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Dubiose Auslandskontakte zur FPÖ: Haimbuchner will in Wien "aufräumen"

Von Alexander Zens   19.Mai 2019

Manfred Haimbuchner steht für keine Minister-Posten zur Verfügung.

"Ich lasse mir meine Arbeit in Oberösterreich nicht ruinieren wegen so einer Blödheit auf einer Mittelmeer-Insel", sagte Haimbuchner am Samstagabend im OÖNachrichten-Gespräch. Konsequenzen für Schwarz-Blau in Oberösterreich werde es nicht geben.

Der FPÖ-Landesparteiobmann und Landeshauptmann-Stellvertreter sagt, er sei "zutiefst erschüttert" und politisch und persönlich betroffen gewesen, als er das Video mit Strache und Gudenus aus dem Sommer 2017 auf Ibiza gesehen habe. Die darin getätigten Aussagen seien "desaströs". Gleichzeitig verurteile er auch die Falle, die den beiden FPÖ-Politikern gestellt worden sei, und die Strategie dahinter - also dass das Video heimlich gedreht und zwei Jahre später kurz vor der Europawahl publik gemacht wurde.

Den Rücktritt von Strache als Bundesparteichef und Vizekanzler sowie von Gudenus als Nationalrats-Klubobmann und geschäftsführender Landesparteiobmann in Wien empfindet Haimbuchner als "ersten richtigen Schritt". Er unterstütze die Nachfolger Norbert Hofer als Bundesparteichef und Veronika Matiasek in Wien zu 100 Prozent.

Wechsel nach Wien kein Thema

Haimbuchner bleibt dabei, dass er nicht etwa als Bundesparteichef nach Wien wechselt, das gelte auch bei einer Neuwahl. Jedoch kündigt der stellvertretende Bundesparteichef an: "Ich werde mich in der Partei noch stärker als bisher einbringen." Der Wien-Zentrismus sei nicht das Maß aller Dinge. Er kritisiert die "dubiosen Auslandskontakte" rund um Gudenus. Hier gebe es ein Soziotop bzw. Milieu, mit dem er "aufräumen" wolle. Haimbuchner betont aber, dass damit nicht die ganze FPÖ-Landespartei Wien gemeint sei.

"Entsetzt" war der Welser FPÖ-Bürgermeister Andreas Rabl von der "Atmosphäre" im Ibiza-Video und von der "Art des Gesprächs". Die FPÖ brauche nun Stabilität, sagt Rabl. Sie müsse von "integereren Persönlichkeiten" geführt werden. Dazu zählt er Norbert Hofer. Ähnlich wie Haimbuchner sieht Rabl "diverse Russland-Kontakte" kritisch. Er habe sich oft gefragt, welchen unmittelbaren Sinn diese für die FPÖ bringen würden.

 
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