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Landespolitik

"Rote Nacht": Feiern und Misstöne

Von Alexander Zens 15. Juni 2019 07:11 Uhr

Birgit Gerstorfer, Georg Brockmeyer, Klaus Luger

Landesgeschäftsführer verließ SPÖ-Fest früh, Bundes-Spitze war nicht vertreten.

Es gilt als das wichtigste Fest der Sozialdemokratie in Oberösterreich: die „Rote Nacht“. Am Donnerstagabend wurde im Linzer Schlossmuseum gefeiert, rund 800 Gäste waren angemeldet. Zwar unterhielten sich die meisten Besucher bestens, es gab aber auch Misstöne.

Ausgerechnet der erst seit Anfang Juni amtierende SP-Landesgeschäftsführer Georg Brockmeyer löste bei einigen Genossen Kopfschütteln aus. Er verließ das Fest schon nach rund einer Stunde – wegen Kinderbetreuungspflichten. Eine schlechte Symbolik zu Beginn seiner Tätigkeit, in die angesichts des Aufholbedarfs der SPÖ große Hoffnung gesetzt werde, war zu hören. Auch bei der SP-Konferenz des Bezirks Linz-Land war er zuletzt nicht dabei gewesen.

Brockmeyer, SP-Landesparteivorsitzende Birgit Gerstorfer und der Linzer Landtagsabgeordnete Peter Binder können die Kritik nicht nachvollziehen. Brockmeyers Lebensgefährtin ist Ärztin in Wien und hatte Nachtdienst. Er fuhr nach Wien, um beim dreijährigen Sohn zu sein. „Wir können als Sozialdemokraten nicht Halbe-Halbe fordern und es selbst nicht machen“, sagte Brockmeyer am Freitag, als er wieder in Linz war. Er versuche, alles mögliche wahrzunehmen – etwa das gestrige Bürgermeisterfest in Linz und zuletzt die Bezirkskonferenz Vöcklabruck. Gerstorfer sieht alles genau so, und die Rückmeldungen zu seiner Arbeit bisher seien sehr gut. Binder erinnert, die SPÖ sei eine Partei der Familienfreundlichkeit.

Verwundert waren etliche Funktionäre auch, dass trotz der Nationalratswahl im September niemand von der Bundespartei-Spitze nach Linz kam – etwa Chefin Pamela Rendi-Wagner oder Bundesgeschäftsführer Thomas Drozda. Gerstorfer sagt, dass das aufgrund der Nationalratssitzung in Wien klar gewesen sei. Binder jedoch hat „kein Verständnis“ dafür.

Weiterer Kritikpunkt – vor allem, aber nicht nur bei Leondinger SP-Vertretern: Der Wahlsieg von Bürgermeisterin Sabine Naderer-Jelinek mit 51 Prozent wurde bei den Eröffnungs-Statements nicht erwähnt. Binder nennt das „bedauerlich“. Brockmeyer und Gerstorfer erwidern, dass man diesen Erfolg bei vielen anderen Gelegenheiten immer wieder hervorhebe.

Klare Worte fand der Linzer Bürgermeister Klaus Luger zur allgemeinen Situation der SPÖ auf Bundesebene vor der Wahl gegenüber OÖN-TV: „Wir müssen aufhören, herumzueiern.“

> Video: Klare Worte bei der "Roten Nacht"

 

 

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Alexander Zens

Redakteur Politik

Alexander Zens
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