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Blatter verspottet seine Gegner

01. Juni 2015, 00:05 Uhr
Blatter verspottet seine Gegner
Joseph Blatter Bild: Reuters

ZÜRICH. Nach der Wiederwahl als FIFA-Präsident reitet Joseph Blatter Attacken gegen UEFA-Boss Michel Platini – ein Foul am europäischen Fußball blieb aus.

Es war einer der kuriosesten Kommentare im Internet, die die deutsche "Zeit" in diesen Tagen ins Netz stellte. Mehrere Redakteure hatten ihren Namen unter den Titel "Warum Joseph Blatter als FIFA-Präsident wiedergewählt werden soll" geschrieben. Und darunter stand: Nichts. Keine Zeile. Einfach nur ein weißer Fleck.

Nun: Blatter ist, wie berichtet, in seinem Amt bestätigt worden. Obwohl das Image des Weltfußball-Verbandes befleckt ist. Nicht nur wegen der Verhaftungen von sieben Spitzen-Funktionären vor dieser Wahl. Doch schon ist der "ewige Sepp" (Blatter ist 79 Jahre alt) wieder in seinem Element. "Ich vergebe, aber ich vergesse nicht", sagte er nach der Wahl. Und untermauerte dies gestern mit Attacken gegen UEFA-Chef Michel Platini und DFB-Präsident Wolfgang Niersbach.

"Kronzeuge" Beckenbauer

Deutschlands Fußball-Kaiser Franz Beckenbauer, der Blatter verteidigte, benutzt er dabei als Kronzeugen. "Er sagte mir, er jedenfalls habe den deutschen Verbandspräsidenten zusammengefaltet, weil der gegen mich stimmte", sagte Blatter der Schweizer Zeitung "Sonntagsblick". Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) reagierte verwundert: "Keine Ahnung, wie Blatter auf so was kommt, ein Telefonat mit dem Inhalt hat überhaupt nicht stattgefunden. Im Übrigen war es ein Beschluss des gesamten DFB-Präsidiums, für den Wechsel an der FIFA-Spitze zu stimmen", sagte DFB-Mediendirektor Ralf Köttker. Auch Beckenbauer widersprach: "Ich habe mit Wolfgang Niersbach freundschaftlich diskutiert."

Über Platini erzählte Blatter, dass dieser ihm bei einem Vier-Augen-Gespräch in der FIFA-Zentrale am Donnerstag vorgeschlagen habe, "einen guten Whisky unter Freunden" zu trinken. Dies habe er abgelehnt. Anschließend habe ihm der Franzose offenbar eine goldene Brücke bauen wollen: "Und dann meinte er allen Ernstes: ‘Sepp, du machst den Kongress und am Schluss gibst du bekannt, dass du zurücktrittst. Du bekommst ein gigantisches Fest und dein Büro hier bei der FIFA kannst du behalten.’" Blatters Spott belegt, dass der Konflikt mit den Gegnern der UEFA lange nicht ausgestanden ist. Noch gibt es aber kein Foul der FIFA am europäischen Fußball. So behielt die UEFA die Startplätze für die Weltmeisterschaften 2018 und 2022. In Russland werden 14 der 32 Nationen aus Europa sein (die Gastgeber sind automatisch qualifiziert), 2022 sind es die üblichen 13 Länder. 2026 könnte die Zahl der Teilnehmer von 32 auf 40 steigen.

Druck von Sponsoren?

Ungeachtet dessen wähnt sich Blatter zwar in der Siegerrolle, das letzte Wort sollte trotzdem noch nicht gesprochen sein. So kündigte die amerikanische Steuerfahndung im FIFA-Korruptions-Skandal bei WM-Vergaben weitere Ermittlungen an. Außerdem werden sich die UEFA-Granden am Wochenende beim Champions-League-Finale in Berlin treffen. Ein WM-Boykott ist aber so gut wie auszuschließen, auch wenn sich gestern der britische Sportminister John Whittingdale dafür aussprach.

Der britische Prinz William hat indes die Sponsoren der FIFA aufgefordert, im Korruptionsskandal Reformdruck auf den Fußball-Weltverband auszuüben. Die Sponsoren müssten nun "ihren Beitrag leisten", damit bei der FIFA Sport wieder an erster Stelle stehe, sagte der 32-Jährige. Prinz William ist Präsident des englischen Fußballverbands FA. Um in der Reformdebatte glaubwürdig zu sein, müsse die FA selbst vorbildhaft sein, betonte der Prinz. (viel)

 

Joseph Blatter: Das uneinige Europa ging als Verlierer aus der Wahl, Wladimir Putin und Franz Beckenbauer freuten sich mit dem 69-Jährigen.

„Die UEFA hat ja noch nicht einmal einen eigenen Kandidaten vorzuweisen. Er (Blatter) hat ja im Grunde immer nur die Europäer gegen sich, sofern die überhaupt in der Lage sind, geschlossen aufzutreten.“

Franz Beckenbauer, Ehrenpräsident B. München
„Es werden weitere Skandale auftauchen, und dann wird er zurücktreten müssen.“

Greg Dyke, Präsident des englischen Fußball-Verbandes
„Wenn die absolute Mehrheit der FIFA-Familie so abgestimmt hat, ist das irreversibel. Aber wir werden von Europa aus das Thema Sauberkeit und Glaubwürdigkeit intensiv weiterverfolgen.“

Leo Windtner, ÖFB-Präsident
„Ich bin zuversichtlich, dass die Erfahrungen, der Professionalismus und das hohe Ansehen Blatter helfen werden, zur weiteren Verbreitung und weiteren Beliebtheit des Spiels in der ganzen Welt beizutragen.“

Wladimir Putin, Russlands Präsident, zur Wiederwahl
"Die nächste WM im Jahr 2018 findet in Russland statt."

 

Pressestimmen: „Es drohen Verhältnisse wie im Boxen“

„Schämt euch für diese Wahl.“
Bild, Deutschland

„Europas Versagen. Es gibt auch einen Grund, die Wiederwahl Sepp Blatters zu begrüßen. Immerhin wirft die Fußballfamilie mit diesem Votum den US-Ermittlern den Fehdehandschuh hin.“
Süddeutsche Zeitung, Deutschland

„Man muss naiv sein, um zu glauben, dass die FIFA von heute auf morgen ihre Unschuld wiederfindet. Das System ist da, fest verankert mit seinen Lügen und seiner Geldgier. Die Reform wird mit oder ohne Blatter Jahre dauern.“
Le Figaro, Frankreich

„Für Sepp Blatter ist die Wiederwahl der bedeutendste Sieg seiner bisherigen Fußballkarriere. Doch der Krieg ist nicht vorüber. Vor allem UEFA-Chef Michel Platini ist nicht im Begriff, den Konflikt beizulegen, bei dem es auch um die WM 2018 in Russland geht.“
Kommersant, Russland

„Der Konflikt mit dem europäischen Fußballverband UEFA wird an Schärfe zunehmen, es drohen Verhältnisse wie im Boxen: mehrere Verbände, die einander die Legitimation absprechen. Und dazu wartet auf Sepp Blatter die große Herausforderung in den USA.“
Tagesanzeiger, Schweiz

„Blatter wird also auch in der letzten Amtszeit nicht zum Helden der Öffentlichkeit aufsteigen.“
NZZ, Schweiz

„Jetzt wird es darum gehen, ob die Ermittlungen ihn zu Fall bringen können ... oder ob die (englische) Football Association und andere UEFA-Mitglieder, die so erbittert gegen ihn sind, Drohungen wahr machen, die Weltmeisterschaft zu boykottieren oder sich ganz aus der FIFA zurückzuziehen.“
Telegraph, England

„Das Gesetz von Blatter: Er gewinnt auch im Schlamm. Sepp V. ist bestätigt. Für den Moment. Aber die Schwierigkeiten haben noch kein Ende.“
Gazzetta dello Sport, Italien

„Nichts wird anders. Das Geschäft geht weiter.“
Marca, Spanien

„Die Wahl wird den Ruf der FIFA nicht verbessern, aber sie ist ein lehrreiches Beispiel dafür, wie die Welt aussähe, würde die FIFA sie steuern.“
Wall Street Journal, USA

 

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8  Kommentare
8  Kommentare
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mitreden (28.669 Kommentare)
am 01.06.2015 07:52

den "kaiser", und dann gehen sie miteinander....

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1949wien (4.182 Kommentare)
am 01.06.2015 10:12

...ja, hoffentlich erwischt`s den Kaiser bald, damit er sich nie mehr bei den Schicki-Micki Idioten im Oktoberfest, oder bei der Weißwurst-Partie am Fuße des Wilden Kaisers zeigen kann. Mit seiner Aussage, dass er auf der Baustelle der Fußball WM in Katar keine Sklaven bzw. Arbeiter in Ketten gesehen hat, bewiest, welches charakterloser Idiot er eigentlich ist. Dabei hat es dort schon hunderte Tote gegeben. Die Arbeiter schuften dort tatsächlich wie Sklaven! Was hat der Beckenbauer denn schon geleistet außer Fußballspielen und Millionen scheffeln ?

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1949wien (4.182 Kommentare)
am 01.06.2015 01:03

..typisch, dass sich Beckenbauer auf die Seite von Platter schlägt! Das entspricht ganz seinem miesen Charakter.

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kratzfrei (19.103 Kommentare)
am 01.06.2015 00:36

Im Fussball werden irrwitzige Millionensummen für/an Spieler bezahlt und niemanden scheint das zu stören.
Es ist auch klar, dass Fussball ein Pöbelsport ist und wahrscheinlich deshalb so gegen Platter vom Leder gezogen wird.
Wo hier der Spott verborgen sein soll ist fraglich.
Gut mit 79 ist man zwar alt, doch so kann man einfach nicht mit einem FIFA- Präsidenten umgehen.
Die USA haben die Politik in diesen Sport gebracht und Politik hat im Sport nichts verloren.

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1949wien (4.182 Kommentare)
am 01.06.2015 00:54

...wie soll man denn mit so einem korrupten Ar......h umgehen. Dieser charakterlose Hochstapler gehört sofort hinter Gitter!

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EugeniehGalton (2.880 Kommentare)
am 01.06.2015 09:57

und 1949wien
wie soll man denn mit so einem korrupten Ar......h umgehen. Dieser charakterlose Hochstapler gehört sofort hinter Gitter!

Beweise?

würde ich dich kennen und du mich so betiteln, eine Anzeige wäre dir gewiss.

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( Kommentare)
am 01.06.2015 10:17

für jemanden, der kürzlich noch behauptet hat, aus dem fernen Ausland zu sein und alles mit google-translate übersetzen zu müssen, nicht wahr Eugenieh?

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1949wien (4.182 Kommentare)
am 01.06.2015 11:00

...wenn Du auch so ein Ar.......h wärst,würde ich Dich auch so betiteln! Aber ich hoffe Du bist anders. Wir haben Gott sei Dank das Recht zur freien Meinungsäußerung. Und die Wahrheit kann man da ruhig sagen.

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