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Landespolitik

Österreicher unterstützen die Anliegen der Pfarrer-Initiative

Von OÖN   30. August 2011 00:04 Uhr

Österreicher unterstützen die Anliegen der Pfarrer-Initiative
Viele Menschen teilen die Wünsche der Pfarrer.

WIEN. Die reformorientierte Pfarrer-Initiative kann sich laut einer aktuellen Umfrage über eine breite Unterstützung und viel Aufmerksamkeit in der österreichischen Bevölkerung freuen.

Fast 83 Prozent der Österreicher haben schon von den Forderungen der Pfarrer-Initiative nach Reformen in der römisch-katholischen Kirche gehört. Dabei ist auch der Zuspruch für die Initiative sehr deutlich erkennbar: 71,7 Prozent der Österreicher (nicht nur Katholiken) halten laut der Umfrage des Instituts OEKONSULT im APA-Auftrag das Aufbegehren der Gruppe um Obmann Helmut Schüller für richtig und angemessen. Rund zwei Drittel der Befragten (64,7 Prozent) würden den „Aufruf zum Ungehorsam“ sogar persönlich unterschreiben.

Besonders wichtig ist den Menschen die Zulassung von Frauen und Verheirateten zum Priesteramt (30,7 Prozent) beziehungsweise die Aufhebung des Zölibats (24,1 Prozent), die sich teilweise mit dem ersten Anliegen überschneidet. Weiters unterstützen die Befragten vorrangig das Anliegen, auch Laien predigen zu lassen (17,5 Prozent). Die Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene ist 15,1 Prozent am wichtigsten.

Gehorsam: keine Pflicht

Zum besonders heiklen Punkt des Gehorsams sagen nur 14 Prozent, dass Priester verpflichtet seien, der Kirchenführung gegenüber gehorsam zu sein. Dass die römisch-katholische Kirche keine demokratischen Strukturen besitze (was nicht ganz stimmt, da es in Teilbereichen Wahlen gibt), akzeptieren 58,2 Prozent der Befragten.

Dass Jesus selbst keine Frauen mit dem Priesteramt betraut haben soll, sehen nur 14,4 Prozent als Argument für die derzeitige Verweigerung der Frauenweihe. Dass Frauen allgemein in der Kirche eine ihnen angemessene Rolle zukommt, glauben nur 10,4 Prozent.

Initiativen-Obmann Helmut Schüller genießt persönlich ein wenig mehr Sympathie als Kardinal Christoph Schönborn: 74,7 Prozent finden den Pfarrer von Probstdorf persönlich sympathisch, 65,6 Prozent den Wiener Erzbischof. Sollte der Kardinal Schüller seines Amtes entheben, erwarten sich 96,6 Prozent der Befragten eine sehr große Welle von Kirchenaustritten.

Für Lösung des Streits

Trotz aller kritischen Haltungen sind für rund 70 Prozent der Österreicher die katholische Kirche und ihre höchsten Amtsträger nach wie vor eine „wichtige moralische Instanz“. Knapp 95 Prozent hielten es für begrüßenswert, wenn es im Kirchenstreit keine Gewinner und Verlierer gäbe, sondern eine „konstruktive und zukunftsweisende Lösung“.

 

Die Pfarrer-Initiative und ihr „Aufruf zum Ungehorsam“

Die 2006 gegründete Pfarrer-Initiative mit Obmann Helmut Schüller an der Spitze tritt für Reformen in der römisch-katholischen Kirche ein. Aufsehen erregte ihr heuer veröffentlichter „Aufruf zum Ungehorsam“: Dort geht es um die Kommunionspendung für wiederverheiratete Geschiedene, die Aufhebung des Zölibats oder das Eintreten für die Frauenweihe. Kardinal Christoph Schönborn kritisierte den Aufruf, der nachzulesen ist unter www.pfarrer-initiative.at. (Im Internet gibt es eine Gegenbewegung mit ähnlicher Homepage.)

 

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