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Fußball International

Das Linzer Stadion wird schlechter gemacht, als es ist

Von Christoph Zöpfl   23. Oktober 2012

Das Linzer Stadion wird schlechter gemacht, als es ist
Wenn die Nationalmannschaft kommt, wird das Stadion zu klein. Im Normalbetrieb ist es überdimensioniert.

Am 14. November wird nach 15-jähriger Pause wieder einmal die österreichische Fußball-Nationalmannschaft im Linzer Stadion ein Freundschaftsspiel bestreiten.

Das ist bemerkenswert, denn in Österreich gäbe es bessere und größere Stadien. Der Österreichische Fußballbund ÖFB verzichtet mit seinem Trip nach Linz auf Zuschauereinnahmen. Warum macht er das?

Zunächst einmal war man nicht restlos davon überzeugt, dass die Paarung Österreich gegen die Elfenbeinküste mitten im nasskalten November der totale Verkaufsschlager sein wird. Dann war der oberösterreichische ÖFB-Präsident Leo Windtner ein nicht unwichtiger Lobbyist für das Gastspiel in „seiner“ Landeshauptstadt. Außerdem gab es im Sommer eine Abmachung, die den Verdienstentgang des ÖFB auffängt. Am 9. August einigte man sich darauf, dass der ÖFB 20.000 Euro bekommt, sollte das Linzer Länderspiel tatsächlich ausverkauft sein. Dass die um rund 32 Millionen Euro erneuerte Sport-Arena auf der Gugl eine Kapazität von 13.833 Sitzplätzen hat, der ÖFB für Spiele des A-Nationalteams aber eine Untergrenze von 15.500 Plätzen definiert, war erstens nie ein Geheimnis und zweitens der Grund für diese mögliche finanzielle Abfindung.

Seit Freitag hängt über dem Länderspiel Österreich – Elfenbeinküste das „Ausverkauft!“-Taferl. Und seit dem Wochenende wird die Linzer Sport-Stadträtin Christiana Dolezal (SP) von der Kronenzeitung durch den Kakao gezogen, weil das neue Stadion ein Pfusch sei. Die Steilvorlage für diese kleinkarierten „Gugl-Games“ kommt aus dem Lager der Linzer VP, deren Spielmacher sicher nicht unabsichtlich Polemik mit Politik verwechselt. Mit den Codewörtern „Stadion-Pfusch“ und „Steuergeld-Vernichtung“ lässt sich gut politisches Kleingeld wechseln. Dass dieses Stadion nur 13.833 Sitzplätze hat und der Plan B, für das Länderspiel am 14. November um 70.000 Euro eine Zusatztribüne aufzustellen, um die Kapazität auf 15.500 Zuschauer zu erhöhen, nicht verwirklicht wird, ist nicht einmal ein Skandälchen. Das Linzer Stadion wird schlechter gemacht, als es ist. Nach dem Umbau erfüllt es die UEFA-Kategorie 3, die Erweiterung auf die höchste Kategorie 4 wäre relativ einfach machbar. Das größte Problem des Stadions ist, dass es keinen potentiellen Dauermieter gibt, der dieser Sportanlage eine echte Daseinsberechtigung geben würde. Weder Blau-Weiß Linz und in seiner momentanen strategischen Ausrichtung schon gar nicht der LASK werden mittelfristig in die Lage kommen, dieses Stadion regelmäßig auch nur halb zu füllen.

No-Win-Situation

Für Linz ist diese Sport-Arena längst zu einer Art No-Win-Situation geworden. Der Standort ist aufgrund der Verkehrssituation nicht optimal, aufgrund der Investitionen in den vergangenen Jahren jedoch einbetoniert. Eine ideale Dimension gibt es nicht, das Stadion ist entweder zu groß (Blau-Weiß Linz, LASK) oder zu klein (Nationalteam, Open-Air-Konzerte). Die Multifunktionalität (Leichtathletik-Laufbahn) verlangt Kompromisse. Ein Schmuckstück schaut anders aus. Ein Pfusch allerdings auch.

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