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SPÖ drängt auf Pflegereform: "Finanzierung klären"

15.Juni 2021

Gerstorfer mit Unterschriften

Der Anteil der über 85-Jährigen steigt um 40 Prozent bis 2030, bis 2025 braucht Oberösterreich 1600 Pflegekräfte zusätzlich. Derzeit stehen 450 Betten in Altenheimen frei, weil es zuwenig Mitarbeiter gibt, die sich um die Bewohner kümmern können. "Der Pflege gehen die Mitarbeiter aus", drängt Soziallandesrätin Birgit Gerstorfer (SP) daher rasch auf die Umsetzung der angekündigten Pflegereform.

Diese lässt – nicht zuletzt aufgrund des Ministerwechsels – auf sich warten: "Mit jedem neuen Zuständigen fangen wir von vorne an", so Gerstorfer. So gebe es noch immer keine Klarheit, wie die Finanzierung der Pflege aussehen solle und "keine Zielsteuerung über die zukünftige Verteilung der Aufgaben zwischen Bund, Länder und Gemeinden." Was zu tun sei, liege auf der Hand, ist die Soziallandesrätin überzeugt: "Die Bezahlung der Pflegeberufe verbessern und den Mindestpflegepersonalschlüssel erhöhen."

Dies würde auch helfen, den Pflegekräftemangel zu entschärfen, zeigte sich auch Stefan Bauer, Betriebsratsvorsitzender des Sozialhilfeverbandes Linz-Land, überzeugt: "Wir brauchen mehr Personal, um die Zeit für sinnstiftende und menschenwürdige Pflege zu haben." Mit einer Unterschriftenaktion wolle man neuerlich auf die Problematik aufmerksam machen.

Da die Reform auf Bundesebene auf sich warten lässt, sei mehr Budget auf Landesebene nötig, sagt Christian Jedinger, Landesvorsitzender der Gewerkschaft younion: "Ein erster wichtiger Baustein ist eine bessere Unterstützung während der Ausbildung." Die Ausbildungsplätze habe man bereits erhöht und ein Fachkräftestipendium eingeführt, betonte Gerstorfer.

Auch die VP Oberösterreich fordert Tempo bei der "zugesagten bundesweiten Pflegereform", so Sozialsprecher Wolfgang Hattmannsdorfer in einer Aussendung.

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