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Landespolitik

"Ich habe bewiesen, dass ich auch unangenehme Themen nicht fürchte"

Von Barbara Eidenberger   06. Dezember 2018

"Ich habe bewiesen, dass ich auch unangenehme Themen nicht fürchte"
Christine Haberlander wird heute als Landeshauptmann-Stellvertreterin angelobt

LINZ. Christine Haberlander wird heute als Landeshauptmann-Stellvertreterin angelobt.

Als Landeshauptmann Thomas Stelzer (VP) sie im Frühling fragte, ob sie seine Stellvertreterin werden möchte, habe sie gleich zugesagt, sagt Landesrätin Christine Haberlander (VP). Heute ist es so weit, die Ennserin wird als erste Frau in dieser Funktion angelobt und tritt die Nachfolge von Michael Strugl, der sich gestern aus dem Landtag verabschiedete, an.

 

OÖNachrichten: Erste Landeshauptmann-Stellvertreterin Oberösterreichs – wie klingt das für Sie?

Christine Haberlander: Jetzt realisiere ich schön langsam, wie bedeutsam das wirklich ist. Ich übernehme eine so wichtige Funktion im Land und werde das auch als erste Frau tun.

Also fast ein historischer Moment?

Wenn man bedenkt, wie lange es schon möglich gewesen wäre, eine Frau in diese Funktion zu berufen, dann ja. Da hat man sich schon Zeit gelassen. Und es ist ein klares Signal: 52 Prozent der Bevölkerung sind Frauen. Es kann nur eine logische Konsequenz sein, wenn Frauen Führungspositionen übernehmen, auch in der Politik.

Was ändert sich in Ihrem Arbeitsalltag konkret?

Unmittelbar gar nicht so viel, außer dass ich natürlich einige Termine in meiner Vertretungsfunktion des Landeshauptmannes übernehme. Darüber hinaus wird der Austausch mit Thomas Stelzer, was strategische Themen betrifft, noch intensiver.

Ihr Vorgänger Michael Strugl gilt als harter Knochen, der für Stelzer auch unangenehme Themen übernahm. Wie werden Sie Ihre Rolle anlegen?

Ich glaube, ich habe bei den vielbeachteten Kindergartengebühren bewiesen, dass ich auch unangenehme Themen nicht fürchte. Und ich habe keine Berührungsängste, auch in Zukunft schwierige Themen zu übernehmen. Das bringt die Rolle auch mit sich. Aber natürlich bin ich ein anderer Typ als Strugl – uns zu vergleichen, ist nicht möglich.

Sie sind seit eineinhalb Jahren in der Politik, und schon werden Sie Landeshauptmann-Stellvertreterin. Was ist der Grund für diesen rasanten Aufstieg?

Es gab schon einige Fenster, die für mich aufgegangen sind. Wäre Strugl nicht zum Verbund gegangen, hätte sich die Nachfolgefrage nicht gestellt. Natürlich hat sich auch die gute Zusammenarbeit mit dem Landeshauptmann in den vergangenen Monaten bewährt. Wir haben eine tragfähige Beziehung und eine gemeinsame Vision.

Welche persönlichen Eigenschaften haben Ihnen geholfen?

Ich bringe auf jeden Fall andere Eigenschaften mit als alle meine Vorgänger. Ich bin sicher teamorientierter, möchte alles genau durchbesprechen. Bei mir muss immer noch eine Gesprächsschleife eingezogen werden. Ich hinterfrage mich auch stark selbst. Das hat aber weniger mit Unsicherheit zu tun als vielmehr mit Selbstreflexion. Aber ich kann auch klare Entscheidungen treffen und auch dahinter stehen – mit aller Konsequenz.

Sehen Sie sich als Frauenpolitikerin?

Eine Frau in der Politik ist automatisch auch Frauenpolitikerin. Frauenpolitik ist ja nicht ein Kammerl im Haus Politik, sondern sie ist in allen Zimmern zuhause.

Sie kommen aus der Gesundheitspolitik und haben als zweites Ressort die Bildung dazubekommen. Täuscht der Eindruck, dass Sie mit diesem Zuständigkeitsbereich noch fremdeln?

Ich würde nicht sagen, fremdeln, aber es hat eine Weile gedauert, bis ich mich mit allen Bereichen auseinandergesetzt hatte. In der Gesundheit kannte ich alle handelnden Personen und die Themenfelder. Bildung ist ein Riesenressort, da musste ich erst alle Systempartner kennenlernen. Eine fundierte Auseinandersetzung mit einem Fachbereich braucht Zeit. Die Zeit nehme ich mir auch. Dazu kommt in diesem Bereich die Herausforderung, dass es ja – ähnlich den acht Millionen Nationaltrainern – fast ebenso viele Bildungsexperten gibt.

Sie sind 37 Jahre alt und Landeshauptmann-Stellvertreterin. Wohin geht die politische Reise noch?

Ich bin jetzt einmal ganz froh, dass ich hier angekommen bin und das Amt bis Herbst 2021 ausüben kann. Es ist auch gut für das Team, wenn jetzt wieder etwas Ruhe einkehrt und wir einfach nur arbeiten können.

Nach diesem turbulenten Jahr: Sind Sie froh, wenn 2018 vorbei ist?

Es war ein sehr ereignisreiches Jahr, und ich freue mich wirklich auf die Weihnachtsferien.

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