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Landespolitik

"Habe nur einen Weihnachtswunsch"

Von Barbara Eidenberger  09. Dezember 2021 00:04 Uhr

Carmen Breitwieser, die Leiterin des Corona-Krisenstabs im Land Oberösterreich

Viele Pausen gab es im Jahr 2021 nicht für Carmen Breitwieser. Zu Weihnachten hofft die Leiterin des Krisenstabs auf ein paar ruhige Stunden und auf die Erfüllung ihres Weihnachtswunsches.

Ob sich ein Durchschnaufen zu Weihnachten ausgehen wird, ist noch offen. Aber zumindest am 24. Dezember müssen ein paar Stunden für die Familie freigeschaufelt werden, sagt Carmen Breitwieser. Denn ruhige Stunden gab es in diesem Jahr für die 46-Jährige aus Oftering selten. Mit Anfang des Jahres wurde sie Leiterin des Corona-Krisenstabs im Land Oberösterreich.

Ein Jahr geprägt von Höhen und Tiefen sei es gewesen: "Es hat gut begonnen, weil wir endlich mit den Impfungen gestartet sind." Weniger gut waren dann die Pannen, wie der Zusammenbruch des Anmeldesystems. In diesem Auf und Ab sei es bei der Pandemiebekämpfung weitergegangen. Bereut habe sie es trotzdem nicht, den Job anzunehmen: "Auch wenn ich sehr gerne Bezirkshauptfrau von Steyr war und mir schon manchmal dachte, was man sich so zumutet."

"Ziehen an einem Strang"

Auszuhalten gab es viel, die Unsicherheit, die sich oft ändernde Ausgangslage, aber auch die Kritik am Krisenmanagement und schließlich an ihr selbst und manchen weniger gelungenen Medienauftritten. Aber, so Breitwieser: "Ich bin offensichtlich mit viel Resilienz und Zuversicht ausgestattet." Aufgeben komme daher nicht infrage, denn es gibt ein klares Ziel: das Coronavirus zu besiegen. "Der Zusammenhalt mit allen Partnern – von den Behörden über die Spitäler bis hin zum Roten Kreuz – ist so groß, und wir ziehen alle an einem Strang. Das gibt mir immer wieder Hoffnung und lässt mich nicht aufgeben", sagt Carmen Breitwieser.

Abschalten sei derzeit fast unmöglich, so die Krisenstab-Leiterin: "Es hängt so viel dran, und wir in der Verwaltung wollen die Situation ja bestmöglich bewältigen. Auch wenn das nicht immer gesehen wird."

Zu Hause gibt es aber quasi erzwungene Pausen. "Die Kinder fordern ein, dass man wirklich anwesend ist. Da sind sie Gott sei Dank kompromisslos", sagt die Mutter eines elf- und eines 22-jährigen Sohnes. Und es gebe den Rückhalt der Familie: "Das ist unendlich viel wert, und dafür danke ich auch." Und einen neuen Ausgleichssport hat Breitwieser in diesem Ausnahmejahr begonnen: "Radfahren, am Wochenende bei jedem Wetter." Die täglichen Lagebesprechungen und die daraus resultierende geringe Freizeit schlagen sich auch auf die Weihnachtsvorbereitungen nieder. Üblicherweise wird im Hause Breitwieser durchaus üppig dekoriert: "Aber heuer hängt noch gar nichts." Das werde man aber noch nachholen, denn: "Weihnachten ist mir sehr wichtig. Es ist das Fest der Familie, mit dem man auch viele Kindheitserinnerungen verbindet. Und diese Gefühle zu spüren, das ist viel wert."

Derzeit sei vielen Menschen nicht zum Feiern zumute: "Es tut mir sehr leid, dass derzeit so etwas wie ein Weihnachtsfriede nicht spürbar ist." Bestreben des Krisenstabs sei es, auch in diesen schwierigen Zeiten Sicherheit zu vermitteln: "Aber leider hinken wir dem Virus immer hinterher. Es passieren Fehler, aber vor allem können wir das Virus nicht beeinflussen." Dazu brauche es eine gemeinsame Kraftanstrengung – und dass sich Breitwiesers "wirklich einziger Weihnachtswunsch" erfüllt: "Dass möglichst viele zur Impfung gehen. Das ist leider unser einziges wirksames Mittel gegen die Pandemie."

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Barbara Eidenberger

Redakteurin Innenpolitik

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