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Blau Weiß Linz

Blau-Weiß sucht nicht um Bundesliga-Lizenz an

Von Raphael Watzinger   26. Oktober 2018 10:36 Uhr

Wachablöse des blau-weißen Gründungsvaters?
BW-Boss Walter Niedermayr

LINZ. Bei der gestrigen Mitglieder-Hauptversammlung gab der Linzer Zweitligist bekannt, nicht um die Lizenz für die Bundesliga anzusuchen.

Fast wie ein Geständnis wurde es von Blau-Weiß-Präsident Walter Niedermayr bei der gestrigen Mitglieder-Hauptversammlung  vorgetragen. „Wir werden nicht um die Bundesliga-Lizenz ansuchen.“

Im Gespräch mit den OÖNachrichten bestätigte der Klub-Boss am heutigen Freitag: „Es wäre grob fahrlässig, wenn wir uns jetzt schon in dieses Abenteuer stürzen würden.“

"Wir haben alles unternommen, um es irgendwie zu schaffen. Wirtschaftlich und organisatorisch sind wir aber einfach noch nicht so weit." Die hohen Kosten sind der Hauptgrund, warum Blau-Weiß (vorerst) Abstand vom österreichischen Fußball-Oberhaus nimmt.  Schließlich hätten bereits bis zum 1. Jänner 2019 einige Bundesliga-Vorgaben umgesetzt werden müssen, um im Falle des Titels auch aufsteigen zu dürfen. Die größten Brocken, die laut OÖN-Informationen auf den Verein zugekommen wären: Der Verein müsste 25 Profis gemeldet haben – aktuell kommt man in etwa auf zehn Vollzeit-Angestellte. Außerdem würde ein Cheftrainer mit UEFA-Pro-Lizenz gefordert werden. Thomas Sageder hat diese nicht.

Vor allem aber müsste der Verein in eine Spielbetriebs-GmbH umgewandelt werden. Für all das hätte man nicht nur intensive Vorarbeit, sondern auch Geld benötigt: Bis zu einer halben Million Euro würde dieser Mehraufwand kosten. Sucht ein Zweitligist um die "große Lizenz" für die Bundesliga an, hätte es zwar – auch wenn der Aufstieg danach nicht gelingen sollte – immerhin einen Lizenzbonus von 250.000 Euro als Entschädigung von der Liga gegeben, Niedermayr sagt aber: "Ich kann bei diesem Aufstiegs-Roulette nicht mitmachen. Ich will mir gar nicht ausdenken, was passiert, wenn wir das alles irgendwie stemmen und am Ende nicht aufsteigen. Dann könnten wir im Sommer wahrscheinlich den Schlüssel umdrehen und zusperren."

Bei den Fans und Mitgliedern war die Enttäuschung natürlich groß - trotzdem gab es vor allem eines: Verständnis. "Ich hatte vor der Hauptversammlung ein mulmiges Gefühl. Der Zuspruch und das entgegengebrachte Verständnis haben mir aber gezeigt, dass es die richtige Entscheidung war." Den Spielern wurde der Lizenz-Verzicht bereits beim gestrigen Abschlusstraining vor dem heutigen Auswärtsspiel bei den Young Violets mitgeteilt.

 

 

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