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Land des Lächelns und des langen Lebens

Das Land strahlt in sämtlichen Grüntönen. Bild: Florian Albert

Land des Lächelns und des langen Lebens

Sri Lanka bedeutet "strahlend schönes Land". Und das ist kein bisschen übertrieben: Die Pflanzenwelt der Tropeninsel leuchtet in allen Grüntönen, die Menschen sind extrem freundlich – und manchmal weinen dort sogar Kühe vor Freude.

Von Von Valerie Hader, 02. Februar 2016 - 00:04 Uhr

Lächeln kostet kein Geld", sagt Mister Lama und entblößt dabei seine weißen Zähne. Der 53-jährige Reiseführer zeigt uns eine Woche lang "sein" Land und wird dabei seinem vollen Namen Dayarathne Lamahewa – was übersetzt etwa "wissender Diamant" heißt – mehr als gerecht. Denn Sri Lanka, das gerade einmal so groß ist wie Bayern, hat nicht nur landschaftlich und kulturell eine unglaubliche Vielfalt zu bieten, sondern ist auch überaus gesegnet mit Geschichte – und Geschichten. Oder, wie Mister Lama das ausdrückt: "Wir sind ein sehr reiches Land." Und wer sich umschaut, muss ihm recht geben: überall wachsen Kokospalmen, es gibt frische Früchte an jeder Ecke und Gewürze im Überfluss.

Das alles wussten auch schon die Europäer vor vielen Jahrhunderten zu schätzen. Die Portugiesen kamen zu Beginn des 16. Jahrhunderts, ihnen folgten die Holländer und schließlich die Briten, die 150 Jahre (bis 1948) blieben und dem kleinen Land Kolonialarchitektur, Eisenbahnlinien, Teeplantagen, das Schulsystem und die Leidenschaft für Cricket hinterließen. Die Teamsportart, die ein wenig an Baseball erinnert, ist der Nationalsport in Sri Lanka: Fernsehübertragungen wichtiger Spiele sind Pflichttermine. In den Dörfern kann man Kindern beim Training zuschauen, und kaum ein Bub träumt nicht davon, Cricket-Profi zu werden.

Sri Lanka – die Insel der Götter

Doch vor allem sind es der Glaube und die Religion, die das Leben der Menschen auf der Insel prägen. Und man kennt viele Götter in Sri Lanka. Hindus praktizieren ihren Glauben genauso wie Moslems und Christen, Hindutempel liegen gleich neben Moscheen und Kirchen.

Vor allem aber ist das frühere Ceylon die Insel Buddhas. Die Menschen verehren seine Abbilder in den rund 70.000 Tempeln, pilgern zu heiligen Plätzen und haben auch keine Scheu, bei Alltagsproblemen Hindu- und Naturgötter um Hilfe zu bitten. Oder eben das Universum. Jedes Kind erhält in Sri Lanka bei seiner Geburt ein Horoskop für das ganze Leben. "Und danach richten wir uns genau", sagt Mister Lama. Und dann ist da noch das Karma – das praktisch über allem steht.

Land des Lächelns und des langen Lebens
 
Bild: Administrator

Alles dreht sich ums Karma

Der Glaube, dass sich jede gute und schlechte Tat eines Menschen entsprechend auf sein eigenes Lebensglück auswirkt, ist in Sri Lanka fest verankert. "Wenn bei uns jemand krank ist oder Unglück hatte, dann kauft er eine Kuh beim Schlachter und schenkt ihr die Freiheit. Wir tun Gutes, damit uns Gutes passiert", sagt Mister Lama. "Und manchmal weinen die Tiere dann sogar vor Dankbarkeit".

Wie die Sri Lanker das mit dem Karma im Straßenverkehr halten, wo das Gesetz anscheinend jeder gegen jeden und Stoßstange gegen Stoßstange lautet, ist dabei nicht ganz klar. Auch nicht, dass gerade in einem Land, in dem die Menschen so viel Sanftmut und Freundlichkeit ausstrahlen, bis vor kurzem noch ein grausamer Bürgerkrieg tobte. 26 Jahre lang lieferten sich die beiden größten Bevölkerungsgruppen, die Singhalesen und die Tamilen, erbitterte Gefechte um Land und Rechte, bei denen fast 100.000 Menschen ums Leben kamen. Eine klare Antwort hat niemand, dafür jeder seine eigene "Wahrheit".

Die Zukunft hat begonnen

Und auch wenn noch längst nicht alles vergessen – und bei weitem nicht aufgearbeitet – ist: Seit dem Ende des Kriegs im Jahr 2009 geht es steil bergauf mit dem kleinen Land. Auch die Spuren des verheerenden Tsunamis, der im Dezember 2004 auch Sri Lankas Küsten schwer getroffen hat, verblassen immer mehr.

Vielerorts wird gebaut, an den Stränden und auch im Hochland entstehen schicke neue Hotels, in die Jahre gekommene Anlagen werden renoviert, die touristische Infrastruktur wird verbessert. Die Sri Lanker glauben wieder an die Zukunft, und das ist deutlich sichtbar. "Es geht weiter bei uns", sagt Mister Lama. Und so hat sich die Insel in den vergangenen Jahren von einem Krisenherd in ein touristisches Paradies verwandelt.

Im sogenannten Kulturdreieck im Landesinneren beeindrucken Ausgrabungen der alten Hauptstädte Anuradhapura und Polonnaruwa. Kandy, die alte Königsstadt im Bergland, ist nicht nur eine quirlige Metropole – dort befindet sich mit dem Zahntempel, in dem ein Eckzahn Buddhas aufbewahrt wird, auch das wichtigste Pilgerziel der Insel. Naturliebhaber kommen in Sri Lanka ebenfalls auf ihre Kosten: In den 26 Nationalparks tummeln sich Elefanten, Leoparden und Wasserbüffel. Und nicht zu vergessen die Affen, die frank und frei (und oft ziemlich frech) über Wiesen und Wege springen.

Die Hauptstadt Colombo lassen viele – zu Unrecht – links liegen. Das geschäftige Pettah-Viertel, ein Cocktail auf der weißgetünchten Hotelterrasse im eleganten Galle Face Hotel oder eine Fahrt mit dem Tuk-Tuk gehören dort einfach dazu. Genauso wie eine stilechte Tasse Ceylon-Tee oder das Handeln und Feilschen auf den Märkten und Basaren Sri Lankas.

Das Wissen vom langen Leben

Sonnenanbeter genießen die zahlreichen Bilderbuchstrände, und Gesundheitsurlauber können sich in Sri Lanka ayurvedisch behandeln und verwöhnen lassen. Die jahrtausendealte Heilkunst, die übersetzt so viel wie "Wissen vom langen Leben" bedeutet, ist in Sri Lanka ohnehin allgegenwärtig. Und das heißt für die Menschen: früh aufstehen, danach folgt ein Glas warmes Wasser und die Morgentoilette. "Götterbadezeit heißt das bei uns", sagt Mister Lama. Frühstück, Mittag- und Abendessen werden warm genossen, und abends geht man zum Nachbarn auf eine kleine Unterhaltung.

Die Menschen auf der Insel lieben es auch zu feiern – und haben sie auch reichlich Gelegenheit dazu. "Die Tamilen haben ihre Feiertage, die Christen, die Moslems und die Buddhisten natürlich auch.

Und die feiern wir alle mit", sagt Mister Lama. "Damit haben wir weltweit die meisten Urlaubstage. Da sind wir sozusagen Champions", sagt er – und lacht.

Sri Lanka in Kürze

Die Tropeninsel ist etwa so groß wie Bayern, liegt südlich von Indien und hat rund 22 Millionen Einwohner. Nach der Unabhängigkeit des Landes 1948 blieb Colombo Hauptstadt, allerdings liegt der Regierungssitz seit 1982 in Sri Jayawardenepura im Südosten der Stadt.

Landeswährung ist die Sri-Lanka-Rupie (Rs.): Ein Euro sind etwa 150 Rupien; ein einfaches Dinner kostet 200, ein einheimisches Bier gut 300 Rs.

Das Klima: In Sri Lanka herrscht tropisches Klima. Die Temperaturen sind über das ganze Jahr hinweg schwülwarm, und man unterscheidet nicht zwischen Jahreszeiten, sondern zwischen Regen- und Trockenzeiten. An schönen Stränden besteht in Sri Lanka kein Mangel. Und irgendwo ist immer gerade Badesaison.

Vor der Einreise ist online eine Reisegenehmigung (30 Dollar) zu beantragen.

Die Anreise: Austrian Airlines direkt von Wien nach Colombo, die Flugzeit beträgt etwa neun Stunden, Ticketpreise starten bei 500 Euro, Infos und Buchungen: www.austrian.com

Sri Lanka-Highlights und Eigenheiten

Grandiose Landschaften, farbenfrohe Märkte, beeindruckende Tempel und archäologische Stätten: In Sri Lanka gibt es viel zu sehen. Nicht verpassen sollte man:

Sigiriya: Die berühmten "Wolkenmädchen" – Wandmalereien von barbusigen Schönheiten und eine prächtige Aussicht entschädigen für den Aufstieg auf den 200 Meter hohen "Löwenfelsen".

Kandy: Hier wird die heiligste Reliquie des Landes, ein Eckzahn Buddhas, gehütet. Ein besonderes Erlebnis: der Besuch während einer der drei täglichen Puja-Zeremonien, bei der Scharen von Pilgern unter Trommelklängen dem Heiligtum entgegenströmen.

Colombo: Die geschäftige Hauptstadt mit ihren bunten Märkten und Basaren ist ebenfalls einen Besuch wert. Wem der Trubel zu viel wird, der gönnt sich einen Drink auf der Terrasse des eleganten Face Galle Hotels und genießt Kolonialflair vom Feinsten.

Kokosnuss am Straßenrand: Nahezu an jeder Ecke werden günstig frische Kokosnüsse angeboten. Das Kokoswasser trinkt man mit Strohhalm, danach öffnet der Verkäufer die Schale, so dass man das Fleisch daraus löffeln kann.

Gewürze gehören zum natürlichen Reichtum der Insel. Vor allem zwischen Kandy und Matale findet man immer viele "Spice Gardens". Im Rahmen einer Führung erfährt man hier, wie Pfeffer, Ingwer, Zimt & Co wachsen, und kann auch so manch ayurvedisches Mittel gegen Wehwehchen erwerben.

Tea-Time: Tee gehört dazu. Den Weg vom grünen Teeblatt zur aromatischen Tasse kann man in einer der zahlreichen Teefabriken mitverfolgen. Im Anschluss gibt’s eine Verkostung.

Ayurveda: hat eine lange Tradition auf Sri Lanka und bedeutet "das Wissen vom langen Leben".  Ayurveda-Mediziner betrachten den Menschen ganzheitlich als Einheit von Körper, Geist und Seele. Zentrale Elemente der Kuren sind Massagen und Reinigungstechniken, Ernährungslehre, Yoga und Medizin auf Heilkräuterbasis.

Ja, nein oder doch? Sri Lanker sind sehr freundliche Menschen. Eine für uns eher ungewohnte Geste ist allerdings das Wiegen des Kopfes. Es bedeutet weder Ablehnung noch Zustimmung, sondern eher "Schau ma mal".

Reiseplanung: TUI bietet zahlreiche geführte Rundreisen mit deutschsprachiger Reiseleitung an: Höhepunkte Sri Lankas (5 Nächte) für Einsteiger; Naturerlebnis Regenwald (4 Nächte samt Übernachtung im umgebauten Schiffscontainer); Sri Lanka auf die feine Art (6 Nächte in architektonisch interessanten Hotels und die klassische Sri-Lanka-Rundreise (7 Nächte). Info & Buchung im TUI- Reisebüro und auf www.tui.at

Hoteltipps: Uga Bay Resort, Passikudah; Cinnamon Lakeside Hotel, Colombo; The Heritance, Ahungalla und Siddhalepa Ayurveda Health Resort in Wadduwa.

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