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Landespolitik

Strafe droht: 344.000 Oberösterreicher sind beim Impfen gegen Corona säumig

Von Alexander Zens  18. Januar 2022 00:04 Uhr

Strafe droht: 344.000 Oberösterreicher sind beim Impfen gegen Corona säumig
Die Impfpflicht wird in einigen Bezirken Niederösterreichs und des Burgenlandes weniger stark schlagend, weil die Impfbereitschaft dort recht hoch ist.

LINZ / WIEN. 20,5 Prozent der Erwachsenen im Bundesland haben noch gar keine Dosis bekommen Braunau ist bundesweit der Bezirk mit dem höchsten Anteil an Ungeimpften

Wer volljährig ist, muss sich gegen das Coronavirus impfen lassen. Das sieht die von der Bundesregierung ab Anfang Februar geplante Impfpflicht bis auf wenige Ausnahmen vor.

Wie vielen Oberösterreichern droht nun eine Strafe, sollten sie sich nicht rechtzeitig eine notwendige Impfung holen?

Es sind laut Landeskrisenstab rund 344.000 Personen bzw. 28,1 Prozent der 1,224 Millionen Erwachsenen im Bundesland (alle Zahlen Stand 16. Jänner). So viele sind gar nicht oder nicht ausreichend geimpft. Davon sind etwa 251.000 Personen ab 18 Jahren ungeimpft (20,5 Prozent der Erwachsenen). Der Rest setzt sich aus jenen zusammen, deren zweite Impfung oder Booster-Impfung fällig oder überfällig ist.

Video: Die CoV-Impfpflicht ist einen weiteren Schritt näher gerückt. Ein zuletzt noch entschärfter Gesetzesentwurf passierte nach wochenlanger Begutachtung und einem Rekord an Stellungnahmen den parlamentarischen Gesundheitsausschuss. 

Ob man gestraft wird oder nicht, wird davon abhängen, ob man die Impfintervalle einhält bzw. das Impfzertifikat (der Grüne Pass) gültig ist, wie das Gesundheitsministerium bestätigt. Derzeit ist Letzteres sowohl nach der zweiten als auch nach der dritten Impfung neun Monate gültig. Ab 1. Februar sind es nach der zweiten Impfung nur noch sechs Monate. Für diese konkreten Regelungen, die sich natürlich auch jederzeit ändern können, wird es neben dem Beschluss des Gesetzes am Donnerstag noch eine Verordnung des Gesundheitsministers brauchen.

Kontrolliert werden Verstöße, wie berichtet, erst ab 16. März.

In Oberösterreich und Kärnten gibt es beim Impfen den größten Aufholbedarf. Der Bezirk Braunau liegt mit 73,2 Prozent der Erwachsenen, die zumindest die erste Dosis der Impfung bekommen haben, bundesweit an letzter Stelle (ebenfalls Stand Sonntag). In Spittal an der Drau sind es 74 Prozent.

Besonders hoch ist die Impfbereitschaft hingegen in einigen Bezirken Niederösterreichs und des Burgenlands. An der Spitze liegt Mistelbach, wo schon 89,7 Prozent zumindest einmal geimpft wurden. Nur knapp weniger sind es in Oberpullendorf, Korneuburg, Eisenstadt-Umgebung und Rust. Im Durchschnitt sind 82 Prozent der in Österreich mit Hauptwohnsitz gemeldeten Erwachsenen zumindest einmal gegen das Coronavirus geimpft. Oberösterreich liegt mit 79,5 Prozent darunter.

Zwölf Bezirke über 20 Prozent

Wenn man die 18 Bezirke bzw. Statutarstädte in Oberösterreich vergleicht, ist natürlich auch Braunau mit seinen 26,8 Prozent (rund 23.500 erwachsene Personen) Spitzenreiter beim Anteil jener, die sich noch gar keine Impfdosis geholt haben. Dahinter folgen Vöcklabruck mit 21,9 Prozent und Schärding mit 21,8 Prozent. Insgesamt weisen zwölf Bezirke bzw. Statutarstädte in Oberösterreich bei den Personen ab 18 einen Ungeimpften-Anteil von einem Fünftel oder mehr auf. Im restlichen Österreich gibt es 17 weitere Bezirke mit so hohen Werten.

Weniger als 20 Prozent Ungeimpften-Anteil haben in Oberösterreich Urfahr-Umgebung (16,3 Prozent), Eferding (17,8), Linz-Land (18,9), Perg (18,9), Linz-Stadt (19,3) und Grieskirchen (19,7).

Um die Impfquoten zu heben, führt das Land auch "Impfwochen" von 10. bis 23. Jänner mit rund 100 zusätzlichen Impfangeboten durch. Vorige Woche gab es 53.000 Impfungen, um 11.000 mehr als in der Woche davor.

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Alexander Zens

Redakteur Politik

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