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Innenpolitik

Vorarlberg will Sonderweg als Modellregion fortsetzen

Von nachrichten.at/apa   13. April 2021 12:57 Uhr

Markus Wallner
Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP)

BREGENZ. Vorarlberg will seinen vor einem Monat begonnenen Sonderweg als Modellregion - unter anderem mit geöffneter Gastronomie - so lange wie möglich fortsetzen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz, bei der Vorarlberg am Dienstag von der Steiermark als Spitzenreiter abgelöst wurde, sei nur ein Kriterium, verwies Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) auf die noch immer "entspannte" Situation auf den Vorarlberger Intensivstationen. Da sei man von einer dramatischen Lage "meilenweit entfernt". 

Zudem seien die Inzidenz-Zahlen aufgrund der intensiven Testtätigkeit in Vorarlberg nur schwer mit anderen Bundesländern vergleichbar. In Vorarlberg mit seinen rund 400.000 Einwohnern werden nach Angaben der Landesregierung aktuell pro Woche rund 100.000 Personen getestet, das sei ein europaweiter Spitzenwert, so Wallner. Es spreche aus seiner Sicht nichts dagegen, dass auch andere Bundesländer mit ähnlicher Sieben-Tage-Inzidenz wie Vorarlberg Öffnungsschritte setzen, wenn die Voraussetzungen stimmen. Laut Wallner würde das neben einer entsprechend niedrigen Auslastung auf den Intensivstationen auch eine Verdoppelung der Testzahlen bedeuten.

Der Landeshauptmann betonte, dass es in Vorarlberg weder im Gastronomie- noch im Kulturbereich Ansteckungen gebe. Diese passierten zu 70 Prozent in der Familie bzw. im privaten Umfeld. Man habe vielmehr die Erfahrung gemacht, dass sich mit jedem Öffnungsschritt mehr Leute testen ließen. Mit Impfen und Testen versuche man einem weiteren Lockdown zu entkommen. "Man sieht, wie groß der wirtschaftliche Schaden in Ostösterreich mit einem neuerlichen Lockdown ist", sagte Wallner. Schon kleine Öffnungsschritte wie in Vorarlberg würden sich positiv auf den Arbeitsmarkt auswirken.

Vorarlbergs Wirtschaftskammerpräsident Hans-Peter Metzler stellte fest, dass die Wirtschaft "hinter der Modellregion steht" und ein Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz zu erwarten gewesen sei. Das liege sowohl am verstärkten Testen als auch an der Ausbreitung der britischen Mutante. Die Öffnungsschritte hätten auch zu einer besseren Stimmung in der Gesellschaft geführt. "Wir hoffen, dass wir das gallische Dorf halten und weiterentwickeln können", so Metzler. Sollte Wien ein Zusperren verlangen, "so fordern wir evidenzbasierte Beweise", gab sich Metzler kämpferisch. Umgekehrt müsse es weitere Öffnungsschritte geben, falls sich die Situation verbessere.

Um auch am Arbeitsplatz die Bereitschaft zum regelmäßigen Testen weiter anzukurbeln, erweitern Land und Wirtschaftskammer das Test-Angebot. Ab dem kommenden Freitag können Klein- und Mittelunternehmen (Betriebe mit maximal 50 Beschäftigten) über die jeweilige Gemeinde Gratis-Selbsttests für ihre Mitarbeiter beziehen. In den Großbetrieben werde über eigene Teststraßen bereits intensiv getestet, so Wallner.

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