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Landespolitik

Haimbuchner: "Bodenständigkeit ist besser als High Life"

Von nachrichten.at   21. Mai 2019 11:25 Uhr

Haimbuchner tritt vor die Presse - Klinger wird neuer Landesrats
Manfred Haimbuchner, Wolfgang Klinger

LINZ. Nach dem Rücktritt von Landesrat Elmar Podgorschek hat FPÖ-Landesparteiobmann Manfred Haimbuchner heute dessen Nachfolger vorgestellt. Wie berichtet, wird der Gaspoltshofener Bürgermeister Wolfgang Klinger in die Landesregierung wechseln.

Zu Beginn der Pressekonferenz erzählte Haimbuchner, er habe am Freitag zu Hause am Rasenmähertraktor das Ibiza-Video gesehen und sei von den Äußerungen seines "langjährigen Weggefährten" Heinz-Christian Strache schmerzlich berührt gewesen: "Persönlich und politisch". Fest steht aber: "So ein Demokratieverständnis darf man einfach nicht an den Tag legen, ganz gleich, ob das eine Prahlerei oder eine besoffene Geschichte war."

Entlassung von Kickl "nicht notwendig"

Da die Verantwortlichen auf dem Video zurückgetreten sind, sei eine Entlassung von Innenminister Herbert Kickl  (FP) nicht notwendig gewesen, so Haimbuchner, der auffallend wenig Worte über die Situation auf Bundesebene verlor. Er sieht in Oberösterreich "überhaupt keinen Grund" an dem schwarz-blauen Arbeitsübereinkommen zu zweifeln.

Während die Landes-ÖVP signalisiert, sie habe den Rücktritt von Elmar Podgorschek zur Bedingung gemacht, ist die Darstellung Haimbuchners eine gänzlich andere. Podgorschek habe bereits am Sonntag signalisiert, als Landesrat zurückzutreten, um nicht erneut zur Zielscheibe zu werden und seine Familie zu schützen. Erneut deshalb, weil Podgorschek nach seiner umstrittenen Rede vor der AfD in Deutschland vor etwa einem Jahr immer wieder in der Kritik stand. 

Haimbuchner ging sogar soweit zu sagen: "Von der Landes-ÖVP sind keine Bedingungen gestellt worden." Das stellte Landeshauptmann Thomas Stelzer (VP) gestern in einer Pressekonferenz anders dar.  

Stelzer stünde wohl unter Druck, vermutete Haimbuchner, und meinte: "In einer Partnerschaft versuche ich gerne dem Herrn Landeshauptmann den Druck zu nehmen." Für ihn ist das Wesentliche, dass sich die FPÖ in Zukunft so aufstellt, dass man "glaubwürdig bleibt" und an der einen oder anderen Schraube dreht und noch besser werde. Der Gaspoltshofener Bürgermeister Wolfgang Klinger (FP) werde die Agenden von Elmar Podgorschek "eins zu eins" übernehmen.

Spitze gegen Strache: "Bodenständigkeit besser als High-Life"

Die vergangenen Stunden und Tagen seien nicht spurlos an ihm vorbeigegangen, sagte der neue FP-Sicherheitslandesrat Klinger, der am Donnerstag angelobt wird. Für ihn sei es das Schönste, als Politiker Probleme zu lösen. 

Schon beim Ruf von Haimbuchner vor einigen Jahren, als Nationalratsabgeordneter nach Wien zu gehen, sei Klinger kurz in einer Schockstarre gewesen. "Weil Wien ist ein anderes Pflaster und Fahrwasser." 14 Tage hatte er damals Bedenkfrist, nach einer Woche traf er seine Entscheidung.

Die Zusammenarbeit mit den Abgeordneten der anderen Parteien in den Ausschüssen in Wien sei nicht nur von Arbeit, sondern von Freundschaft geprägt gewesen. Umso überraschender kam dann das abrupte Ende. Im Gegensatz zum Ruf vor einigen Jahren kam nun der Anruf für Klinger sehr kurzfristig. 

Haimbuchner betonte seine Verbundenheit mit Klinger. Denn eines würde die beiden einen: "Bodenständigkeit ist besser als High-Life in der Welt." Dieser Seitenhieb galt wohl eindeutig Ex-Vizekanzler Strache. 

OÖN-TV: Klinger neuer FPÖ-Landesrat

Einen Misstrauensantrag im Parlament gegenüber Bundeskanzler Kurz werde die FPÖ nicht stellen. Ob sie bei einer anderen Partei mitstimmen wird, sei "eine Frage des FPÖ-Parlamentsklubs", so Haimbuchner, der noch am Vormittag mit dem neuen Parteichef Norbert Hofer telefoniert hatte. Dieser werde "zu 100 Prozent" als Spitzenkandidat in den Nationalratswahlkampf gehen. Haimbuchner will keine Parteifunktion mehr für Strache

Auf die Frage, ob Heinz-Christian Strache noch jemals eine Funktion in der FPÖ übertragen bekommen sollte, antwortete Haimbuchner mit einem klaren Nein. Zu einem möglichen Parteiausschluss von Strache wollte er sich nicht eindeutig äußern. 

Großspenden für seine Partei über Vereine in Oberösterreich könne Haimbuchner ausschließen: "Wir sind wirklich lupenrein."

 

 

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