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So funktioniert „Red Bull neu“

Von Harald Bartl   25.Juni 2012

So funktioniert „Red Bull neu“
"Ich kannte diese Gesicht der Mannschaft noch nicht." - Salzburg Trainer Roger Schmidt über sein neues Team nach dem Match in Düdelingen.

Ab heute, Montag, beginnt bei Red Bull Salzburg ein völlig neues Fußball-Zeitalter. Von Gérard Houllier über Ralf Rangnick bis zu Neo-Trainer Roger Schmidt wurde alles auf den Kopf gestellt. Die von einigen Medien bereits abgeschriebenen Oberösterreicher Peter Vogl und Oliver Glasner bleiben im Verein. Daran hatte es auch nie wirklich Zweifel gegeben. So sieht „Red Bull neu“ ab heute aus:

Ebene 1 – „Mister Red Bull“ Gérard Houllier: Ab sofort steht der Franzose über allem. Der Ex-Trainer der französischen Nationalelf und von Liverpool soll die Fußball-Teams von Red Bull weltweit koordinieren und wird hauptsächlich von Frankreich aus arbeiten. Jede (wichtige) Personalentscheidung geht über ihn. Auch für die Bestellung von Ralf Rangnick war sein Ja ausschlaggebend. Houllier, Vertrauensmann von Dietrich Mateschitz, hatte bereits vor einiger Zeit ein umfassendes Konzept für Red Bull erarbeitet, das nun mit ihm an der Spitze durchgezogen wird.

Ebene 2 – Ralf Rangnick: Laut Insidern soll seine Position lange nicht genau festgelegt gewesen sein. „Nur“ Trainer in Salzburg oder doch mehr? Am Ende ist es eine Chefposition für Deutschland und Österreich geworden. Rangnick überblickt als Sportdirektor beide Vereine. Viele sehen in ihm auch mittelfristig einen potentiellen Nachfolger von Peter Pacult als Trainer in Leipzig. Bereits in Hoffenheim hatte Rangnick ein Team auf ganz ähnliche Art und Weise hochgezogen. Der Rieder Peter Vogl bleibt Geschäftsführer in Salzburg, wird sich aber im Gegensatz zu Rangnick nicht um sportliche Details kümmern. Beide sind – in Bezug auf Salzburg gesehen – auf eine Ebene zu stellen, weil Rangnick meist von Deutschland aus arbeiten wird.

Ebene 3 – Neo-Trainer Roger Schmidt und Oliver Glasner: Die Bestellung von Roger Schmidt als neuer Salzburg-Cheftrainer ist die größte Überraschung. Hierzulande ist Schmidt, der zuletzt den deutschen Zweitligisten Paderborn betreut hatte, gänzlich unbekannt. Er gilt als Vertrauensmann von Rangnick, auch Houllier war mit der Bestellung einverstanden. Niko Kovac, zuletzt Interimstrainer, wird den Verein verlassen.

Schmidt (45) hat keinen leichten Job vor sich. Bei den Fans war Kovac ein Publikumsliebling, die Besetzung des unbekannten Schmidt ruft eher Skepsis hervor. Ebenfalls weiterhin an Bord: Oliver Glasner als Bindeglied zwischen Trainer und Geschäftsführung.

Der Plan dahinter

Die Geschehnisse der vergangenen Tage lassen folgende Schlüsse zu: Mateschitz ist es vollkommen egal, ob in Österreich über seinen Klub einige Tage lang negativ berichtet wird. Vor allem in Salzburger und Wiener Medien war von einem „Chaos-Klub“ die Rede. Stattdessen wird man heute eine komplette Lösung präsentieren. Auch Vogl dürfte einer der großen Gewinner sein. Während von anderen Seiten immer Interna ausgeplaudert wurden, hielt sich der Innviertler an die von Mateschitz ausgegebene Nachrichtensperre – und ist mit dieser Taktik sicher nicht schlecht gefahren.

 

Roger Schmidt

Geboren: 13. März 1967
Karriere als Spieler: 208 Spiele und 53 Tore für den SC Verl in der deutschen Regionalliga.
Vereine als Trainer: ab 2008: Preußen Münster (Oberliga); seit Sommer 2011: SC Paderborn (2. Liga)
Zur Person: Schmidt galt in der 2. deutschen Liga als Trainer-Aufsteiger der Saison – und wurde zuletzt auch mit Kaiserslautern in Verbindung gebracht. Mit Rang 5 hatte er Paderborn zum besten Ergebnis der Klubgeschichte geführt.

 

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