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Landespolitik

Neuer Landesrat Achleitner übernimmt Schlüsselressort

15. Juni 2018 00:04 Uhr

Neuer Landesrat Achleitner übernimmt Schlüsselressort
Markus Achleitner und Thomas Stelzer gestern nach dem Landesparteivorstand

LINZ. Die Industrie appellierte an Markus Achleitner, rasch "Vertrauen herzustellen". Die ÖVP wählte Christine Haberlander zur ersten Landeshauptmann-Stellvertreterin.

Einstimmig bestellte der ÖVP-Landesparteivorstand gestern, Donnerstag, Markus Achleitner zum Wirtschaftslandesrat. Der derzeitige Eurothermen-Chef übernimmt damit ein Schlüsselressort mit breiten Kompetenzen.

Der Wechsel wird mit Jahreswechsel 2018/19 erfolgen. Dann wechselt Strugl in den Vorstand des Stromkonzerns Verbund. Er werde sich perfekt einarbeiten können, um dann "voll handlungsfähig" zu sein, sagte Achleitner.

Stelzer erklärte, er habe vor einigen Monaten von Strugls Plan erfahren. Er räumte ein, dass er "überrascht" und "anfangs nicht allzu erfreut" gewesen sei. Aber er wünsche seinem Freund für die neue Funktion alles Gute. Dass Strugl als designierter Chef eines Energiekonzerns noch bis Dezember das Ressort führe, zu dem die Energie-Agenden gehören, sieht Stelzer nicht als Problem.

Er habe mehrere Ideen für Strugls Nachfolge gehabt, sagte Stelzer: "Ich bin aber sehr schnell auf Markus Achleitner gekommen und habe niemand anderen gefragt." Dieser habe als Manager der Eurothermen (Bad Schallerbach, Bad Ischl, Bad Hall) ausgezeichnete Arbeit geleistet und sei auch gesellschaftlich gut vernetzt.

Ende der "Lex Strugl/Stelzer"

Das Standortressort, das im April 2017 kreiert wurde, bleibt unter Achleitner erhalten – mit einer Ausnahme: Die Budgetverantwortung geht wieder vollständig an Stelzer. Achleitner: "Es gibt kein Unternehmen, in dem die Finanzen nicht in einer Hand sind."

Wie berichtet, hatte Strugl Stelzer eine Mitverantwortung in der Finanzplanung abgerungen, um sein Ressort noch stärker zu machen und damit er in der Politik bleibt. Stelzer sagte, dass dies eine "Lex Strugl/Stelzer" gewesen sei.

Die ÖVP kürte gestern auch Gesundheitslandesrätin Christine Haberlander zur Landeshauptmann-Stellvertreterin. Weil sie ihr Ressort "engagiert und erfolgreich" führe, sagte Stelzer. Auch sei es ein "Signal". Erstmals übernimmt eine Frau eine so hohe Funktion in Oberösterreich.

VP-Rochade löst SP-Konflikt aus

Aus der Wirtschaft bekam Strugl Lob für das Geleistete und Achleitner Zuspruch wegen seiner Management-Qualitäten. Man werde Achleitner voll unterstützen, sagte Industriellen-Präsident Axel Greiner. Er merkte aber an, dass der Prozess der Neubestellung "nicht ideal gelaufen" sei. Das Vertrauen der Industrie in den neuen Landesrat müsse rasch hergestellt werden. Wirtschaftskammer-Präsidentin Doris Hummer sagte, man sei stolz, dass der Wirtschaftsbund den Landesrat stelle.

Die VP-Rochaden lösten auch einen SP-internen Konflikt aus. SPÖ-Landesgeschäftsführerin Bettina Stadlbauer kritisierte Achleitner für niedrige Löhne bei den Eurothermen, Strugl für einen "Versorgungsjob mit Millionengage" und Haberlander, weil ihr Frauen "egal" seien. SPÖ-Landtagsabgeordneter Peter Binder kritisierte diese Äußerungen im ORF-Radio: Die Löhne entsprächen den "Rahmenbedingungen der Politik". Haberlander habe stets auf fachlicher Ebene den Diskurs gesucht. Für Strugl freue er sich, seine gute Position in der Energiewirtschaft sei "nicht unwichtig" für Oberösterreich. (az)

 

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