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Landespolitik

Land und Behörden fahren Einsatzstäbe wieder hoch

Von Alexander Zens  11. Juli 2020 00:04 Uhr

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Rotes Kreuz stockt auf, um zu testen.

LINZ. Einsatzstäbe und Kontrollen werden verstärkt – Quarantäne teilweise trotz negativen Tests.

Am Freitag ist die Zahl der aktuell Corona-Erkrankten in Oberösterreich um 23 auf 537 gestiegen. Binnen einer Woche hat sich die Zahl fast verdoppelt. Dem Freikirchen-Cluster sind mittlerweile insgesamt 222 Fälle zuzuordnen.

Wegen der verschärften Lage fahren Land, Behörden und Einsatzorganisationen ihre Corona-Stäbe wieder hoch – bei den meisten Stellen zwar nicht auf die Kapazitäten von März oder April, aber im Vergleich zum Juni ist die Intensität deutlich gestiegen. Das zeigen aktuelle Zahlen.

Krisenstab: Zentral koordiniert wird das Krisenmanagement in Oberösterreich vom Krisenstab des Landes in Linz, dem Politiker, Beamte, Experten und Vertreter der Einsatzorganisationen angehören. Derzeit kommen täglich im Schnitt 45 Personen zusammen, teilt der Krisenstab auf Anfrage mit. Im März waren es 70, in der zweiten Juni-Hälfte nur noch 35. Wenn Bedarf sei, werde ausgebaut, etwa mit Kollegen aus verschiedenen Teilen des Landesdienstes. Es gibt auch Freiwillige. So haben sich 520 Landesmusikschullehrer gemeldet, um in unterschiedlichen Bereichen im Land mithelfen.

Regionale Teams: In den Bezirksverwaltungsbehörden waren zu Spitzenzeiten bis zu 500 Mitarbeiter im Einsatz. Das sind die Bezirkshauptmannschaften und Magistrate, die als Gesundheitsbehörden agieren. Hier wurden die Kapazitäten bis Juni ähnlich wie beim Krisenstab heruntergefahren und nun wieder verstärkt. Aktuell sind es rund 170 Mitarbeiter. Es geht in den Bezirken vor allem um die Suche nach Kontaktpersonen von Infizierten. Ihnen helfen seit Mitte der Woche 25 Soldaten, die vom Land angefordert wurden.

Arbeitsweise: Im März und April waren neben der Bewältigung der steigenden Fallzahlen auch die Beschaffung von Schutzausrüstung und Schaffung von Ressourcen in Spitälern große Themen der Einsatzstäbe. Derzeit bestimmt vor allem die Personensuche die Arbeit.

Vorbereitung: Zu Kritik, wonach es das Land und die Behörden in Zeiten mit niedrigeren Fallzahlen verabsäumt hätten, sich ordentlich aufzustellen, wird mitgeteilt: "Der Krisenstab war seit seiner Einberufung jeden Tag im Einsatz, auch an Wochenenden und Feiertagen." Die Zahl der Mitarbeiter werde den aktuellen Fallzahlen angepasst. Das Land betont, dass die Bundes-Gesundheitsagentur Ages Oberösterreich schriftlich attestiere, in der Pandemie bisher "ausgezeichnet agiert" zu haben. Landeshauptmann Thomas Stelzer (VP) sagte diese Woche, dass Fehler passieren, man aber schnellst- und bestmöglich reagiert habe.

Zentralraum: Auch die Corona-Kapazitäten in Linz und Wels wurden über die Zeit reduziert und wieder erhöht. Der Linzer Bürgermeister Klaus Luger (SP) sagt, dass der Krisenstab selbst immer voll besetzt gewesen sei. Ab Mitte Mai hätten Mitarbeiter auch wieder ihre angestammten Aufgaben erfüllen müssen. "Ich halte fest, dass wir stets ausreichend Personal zur Verfügung hatten." Man agiere situationsabhängig und sei gut vorbereitet, sagt der Welser Bürgermeister Andreas Rabl (FP). In der Zeit mit null Infektionen habe der Krisenstab eine etwas geringere Sitzungsfrequenz gehabt.

Tests: Das Rote Kreuz stockt seit zwei Wochen die Zahl jener Mitarbeiter, die nur im Corona-Einsatz sind, auf – von 120 auf 195. Sie sind überwiegend mit dem Abnehmen von Proben (mobil oder Drive-in) beschäftigt. Alle Beteiligten arbeiten daran, die Zeit zwischen Meldung, Test und Ergebnis zu reduzieren, so der Krisenstab: "Es gibt immer Verbesserungspotenzial."

Quarantäne: Betroffene sind überrascht, dass man teilweise trotz negativen Tests in Quarantäne bleiben muss. Diese Entscheidung hängt wegen der langen Inkubationszeit davon ab, wie eng der Kontakt von Verdachtsfällen mit einem Infizierten gewesen ist.

Anzeigen: Die Polizei hat die Zahl der Kontrollen seit Juni in etwa verzehnfacht. In fünf Tagen wurde zuletzt 506-mal geprüft, ob sich Personen an die Quarantäne halten und zuhause sind. Es kam zu elf Anzeigen. Die Strafen betrugen laut Krisenstab rund 300 Euro.

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Alexander Zens

Redakteur Politik

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