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Landespolitik

Kindergartengebühren: 67 Gemeinden haben Nachmittagsbetreuung reduziert

Von Barbara Eidenberger 26. Juni 2019 00:04 Uhr

(Symbolbild)

LINZ. Landesrätin Haberlander verteidigt Gebühren, SPÖ und Grüne sprechen von "Rückschritt".

Die erste Kindertagesheimstatistik, in welcher sich die Folgen der Kindergartengebühren zeigen, legte Landeshauptmannstellvertreterin Christine Haberlander (VP) gestern vor. Seit Februar 2018 ist der Nachmittag in Oberösterreichs Kindergärten kostenpflichtig. Dies habe nicht zum "kritisierten Zusammenbruch des Systems" geführt, sagte Haberlander bei einer Pressekonferenz in Anspielung auf die zahlreichen Proteste gegen die Gebühren.

38 Gemeinden haben nun keine Nachmittagsbetreuung mehr. "Dabei handelt es sich vor allem um Kindergärten, die zum Beispiel ohnehin nur bis 14 Uhr geöffnet hatten", erklärte Haberlander. Sie sieht sich in der Einführung der Gebühren ab 13 Uhr bestätigt: "Die geschürten Ängste waren nicht berechtigt." In 333 der 440 Gemeinden gebe es Nachmittagsbetreuung. Insgesamt haben 2018 67 Gemeinden ihr Angebot am Nachmittag reduziert. Der Anteil der Kinder, die mindestens an einem Nachmittag anwesend sind, ist im Vergleich zum Vorjahr um fast 14 Prozentpunkte gesunken.

SPÖ und Grüne sehen sich in ihrer Kritik bestätigt. "Anstatt das Angebot zeitlich zu erweitern und attraktiver zu machen, gibt es hier einen Rückschritt", reagierte SP-Chefin Birgit Gerstorfer. Von einer "ernstgemeinten Offensive" könne keine Rede sein.

Für Grünen-Landessprecher Stefan Kaineder ist die Statistik eine "Schadensmeldung", denn: "Die Anzahl der Gemeinden mit gar keiner Nachmittagsbetreuung hat sich von 40 auf 78 fast verdoppelt." Kaineder fordert eine Kindergartengarantie, die SPÖ eine "ganzjährige, ganztägige und kostenlose" Kinderbetreuung.

Haberlander hingegen verweist auf Gemeinden, die das Nachmittagsangebot ausgebaut hätten – 15 an der Zahl – und das Bauprogramm des Landes. Aktuell werden 111 Millionen Euro in den Ausbau der Einrichtungen investiert. Außerdem wolle man einen Förderanreiz setzen, um "mehr VIF-konforme Einrichtungen" zu schaffen, so Haberlander. Die Kriterien für diesen "Vereinbarkeitsindex für Beruf und Familie" sind unter anderem 47 geöffnete Wochen und mindestens 45 Wochenstunden. Derzeit erfüllen 128 Kindergärten und Krabbelstuben diese Vorgaben. 2017/18 gab es 135 VIF-konforme Einrichtungen.

Die Zahl der betreuten Kinder und Gruppen hat sich im Vergleich zum Vorjahr erhöht. In 331 Krabbelstuben, 724 Kindergärten und 192 Horten werden 63.010 Kinder betreut. Das sind 807 mehr als im Vorjahr. Insgesamt seien 9788 Beschäftigte in der institutionellen Betreuung tätig. "Wir suchen aber Personal, der Bedarf ist groß", betont Haberlander.

Höhere Betreuungsquote

Die Betreuungsquote ist bei den Null- bis Zweijährigen leicht gestiegen. 16,5 Prozent der Kinder in diesem Alter werden in Krabbelstuben betreut (2017: 16,1 Prozent). Im Kindergarten liegt die Quote bei 93,09 Prozent. Die Kindergärten sind im Durchschnitt 41,5 Stunden pro Woche geöffnet. "80 Prozent der Kinder bis 16 Uhr betreut werden", so Haberlander. Durchschnittlich würden aber nur 20 Prozent der Buben und Mädchen pro Tag das Nachmittagsangebot nutzen. 

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Barbara Eidenberger

Redakteurin Innenpolitik

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