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Landespolitik

Politischer Aschermittwoch der FPÖ: Von nassen Fetzen und lässigen Typen

Von Barbara Eidenberger   17. Februar 2021 20:14 Uhr

Norbert Hofer und Manfred Haimbuchner

RIED/INNKREIS. Norbert Hofer und Manfred Haimbuchner traten in Doppel-Conférence auf – ein ungewöhnlich ruhiger blauer Aschermittwoch.

Wie bringt man biergeschwängerte Stimmung und deftige Schenkelklopfer in ein corona-konformes Format? Mit dieser Herausforderung sah sich die FPÖ beim heurigen Politischen Aschermittwoch konfrontiert und entschied sich dafür, es nicht zu versuchen. Stattdessen nahmen Bundesparteichef Norbert Hofer und Landesparteiobmann Manfred Haimbuchner in der etwas düster ausgeleuchteten Jahn-Turnhalle Platz und tauschten sich über das Krisenmanagement der Regierung, was man selbst besser gemacht hätte, private Anekdoten und freiheitliche Grundüberlegungen aus.

Auf den Fixtermin, der sich heuer zum 30. Mal jährt, habe man nicht verzichten wollen, waren sich beide einig, denn: „Zusammenhalten ist das Wichtigste, dann sind wir stark“, sagte Hofer.

Ganz ohne markige Sprüche kam man natürlich nicht aus, mangels Publikumsreaktion zündete aber nicht jede Pointe. Am Umgang der türkis-grünen Regierung mit der Pandemie ließen die beiden kein gutes Haar: „Die Bundesregierung hat das Land nicht durch die Krise, sondern die Krise durch das Land geführt.“ Vor allem Gesundheitsminister Rudi Anschober (Grüne) bekam sein Fett ab. „In jedem anderen Land der Welt hätte man so einen Gesundheitsminister mit dem nassen Fetzen hinausgetrieben“, so Hofer. Die Regierung habe keine Lösungen, sondern sei nur eine „PR-Maschine“, kritisierte Haimbuchner. „Nur Show, nichts dahinter“, ergänzte Hofer.

Als Ursache dafür machten die beiden die fehlende Ahnung von der „Lebenswelt der Österreicher“ aus. Die Freiheitlichen hingegen würden mitten im Leben stehen. „Bei den Corona-Maßnahmen hat man den Menschen vollkommen vergessen“, so der oberösterreichische FP-Chef.

„Ende der Tests in Schulen“

Er forderte einmal mehr ein Ende der Tests und der Maskenpflicht in Schulen. Zudem, sagte Haimbuchner, werde diese Generation „die Suppe auslöffeln“ müssen. „Die Regierung rühmt sich, so viele Subventionen auszuschütten. Das ist aber Steuergeld, nicht das Geld von Kanzler Kurz“, ergänzte Hofer. Man sei nicht nur mit einer Gesundheits- und Wirtschaftskrise konfrontiert, sondern auch mit einer Krise der Rechtsstaatlichkeit, warnte Haimbuchner im Hinblick auf die Verbote von Demonstrationen: „Wehret den Anfängen. Es muss wieder die Vernunft entscheiden, nicht PR-Auguren.“

Zwar stand die Pandemie im Zentrum des Gesprächs, ein kurzer Schwenk zum freiheitlichen Kernthema blieb aber nicht aus. Es sei eine Utopie, die Grenzen zu öffnen und jeden hereinzulassen, sagte Hofer. „Gescheiter ist es zu sagen: Wir schützen unser Land.“

Haimbuchner gab sich im Hinblick auf die Landtagswahl zuversichtlich und kündigte ein „starkes freiheitliches Lebenszeichen“ an. Dass er deutlich öfter und länger sprach, schien Hofer nicht zu stören. Die Rolle als Wahlhelfer übernahm er gerne, weil, so Hofer: „Du bist ein lässiger Typ, Mandi.“

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