Lade Inhalte...

Landespolitik

Lockdown für Ungeimpfte ab Montag in Oberösterreich

Von nachrichten.at/az/eiba   11. November 2021 14:30 Uhr

Zitate der Woche - "Ich habe nie etwas von einem Stalin gehalten"
Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP)

LINZ. Die weiterhin extrem hohen Corona-Zahlen bringen in Oberösterreich einen Lockdown für Ungeimpfte, wie Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) am Donnerstag bestätigte.

"Die Situation ist dramatisch, daher lösen wir die fünfte Stufe des Stufenplans des Bundes aus und planen ab Montag einen Lockdown für Ungeimpfte, sofern es rechtlich ein grünes Licht vom Bund gibt bzw. der Bund die Rechtsgrundlage schafft", erklärte Stelzer.

461 Patienten auf der Normalstation und 89 auf der Intensivstation, dazu eine Sieben-Tage-Inzidenz von 1193, so die von Stelzer in Zahlen ausgedrückte "dramatische Situation" in seinem Bundesland, die ihn zu der Maßnahme eines regionalen Lockdowns veranlassten. Seit Donnerstagvormittag ist der Landeshauptmann in Gesprächen mit Experten. Er und sein Amtskollege aus Salzburg, LH Wilfried Haslauer (ÖVP), hatten in einer Videokonferenz Mittwochabendabend mit Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) Expertengespräche für Donnerstag vereinbart.

Der Minister hatte einen regionalen Lockdown vorgeschlagen, beide Landeshauptleute standen dem Wunsch eher skeptisch gegenüber. Am Freitag wird es erneut eine Videokonferenz mit Mückstein geben. Nach diesem Termin sollen auch Details wie die rechtliche Umsetzung bekanntgegeben werden, hieß es aus Mücksteins Büro zur APA.

Video: Lockdown ab Montag für Ungeimpfte

Hinsichtlich der Umsetzbarkeit eines Lockdowns für Ungeimpfte äußerte sich auch der Handelsverband kritisch. "Wir nehmen den Lockdown für Ungeimpfte in Oberösterreich zwar zur Kenntnis, sagen aber auch ganz klar, dass es keine Eingangskontrollen in den Geschäften geben kann. Wir können keinesfalls 300.000 Kundinnen und Kunden pro Tag kontrollieren", so Handelsverbands-Geschäftsführer Rainer Will laut einer Aussendung. Strengere Covid-Restriktionen seien zwar in Anbetracht des Infektionsgeschehens sinnvoll, müssten jedoch auch umsetzbar sein.

Positiver reagierte dagegen die Hotellerie. "Es ist gut und richtig, dass der Lockdown schnell in Kraft tritt und die Infektionszahlen so rasch wie möglich sinken", so die Vizepräsidentin der Österreichischen Hoteliervereinigung, Sophie Schick. Allerdings müsse die Verordnung nun rasch veröffentlicht werden, denn die Branche brauche "Informationen darüber, was geht und wie, und was nicht".

"Haben nicht mehr wahnsinnig viel Zeit“

„Die Zahlen sind so stark gestiegen, dass ein Normalbetrieb in den Spitälern nicht mehr möglich ist“, zu diesem Befund kommt Primar Bernd Lamprecht, Vorstand der Klinik für Lungenheilkunde am KUK. Und mit dieser Botschaft ist er auch in das Donnerstag Vormittag stattfindende Gespräch mit Landeshauptmann Stelzer gegangen. Und, so Lamprecht: „Die Zahlen werden weiter steigen.“ Entscheidend wäre eine Erhöhung der Impfquote, dies hätte „schon längst gelingen sollen.“ Sowohl bei den Erstimpfungen, als auch bei der Auffrischung durch den dritten Stich wurde „zu wenig erreicht“. Wie wichtig die Auffrischung wäre, rechnet Lamprecht vor: „Der dritte Stich reduziert das Infektionsrisiko um den Faktor zehn und das Risiko einen schweren Verlauf zu erleiden um den Faktor 20.“ Auch ein Ziel nennt Lamprecht: „80 bis 85 Prozent Impfquote."

Video: Bericht aus Linz

Auch wenn nun Impfkampagnen und Maßnahmen gesetzt werden, gilt für den Mediziner: „Wir haben nicht mehr wahnsinnig viel Zeit.“ Deshalb müsse dringend über weitere Begleitmaßnahmen nachgedacht werden. Konkrete Vorschläge macht Lamprecht gegenüber den Medien nicht, Kontaktreduktion wäre jedenfalls notwendig: „Die Entscheidung, wie diese genau aussehen sollen, ist nicht Aufgabe der Medizin.“ Jedenfalls sei aber eine „Risikodifferenzierung“ zwischen Geimpften und Ungeimpften vorzunehmen.

Ob man zu spät dran sei in Oberösterreich mit Maßnahmen, will Lamprecht so genau nicht beantworten. Maßnahmen müssten auch mitgetragen werden: „Offenbar muss es aber dafür einen gewissen Leidensdruck geben.“

Ärztekammerpräsident Peter Niedermoser plädierte für einen "Teil-Lockdown für Ungeimpfte " und forderte von der Politik "rasches Handeln. "Aus den Krankenhäusern ist der laute Hilferuf des Personals zu hören, dass den Intensivstationen bei gleichbleibender Entwicklung der Kollaps drohe. Daher sind weitere Maßnahmen unumgänglich", machte er Druck

Lädt
turned_in

info Mit dem Klick auf das Icon fügen Sie das Schlagwort zu Ihren Themen hinzu.

turned_in

info Mit dem Klick auf das Icon öffnen Sie Ihre "meine Themen" Seite. Sie haben von 15 Schlagworten gespeichert und müssten Schlagworte entfernen.

turned_in

info Mit dem Klick auf das Icon entfernen Sie das Schlagwort aus Ihren Themen.

turned_in

Fügen Sie das Thema zu Ihren Themen hinzu.

1271  Kommentare expand_more 1271  Kommentare expand_less