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Landespolitik

Das Grünbuch: Ein Regelwerk und schlechtes Vertrauenszeugnis

13. Mai 2022 13:28 Uhr

Die Resolution geht auch an den Landtag

LINZ. Mehr als 250 Teilnehmer brachten Vorschläge zur Entwicklung der Demokratie ein, sie wurden im Grünbuch zusammengefasst.

Zwei Jahre ist es her, dass Wolfgang Stanek als Landtagspräsident zum Demokratieforum aufrief. Mehr als 250 Teilnehmer meldeten sich. Sammelten gemeinsam in Videokonferenzen und Online- Debatten Vorschläge, wie man die Demokratie in Oberösterreich verbessern könnte. Unterstützt wurden sie von der Initiative Wirtschaftsstandort (IWS) Oberösterreich. 

Mittlerweile ist Stanek nicht mehr im Amt. Und sein Nachfolger Max Hiegelsberger stellte die Ergebnisse vor, das Grünbuch. In ihm sind die Vorschläge und Wünsche der Teilnehmer zusammengefasst. „Eine lebendige Demokratie ist mehr als die Stimmabgabe am Wahltag. Sie lebt vom Einsatz eines jeden, vom kritischen und intensiven Diskurs“ sagt Hiegelsberger. Demokratie sei kein Selbstläufer, sagt IWS-Geschäftsführer Gottfried Kneifel sie brauche immer neue Impulse. 

Zweifel und fehlendes Wissen 

Der österreichische Demokratie Monitor des Instituts SORA ergab, dass 19 Prozent der Bürger einem „starken Führer, der sich nicht um Parlament und Wahlen kümmern muss“ durchaus Positives abgewinnen können. Im ökonomisch schwächsten Drittel der Gesellschaft sagten nur 33 Prozent, dass sie dem Parlamentarismus vertrauen. Ein Ergebnis, dass sich auch im Grünbuch widerspiegelt. 

Die Demokratie sei in Österreich nicht in Gefahr, doch es fehle an Verständnis. Gerade bei jungen Menschen würden die Zweifel tief sitzen. Zusätzlich sei die Qualität mancher politischer Debatten zweifelhaft. Auch den Sachzwang sprechen die Teilnehmer an. Am Beispiel Klimawandel: Alleine aus Prinzip würden manche Politiker jegliche Debatte zu Maßnahmen ablehnen. „Um Klimapolitik darf nicht gestritten werden sie muss zügig umgesetzt werden“ fassen sie zusammen. „Weil es ohnehin schon fast zu spät ist.“ 

Vorbild für andere

Das Grünbuch wird allen Fraktionen im Landtag zur Verfügung gestellt. Der Landtag startet aber nicht bei null: Er hat in den zwei bisher erfolgten Sitzungen der aktuellen Legislaturperiode bereits einige der im Grünbuch gesammelten Forderungen diskutiert. Das Grünbuch wird auch an die anderen Landtage und den Bundesrat versandt. Um auch dort als Diskussionsgrundlage zu dienen.

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