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Innenpolitik

Wien als „Pilotregion“: Verkürzte Gültigkeitsdauer von Corona-Tests

Von Annette Gantner und Jasmin Bürger  24. August 2021 18:14 Uhr

AKTUELLES ZUR CORONA-SITUATION IN WIEN: LUDWIG
Michael Ludwig (SP)

WIEN. In Wien werden künftig Coronatests weniger lang als 3-G-Nachweis gültig sein als bisher. "Das sollte auch für Oberösterreich überlegt werden", so Ärztekammer-Präsident Niedermoser.

Nach den jüngsten Aussagen von Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SP) zu den Corona-Maßnahmen hatten einige erwartet, dass sein Stadtparteichef und Bürgermeister Michael Ludwig am Dienstag zumindest für die Nachtgastronomie die Einführung der 1G-Regel verkündet. So weit kam es – noch – nicht. Strenger wird Wien dafür die 3G-Regel auslegen, und zwar insofern, als die Gültigkeitsdauer der Corona-Tests reduziert wird. PCR-Tests gelten ab September nur noch 48 statt wie bisher 72 Stunden als Eintrittskarte, Antigen-Schnelltests 24 statt 48 Stunden. Die Wohnzimmer-Tests sind in Wien schon länger Geschichte.

Diese Maßnahme sei notwendig, „weil die Pandemie noch nicht vorbei ist“, sagte Ludwig. Reiserückkehrer und der Schulbeginn würden das Infektionsgeschehen weiter nach oben treiben, er rechne mit einer stärkeren Welle bei Kindern, die zuletzt auch schwerere Verläufe zeigten. Deshalb sei die Impfung für all jene, die sich impfen lassen können, die beste Lösung, so Ludwig. Man müsse aber akzeptieren, dass sich „einige nicht impfen lassen wollen“.

Die PCR-Gurgeltests werden weiter kostenlos angeboten, mittelfristig wünscht sich Ludwig, dass Antigen-Tests nur noch in Ausnahmefällen genutzt werden.

Keine Änderungen gibt es vorerst für Wiener Schüler unter zwölf Jahren, hier müsse man sich bei der Gültigkeitsdauer an die Regelungen des Bildungsministeriums halten, so Ludwig. Für Lokale und Veranstaltungen bleibt in Wien aber die 3G-Regel ab sechs Jahren aufrecht. Zurückkehren könnte in Wien bald auch die FFP2-Maskenpflicht in Pflegeheimen.

Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) reagierte auf Ludwigs Vorstoß. „Aus fachlicher Sicht“ sei „eine Testverkürzung selbstverständlich zu begrüßen“, sagte er, schränkte aber ein: „Jede Maßnahme ist nur dann sinnvoll, wenn sie in den verschiedenen Bereichen auch umgesetzt werden kann.“ Wien eigne sich „gut als Pilotregion“, weil es ein engmaschiges Testangebot gebe.

Video: Das Statement von Bürgermeister Ludwig in voller Länge

Oberösterreichs Gesundheitslandesrätin Christine Haberlander (VP) will nicht im Alleingang folgen: „Wir setzen in Oberösterreich die Bundesvorgaben um. Österreich ist ein kleines Land, es braucht für alle Vorgaben zur Bekämpfung der Pandemie eine bundesweite Einschätzung und eine bundesweite Lösung.“ Oberösterreichs Ärztekammer-Präsident Peter Niedermoser hingegen würde ein Nachziehen begrüßen.

Ursula Wiedermann-Schmidt, Professorin für Impfkunde an der MedUni Wien, findet Wiens Vorgehen richtig. Die Verkürzung der Gültigkeitsdauer von Corona-Tests sei eine Reaktion auf infektiöse Aspekte der Deltavariante, erklärt sie. Sie kann auch einer Einführung der 1G-Regel (Zutritt nur für Geimpfte) einiges abgewinnen. „Die 1G-Regel wird von neuen Studien unterstützt, wonach geimpfte Personen viel weniger ansteckend sind als Ungeimpfte“, sagt Wiedermann-Schmidt.

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