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Eine schlafende Schönheit

Wenig Glück hatte Mons mit der 85 Meter langen und 16 Meter hohen Holz-Installation »The Passenger«. Diese brach Ende Dezember zusammen. Sie wird aber wieder aufgebaut. Bild: EPA

Eine schlafende Schönheit

Mons, die belgische Kulturhauptstadt 2015, ist eine schlafende Schönheit. Die Universitätsstadt inmitten eines einstigen Kohlereviers, ist dabei, sich aufzuhübschen.

05. Januar 2015 - 00:04 Uhr

Es wird gehämmert und gebohrt, damit sich die überschaubar große Altstadt den erwarteten zwei Millionen Besuchern im Kulturhauptstadtjahr als Schatzkästchen präsentieren kann.

Viele der Bürgerhäuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert erstrahlen in neuem Glanz, der 87 Meter hohe Belfried – der einzig barocke seiner Art in Belgien – sieht aus wie erst im Vorjahr errichtet, viele Gassen sind neu gepflastert.

Aber auch wenn man die Gäste mit großem Bahnhof empfangen möchte, so muss dies ohne neuen Bahnhof geschehen. Das von Santiago Calatrava, und damit einem Star seiner Zunft, geplante, 150 Millionen Euro teure Verkehrsbauwerk wird nicht rechtzeitig fertig und soll nach dem Kulturhauptstadtjahr eröffnen. Rechtzeitig wird hingegen das neue Kongresszentrum MICX nebenan nutzbar sein. Wie ein schnittiger Schiffsbug ragt der 32 Millionen Euro teure Bau aus Glas und Metall hinter den Gleisen in die Höhe.

Dass Mons auch abseits des Kulturhauptstadtjahres derlei Großprojekte verwirklichen kann, liegt nicht zuletzt an dem seit 2001 amtierenden Bürgermeister Elio Di Rupo. Dem Politiker, der auch belgischer Premierminister war, gelang es, die vergessene Universitätsstadt langsam wieder auf die Landkarten zu bringen.

Dass Mons stets Verwaltungs- und nicht Bergbaustadt gewesen war, merkt man dem hügeligen Ort samt Palais, Grand Place und Stiftskirche Sainte-Waudru an – dass diese reiche Vergangenheit eine Weile zurückliegt ebenfalls.

Deshalb geht es 2015 nicht zuletzt darum, das Selbstbewusstsein der Bürger aufzurichten. Entsprechend viele Projekte setzen auf Beteiligung der Bewohner.

"Wir wollen primär Leute aus einem Umkreis von 250 Kilometern anziehen – was praktisch alle Metropolen Nordwesteuropas einschließt, von Paris über London bis Köln", sagt Yves Vasseur, Intendant des Kulturhauptstadtjahres: "Viele Menschen aus Nordeuropa fahren im Urlaub auf dem Weg Richtung Süden durch Mons – aber sie halten hier nie an! Ich werde mich jetzt nicht auf die Gleise werfen, um den Zug anzuhalten."

Die Belgier haben mehr als 300 Veranstaltungen für das Kulturhauptstadtjahr programmiert, darunter 20 große Ausstellungen. Dafür hat man sich 18 Partnerstädte ins Boot geholt – von Lille bis Mechelen.

Gelingen soll dabei nichts weniger als die "Renaissance" – eine Wiedergeburt der Region in der südlichen Wallonie und eine Transformation der darbenden einstigen Bergbauregion in ein "Creative Valley". Für die Eröffnungsfeier unter dem Titel "Erleuchtung" setzt man auf Feuerwerk und 18.000 Silberponchos, die man an die erhofften bis zu 100.000 Besucher verteilt. "Mons steht einfach für permanentes Happening", so die Ankündigung des Programmhefts.

In der ersten "Jahreszeit" des Festkalenders, der "Blendung", steht dann ab 25. Jänner gleich die große Blockbuster-Ausstellung zu Van Gogh an, der von 1878 bis 1880 knapp zwei Jahre in der Region lebte und hier die Entscheidung traf, Künstler zu werden. Zu seiner Genese und seinen Vorbildern, aber auch mit rund 80 eigenen Werke des berühmten Gasts will Mons alleine bis zu 250.000 Besucher locken.

Wenig Glück hatte Mons mit der 85 Meter langen und 16 Meter hohen Holz-Installation "The Passenger". Diese brach Ende Dezember zusammen. Der Schaden sei aber nicht hoch, so der Künstler, die Installation werde wieder aufgebaut. (kran)

 

Kulturhauptstadt 2015

Am 24. Jänner beginnt das Kulturhauptstadtjahr in Mons offiziell mit Eröffnungsfeier und der Ausstellung „Mons Superstar“.

Einen Tag später startet einer der Höhepunkte, die Ausstellung „Van Gogh im Borinage“, die bis 17. Mai dauert.

Am 3. April wird das Konzerthaus Arsonic eröffnet.

Einen Tag später öffnen fünf neue Museen: Artothek, Mons Memorial Museum, Doudou Museum, das neue Beffroi-Museum und Silex.

Ab 17. Juli erstrahlt die Sonnenblumeninstallation „Sun City“ auf dem Grand Place.

Von 4. bis 11. Oktober öffnet das Musikfestival „Eine Woche mit Orlando di Lasso“.

Ab 17. Oktober öffnet die Ausstellung „Verlaine. Zelle 252“ im Beaux-Arts Mons.
Das komplette Programm und alle Fakten rund um die Europäische Kulturhauptstadt 2015 in Mons gibt es in Englisch und Französisch auf: mons2015.eu

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