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Landespolitik

Einigung nach langem Konflikt um Pflege-Gehälter

24. Juni 2015

Bis zu 250 Euro mehr: Einigung nach langem Konflikt um Pflege-Gehälter
Nach den Ärzten bekommen auch die Pflegebediensteten höhere Gehälter.

LINZ. Ab 1. Juli bekommen auch die Pflegekräfte mehr Geld. Seit 1. Juni wurde zwischen Land, Städte- und Gemeindebund sowie vier Gewerkschaften hart verhandelt, am Wochenende gab es noch zusätzliche Termine.

Gestern verkündete die "große Runde" gemeinsam die Einigung: In mehreren Etappen werden die Gehälter für das Pflegepersonal um bis zu 250 Euro angehoben (Details siehe Kasten). Kollektivvertragliche Erhöhungen und Vorrückungen sind dabei nicht eingerechnet.

Damit ist fix: Die neue Gehaltsregelung für rund 20.000 Spitals- und Pflegebedienstete kann am 9. Juli im Landtag beschlossen werden, gleichzeitig mit der Erhöhung der Ärztegehälter. Das sei auch als "Signal der Wertschätzung" bedeutend, meinten sowohl Landeshauptmann Josef Pühringer (VP) als auch Gewerkschafts-Verhandler Andreas Stangl. Sich nicht zu einigen, wäre "ein fatales Zeichen gewesen, sagte der Linzer Bürgermeister und Städtebund-Vertreter Klaus Luger (SP).

Mit der Forderung von 20 Prozent Lohnerhöhung ab 1. Juli waren Personalvertreter zu Beginn noch in die Verhandlungen gegangen. Das Ergebnis bezeichneten gestern die Vertreter aller vier Gewerkschaften – neben Stangl GÖD-Landesvorsitzender Peter Csar, Gemeindebediensteten-Gewerkschaftschef Norbert Haudum und vida-Verhandlerin Sonja Reitinger – als "tragfähigen Kompromiss".

Auf Expertenebene waren komplexe Vergleichsrechnungen mit den Pflegegehältern in anderen Ländern angestellt worden. Deshalb kam es auch zu den unterschiedlichen Abschlüssen für Berufsgruppen. Bei den diplomierten Pflegekräften lagen die Gehälter unter denen in anderen Ländern, nun sei man "im Mittelfeld".

Gegenüber der heutigen Gehaltssumme (1,8 Milliarden Euro pro Jahr) bedeutet die Einigung ab 2019, wenn die volle Erhöhung erreicht ist, Mehrkosten von 57 Millionen Euro, ab Juli dieses Jahres von 12,9 Millionen. Rund 55 Prozent haben die Gemeinden zu tragen. Es werde "mühsam" sein, diese Mittel aufzubringen, meinte Gemeindebundchef Johann Hingsamer, aber man bekenne sich zur Einigung. (bock)

 

Wer was bekommt

Die Gehälter werden in Stufen angehoben. Im Schnitt bedeute dies eine Erhöhung um sechs Prozent, sagten die Verhandler.

Diplom-Krankenpflege: Monatlich 100 Euro mehr ab 1. Juli 2015, dann in drei Etappen ab 1. Jänner 2017, 1. Jänner 2018 und ab 1. Jänner 2019 jeweils 50 Euro mehr.

Medizinisch-technische Dienste: Gehaltserhöhungen wie bei den diplomierten Pflegern.

Pflegehelfer: Die Gehälter werden um maximal 150 Euro erhöht: am 1. Juli 2015 um 100 Euro, am 1. Jänner 2017 um weitere 50 Euro.

Fach- Sozialarbeiter für Altenarbeit bekommen ab 1. Juli 2015 eine Erhöhung um 50 Euro. Ab 2019 gilt für sie die 39-Stunden-Woche.

Für alle gilt, dass ab einem Alter von 43 Jahren und 15 Jahren Tätigkeit in einem Pflegeberuf ab dem Jahr 2018 der Anspruch auf eine sechste Urlaubswoche besteht.

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