel-Party der Bayern flossen auch viele Tränen

Von Günther Mayrhofer 20. Mai 2019 00:04 Uhr

Bei der Titel-Party der Bayern flossen auch viele Tränen
Ein Meistertitel fehlt Alaba noch, dann ist er gemeinsam mit Franck Ribéry Rekordmeister beim Rekordmeister.

MÜNCHEN. Alaba feierte beim Abschied von Robben und Ribéry schon seine achte Meisterschaft.

Am Ende feierten doch wieder die Bayern – und das viel emotionaler als in den vergangenen Jahren. Das 5:1 gegen Frankfurt in der letzten Runde der deutschen Fußball-Bundesliga war das Meisterstück, das die Bayern erstmals seit 19 Jahren im eigenen Stadion zelebrieren konnten.

Die Übergabe der Schale, die Bierduschen auf dem Spielfeld – was bei den Sololäufen zum Meistertitel zuletzt routiniert als Pflichtprogramm abgespult worden war, wurde diesmal ausgelassen bejubelt. Die Stimmung wurde auch nicht davon getrübt, dass gleich danach ein Sponsorentermin auf dem Nockherberg mit 2000 geladenen Gästen auf dem Feier-Programm stand. Die Bayern machten den Mannschaftsbus bei der Fahrt dorthin mit Reggae-Musik zur Partyzone. Franck Ribéry führte den Tross mit der Meisterschale in der Hand an. Davor waren noch einige Tränen vergossen worden: Arjen Robben und Ribéry, die beide den FC Bayern verlassen, hatten schon beim Warmlaufen vor der Partie geweint und sich umarmt. Beide trafen nach ihren Einwechselungen.

"Uli, gib mir noch ein Jahr!"

"Da oben muss jemand Regie geführt haben", sagte Präsident Uli Hoeneß, der nach Ribérys Tor auf der Tribüne von seinen Gefühlen übermannt wurde. "Da geht ein Teil der Familie, das ist für mich immer was ganz Schlimmes", sagte Hoeneß. "Was wir zusammen gemacht haben, bleibt das ganze Leben", schluchzte Ribéry. Er erschien, anders als seine schick gekleideten Kollegen, auf dem Nockherberg in rotem Bayern-Shirt und Trainingshose. "Uli, gib mir noch ein Jahr mehr", scherzte der Franzose, als er von Hoeneß’ Rührung nach seinem 86. Ligator erfuhr.

Dass es am Ende keine Tränen der Enttäuschung gab und Alaba auf dem Nockherberg "Mia san mia" anstimmen konnte, lag auch am ÖFB-Teamspieler, der mit seinem Tor zum 2:1 die Hoffnungen von Verfolger Dortmund (2:0 in Mönchengladbach) zunichte machte. Alaba feierte seinen insgesamt achten Meistertitel bei den Bayern, nur Ribéry holte einen mehr. Der Vertrag des ÖFB-Teamspielers läuft bis 2021, er kann also noch Rekordmeister beim Rekordmeister werden. Dazu baute der 26-Jährige seinen Vorsprung aus, was die Meister bei ausländischen Klubs betrifft: Verfolger Aleksandar Dragovic steht bei fünf.

Darf Trainer Kovac bleiben?

Nur Jérôme Boateng war ein Partycrasher: Der Verteidiger, der die Bayern verlassen soll, verließ die Allianz-Arena als Erster und war auch auf dem Nockherberg nicht dabei – offiziell, weil er nach Absprache mit dem Klub die Hochzeit seines besten Freundes besuchte. Auch Niko Kovac konnte sich nicht uneingeschränkt freuen, obwohl er sein Team trotz zwischenzeitlich neun Punkten Rückstand auf Dortmund noch zum Titel führte. "Diese Reaktion können nur große Champions zeigen und bringen. Deswegen möchte ich den Jungs herzlich danken", sagte der 47-Jährige, der von den Fans gefeiert wurde. Ob er den Titel mit den Bayern verteidigen darf, bleibt aber weiterhin offen. Hoeneß: "Es ist nicht der richtige Zeitpunkt dafür, um darüber zu reden."

Zur Feier am kommenden Sonntag auf dem Rathausbalkon des Marienplatzes wollen die Bayern auch den DFB-Pokal mitnehmen. Am Tag davor steigt das Finale gegen Leipzig in Berlin. "Nächste Woche setzen wir noch einen drauf", versprach Robben.

 

Hinteregger will bleiben

Martin Hinteregger war einer der österreichischen Gewinner in der deutschen Bundesliga – obwohl es im Winter nicht danach aussah. Da war er von Augsburg wegen der Kritik am Trainer aussortiert und leihweise zu Frankfurt abgeschoben worden. Bei der Eintracht stieg der 26-Jährige zum Publikumsliebling auf. Er pocht auf einen Verbleib: „Ich würde mich riesig freuen, wenn der Tag X kommt, an dem ich verkünden kann, dass ich die nächsten paar Jahre hier in Frankfurt sein darf.“ Er war nicht der einzige Gewinner unter den Österreichern:

Die Aufsteiger: Trainer Adi Hütter führte Frankfurt in das Europa-League-Halbfinale, die Chance auf die Champions League verspielte die Eintracht hingegen. Konrad Laimer etablierte sich in der Stammelf von Leipzig. Kevin Stöger hatte bei Düsseldorf großen Anteil am zehnten Platz – die Saison endete allerdings mit einem Rückschlag: Der Steyrer zog sich gegen Hannover einen Kreuzbandriss zu. Karim Onisiwo stand zwar bei 26 Einsätzen für Mainz nur elf Mal in der Startelf, war aber mit sieben Toren Österreichs bester Torschütze. Christoph Baumgartner gab in der letzten Runde sein Debüt für Hoffenheim, trug aber mit seinem Ausschluss dazu bei, dass die Europa-League-Qualifikation verspielt wurde: Hoffenheim verlor nach 2:0-Führung 2:4 in Mainz.

Die Absteiger: Stefan Ilsanker verlor seinen Stammplatz bei Leipzig, Martin Harnik war bei Bremen nur Reservist, Markus Suttner hatte im Frühjahr bei Düsseldorf selten ein Leiberl. Kevin Wimmer saß zuletzt nur auf Hannovers Bank, weil der Absteiger ihn bei weiteren Startelfeinsätzen von Leih-Klub Stoke hätte kaufen müssen.

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