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Landespolitik

"Wir müssen mit der Pandemie leben"

Von Heinz Steinbock  29. Juni 2022 00:04 Uhr

"Wir müssen mit der Pandemie leben"
Kaineder, Stelzer: "Belastungen der Bevölkerung möglichst gering halten"

LINZ. Landeshauptmann Stelzer und Landesrat Kaineder fordern lockerere Quarantäneregeln – Abwassermonitoring wird ausgeweitet.

Der Vergleich der mittlerweile sechsten Corona-Welle mit früheren zeige: "Es ist Faktum geworden, dass Corona bleiben wird", sagte Landeshauptmann Thomas Stelzer (VP). Gemeinsam mit Umweltlandesrat Stefan Kaineder (Grüne) präsentierte er am Montag das ausgeweitete Abwassermonitoring des Landes. Den Termin nutzten beide, um auch eine Lockerung der Quarantäneregeln zu fordern.

Infektionswellen seien nicht zu verhindern, "Corona stellt sich jetzt aber anders dar", begründete Stelzer: "Daher geht es darum, wie können wir bestmöglich damit umgehen." Dass die Quarantänepflicht neu geregelt wird, "würde ich nach dem aktuellen Kenntnisstand sehr unterstützen", sagte Stelzer. Es gebe mit der beschlossenen Änderung des Epidemiegesetzes die Möglichkeit für den Gesundheitsminister, "die Zeit zu verkürzen und etwa mit einer Maskenpflicht zu überbrücken".

"Rückkehr zur Normalität"

Zur Rückkehr zur Normalität gehöre auch, "dass wir nicht mehr daran festhalten, die Leute für viele Tage in Quarantäne zu setzen. Wir müssen mit der Pandemie leben." Dem stimme er zu, sagte Kaineder: "Unser Ziel muss es ja sein, die Maßnahmen so weit wie möglich zu reduzieren, damit ein normales Leben möglich ist. Da sollten wir uns vortasten, auch was die Quarantäne betrifft."

Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) bestätigte am Montag im ORF-"Mittagsjournal", dass es derartige Überlegungen gibt: "Wir bereiten uns seit Monaten vor, auf den Sommer, auf den Herbst. Teil dieser Vorbereitung ist auch, zu prüfen, wie gehen wir um mit der Absonderung von Infizierten und Kontaktpersonen. Wir bereiten verschiedene Möglichkeiten vor, je nach Virusvariante."

Gleichzeitig betonte Rauch aber, dass es keinen "Schnellschuss" geben werde. Zuvor hatte Rauchs Sprecher erklärt, man arbeite aktuell am Varianten-Management-Plan – dabei gebe es "natürlich" auch immer wieder Planungen und Konzepte zum Thema Quarantäne und Absonderung. Auch die aktuell vorherrschende Corona-Variante spiele bei den Überlegungen eine Rolle.

Bei allen Überlegungen sei aber erforderlich, einen verlässlichen Überblick über das Pandemiegeschehen zu haben, sagte Stelzer: Das ist der Grund, warum das Abwassermonitoring in Oberösterreich jetzt ausgebaut wird. Mit dem Wegfall zahlreicher Maßnahmen und dem nicht mehr verpflichtenden 3-G-Nachweis hat sich auch die Anzahl der Corona-Tests deutlich verringert. Beim Abwassermonitoring werden Proben aus Kläranlagen auf Spuren von Viren untersucht. Laut Experten lässt sich damit das Infektionsgeschehen mit dem Vorsprung von rund einer Woche vorhersagen.

Derzeit gibt es zwei bundesweite Abwassermonitoring-Programme. Im Monitoring des Gesundheitsministeriums werden die größten Kläranlagen Österreichs beprobt. In Oberösterreich betrifft das den Zentralraum. Im "Schulstandortmonitoring" des Bildungsministeriums werden Kläranlagen im Einzugsgebiet der 108 österreichweit wichtigsten Schulstandorte beprobt, darunter fallen 16 oberösterreichische Kläranlagen. Erwartet wird aber, dass dieses Programm mit Ende August ausläuft.

"Flächendeckende" Proben

Dann werde Oberösterreich die Beprobung der 16 Schulstandorte übernehmen. Schon ab 4. Juli wird zudem in zehn weiteren Kläranlagen mit dem Landesmonitoring begonnen, sodass in Summe "repräsentativ und flächendeckend" Untersuchungen in 26 Regionen durchgeführt werden. Ausgewertet werden die Proben zweimal wöchentlich vom Salzkammergut-Klinikum Vöcklabruck.

Was die Corona-Impfung betrifft, so hat das Nationale Impfgremium (NIG) seine Empfehlung leicht geändert: Es gibt zwar weiter keine generelle Empfehlung für eine vierte Corona-Schutzimpfung, allerdings wird das Alterslimit für eine solche nun von 80 auf 65 Jahre gesenkt.

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Heinz Steinbock

Redakteur Innenpolitik

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